Little Fish getestet

Test Marc Kirzeder

Schnörkellos inszeniert und hochkarätig besetzt, ist diese Mischung aus Thriller und Junkie-Drama ein Geheimtipp

Tracey (Cate Blanchett) benötigt für ihre Geschäftsidee dringend einen Kredit Tracey (Cate Blanchett) benötigt für ihre Geschäftsidee dringend einen Kredit Der Australier Rowan Woods führte u.a. bei 19 Episoden der Sci-Fi-Serie "Farscape" Regie. Mit "Little Fish" lieferte der TV-Profi einen überzeugenden Low-Budget-Spielfilm ab. Für seinen minimalistischen Streifen konnte er Stars wie die "Oscar"-Preisträgerin Cate Blanchett ("Aviator"), Sam Neill ("Jurassic Park") und Hugo Weaving ("Der Herr der Ringe"-Trilogie) verpflichten. Blanchett spielt die 32-jährige Tracey Heart, die auf den ersten Anschein ein ganz normales Leben führt. Sie lebt bei ihrer Mutter (Noni Hazlehurst) in einem Vorort von Sydney und arbeitet in einem Videoladen. Doch noch vor vier Jahren war sie heroinabhängig und konnte die Sucht nur mit der Hilfe ihrer Mutter überwinden. Traceys Vergangenheit holt sie wieder ein, als sie sich geschäftlich selbstständig machen will: Die Banken halten sie für nicht kreditwürdig.

Zukunftsträume

Der drogenabhängige Lionel (Hugo Weaving) will mit Traceys Unterstützung clean werden Der drogenabhängige Lionel (Hugo Weaving) will mit Traceys Unterstützung clean werden Sorgen bereitet darüber hinaus die Sucht von Lionel (Hugo Weaving), des Ex-Freundes von Traceys Mutter. Der bisexuelle einstige Football-Star versinkt seit der Trennung im Selbstmitleid. Mit Traceys Hilfe will auch er einen Entzug beginnen. Als dann unerwartet Traceys Verflossener Jonny (Dustin Nguyen) wieder in Sydney auftaucht, überschlagen sich die Ereignisse. Jonny will mit Traceys Bruder Ray (Martin Henderson) einen lukrativen Drogendeal mit dem berüchtigten Gangster "The Jockey" (Sam Neill) über die Bühne bringen ...

2005 sahnte Rowan Woods’ Film in Australien gleich fünf der begehrten AFI-Awards ab, darunter für Cate Blanchett als beste Hauptdarstellerin und Hugo Weaving als bester Hauptdarsteller. 2006 setzten die beiden Schauspieler ihre erfolgreiche Zusammenarbeit übrigens auf der Theaterbühne in der Inszenierung des Henrik-Ibsen-Stückes "Hedda Gabler" der Sydney Theatre Company fort.

Fazit

Film-Check: Rowan Woods’ Werk kommt ohne Glanz und Gloria daher. Was den Film sehenswert macht, ist zum einen die herausragende Performance der teils gegen den Strich besetzten Darsteller und zum anderen die enorm dichte, intensive Atmosphäre. Die gefährliche Gratwanderung der Protagonistin Tracey zwischen einem Leben ohne Drogen und dem Drogensumpf ist allgegenwärtig und sorgt beim Zuschauer für Spannung und stetes Unbehagen.Auf die Darstellung großer Emotionen oder Gefühlsausbrüche wird verzichtet. Die Charaktere offenbaren ihre wahren Absichten in leisen Zwischentönen. "Little Fish" ist eine interessante Alternative zum üblichen Hollywood-Popcorn-Kino.
DVD-Fazit: Die DVD-Umsetzung der sehenswerten Produktion aus Down Under vermag keine neuen Maßstäbe zu setzen. Bild und Ton stellen soweit zufrieden. Das Bonusmaterial ist nicht gerade üppig und kommt ohne deutsche Untertitel.

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