Schönheit liegt im Auge des Betrachters -- so sieht das jedenfalls das Regie-Paar Jonathan Dayton und Valerie Faris
Familie Hoover kann dem liebenswerten Nesthäkchen Olive einfach nichts abschlagen
Albuquerque in New Mexiko. Als professioneller Motivationscoach sollte der Familienvater Richard Hoover (Greg Kinnear, "Mord und Margaritas") eigentlich auf der Sonnenseite des Lebens stehen und sein Umfeld voll im Griff haben. Das trifft auch zu -- allerdings nur in der Theorie. Da leider niemand den stets optimistischen Freiberufler bucht, herrscht mal wieder Ebbe in der Haushaltskasse und Unzufriedenheit bei seiner Frau Sheryl (Toni Collette) sowie dem Rest der Sippe.
Nur das jüngste Familienmitglied ist vor Freude völlig aus dem Häuschen: die siebenjährige Olive (Abigail Breslin, "Signs: Zeichen"). Das pummelige und kurzsichtige Mädchen hat soeben erfahren, dass es am hoch dotierten "Little Miss Sunshine"-Schönheitswettbewerb für Kinder teilnehmen darf.
Der Weg als Ziel
Olive (Abigail Breslin) freut sich auf Kalifornien
Obwohl die Show schon in zwei Tagen im rund 1000 Kilometer entfernten Kalifornien stattfindet und die Finanzen knapp sind, wollen die Hoovers Olives Herzenswunsch erfüllen. Da Flugtickets nicht in Frage kommen, quetscht sich die ganze Sippe in Richards alten VW-Bus. Mit an Bord sind auch Olives heroin- und geltungssüchtiger Großvater und Mentor Edwin (Alan Arkin), ihr suizidgefährdeter Onkel Frank (Steve Carell) und ihr 15-jähriger Bruder Dwayne (Paul Dano), der Nietzsche-Verehrer ist und vor neun Monaten ein Schweigegelübde abgelegt hat. Kein Wunder, dass die Nerven aller Beteiligten bald blank liegen.
Miss Amerika
Richard (Greg Kinnear) und Sheryl (Toni Collette)
Erfolg ist kein Gottesgeschenk, sondern harte Arbeit -- zu dieser Erkenntnis kam das Regie führende Ehepaar Jonathan Dayton und Valerie Faris nach rund vier Jahren der Vorbereitung und 30 Tagen Drehzeit in Kalifornien und Arizona. Von Haus aus sind die beiden Werbefilmer und erfüllten sich mit "Little Miss Sunshine" den Traum, die Welt jenseits der Oberflächlichkeit zu zeigen. Wie viel Spaß sie mit ihrem Spielfilmdebüt hatten, erfährt man im Audiokommentar der DVD.
Das sympathische Duo, das u.a. auch für diverse Musikvideos von Offspring, The Smashing Pumpkins und R.E.M. verantwortlich zeichnet, plaudert über das "Olive"-Casting und erzählt, wie es in New York auf die damals sechsjährige Abigail Breslin aufmerksam wurde. Außerdem erfahren wir, wie sich Alan Arkin nach dem Schnupfen von Vitamin B-Pulver fühlte und lernen den ausführenden Produzenten Marc Turtletaub sowie Faris´ Eltern bei einem Cameo kennen. Unter dem Punkt "Alternative Enden" verraten die Filmschaffenden schließlich, warum das Ende im Drehbuch immer wieder von Autor Michael Arndt umgeschrieben werden musste.
