Little Kitty, Big City im Test: Macht einfach glücklich!

Test Stefan Wilhelm
Little Kitty, Big City im Test: Macht einfach glücklich!
Quelle: PC Games

Katzen sind super. Gänse auch. Little Kitty, Big City ist die Fusion aus Stray und Untitled Goose Game, auf die eure Seele gewartet hat!

Katzenwäsche

Ganze 42 Kopfbedeckungen sorgen dafür, dass wir auf unseren Abenteuern immer schneidig aussehen. Als Items in der Spielwelt stellen sie sicher, dass wir fürs Erkunden gebührend belohnt werden, wir bekommen sie aber oft auch, indem wir Quests abschließen oder unseren Krähenkumpel mit Glitzermüll dafür bezahlen, sie für uns aus Automaten zu holen.

Von der Apfelmütze über den Marienkäferhut bis hin zum Shiba-Inu-Cosplay gibt es hier einiges zu sehen, und wie der Rest des Spiels sind die Hüte mit chirurgischer Präzision dafür designt worden, unsere Niedlichkeitsrezeptoren zu befeuern. Obwohl sich das gewalt- und stressfreie Spiel mit bunter Optik und einfachen Puzzles hervorragend für ein jüngeres Publikum anbietet, kommen auch ältere Katzenfreunde auf ihre Kosten.

Trotz der sehr schlichten Low-Poly-Optik punktet Little Kitty nämlich mit viel Liebe zum Detail, und auch wenn die Animationen nicht so ausgereift sind wie bei der Motion-Capture-Katze von Stray, fühlen wir uns direkt in den schwarzen Pelz hineinversetzt.

Der Bildschirm für alle eingesammelten Katzenmützen. Quelle: Double Dagger Studio Wir schleichen zwischen den Beinen von Fußgängern herum, kratzen bei einem missglückten Sprung an der Wand und reagieren auf Wasser und Gurken absolut allergisch. Unsere Prankenhiebe, mit denen wir Fußgänger zum Stolpern bringen und Gegenstände bewegen, fühlen sich bewusst etwas unbeholfen an.

Die Dialoge werden mit niedlichen Tiersounds vertont und sind unterhaltsam geschrieben. Wenn beim Gespräch mit dem Chamäleon die Sprechblase munter ihre Farbe wechselt, beweisen die Entwickler, dass sie auch auf die kleinen Dinge geachtet haben.

Grumpy wegen der Cat

Der Stadtausflug dient nicht nur dazu, uns selbst und anderen Tieren zu helfen. Den Passanten auf die Nerven zu gehen, gehört auch zum Programm, und hier darf die Katze ihre innere Untitled Goose entfesseln: Haben wir jemanden zu Fall gebracht - entweder absichtlich oder weil ein Smartphone-Zombie über uns gestolpert ist - können wir uns seine Habseligkeiten zwischen die Kiefer klemmen und damit abdüsen.

Handelt es sich dabei um ein Handy, versuchen die Leute, es sich zurückzuholen, damit wir es nicht im Dixi-Klo oder einer Mülltonne versenken. Teils werden wir sogar aus Gebieten getragen, wo wir nicht erwünscht sind. Bis zum Ende wird es auch nicht langweilig, den Fußgängern in die Hacken zu hauen oder ihre Geschäfte und Gärten zu verwüsten.

Der spielerische Fokus liegt aber klar auf Quests und Erkundung, weil wir die Reaktionen der Menschen schnell alle gesehen haben. Wer wirklich psychologische Kriegsführung betreiben will, der muss also nochmal die Gans reaktivieren.

Einen Grund zum Katzenjammern gab uns öfter mal die Steuerung, die vor allem beim Klettern hakelig ausfällt. Dazu gesellten sich in der Testversion noch häufige Clipping-Fehler, wenn wir mit anderen Lebewesen interagieren. Selten hat sich unsere Katze auch gleich ganz in der Umgebung verhakt und musste sich erst wieder freikämpfen.

Die Katze flüchtet mit einem geklauten Handy. Quelle: Double Dagger Studio Für Clipping und Kollisionsprobleme haben die Entwickler aber bereits einen Patch in der Mache. Auch auf der Nintendo Switch tatzt es sich ordentlich durch die Stadt, von gelegentlichen Rucklern und etwas pixeligen Schatten mal abgesehen.

Insgesamt haben wir die fünf bis sechs Stunden als freche Katze sehr genossen. Das Spiel schafft es, seine kleine Welt mit Inhalten zu füllen, die jeden Erkundungstrip belohnen - mit Hüten, witzigen Quests und kleinen Rätseln.

Vier von fünf Pfoten

All das stellt uns vor keine großen Herausforderungen und ist genauso schnell wieder vorbei, wie es begonnen hat, aber damit erfüllt das Spiel genau seinen Zweck: Little Kitty, Big City ist ein kurzes Wellness-Programm für die Seele, das für einen oder zwei Abende wunderbar vom Alltagsstress ablenkt. Außer ihr seid einer der Fußgänger im Spiel. Deren Tag wird nämlich nicht besser, wenn sie den Weg dieser Katze kreuzen!

Wertung zu Little Kitty, Big City (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Little Kitty, Big City (NSW)

Wertung:

8.0 /10
Fazit

Kurz, abwechslungsreich und süßer, als die Polizei erlaubt: Little Kitty, Big City macht ein paar Stunden lang einfach glücklich.

Little Kitty, Big City ist für PC, Xbox Series, Xbox One und Nintendo Switch erschienen und kostet regulär ca. 25 Euro. Auf PC und Xbox ist das Spiel außerdem im Game Pass enthalten. Eine Version für PS4 oder PS5 wurde bisher nicht angekündigt. Transparenzhinweis: Die für diesen Test gespielte Version des Spiels wurde uns vom Entwickler zur Verfügung gestellt.

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