Bloß ein lauer Aufguss - oder rockt es alles weg? So gut ist Life is Strange Double Exposure!

Test Sönke Siemens Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Bloß ein lauer Aufguss - oder rockt es alles weg? So gut ist Life is Strange Double Exposure!
Quelle: Square Enix

Nach einem Prequel und zwei weiteren Teilen erscheint endlich der direkte Nachfolger zu Life is Strange. Ob Double Exposure das Zeug zum Hit hat, klärt unser Test.

Vor allem Lina Rabea Mohr liefert dabei eine Glanzleistung ab und erweckt Hauptfigur Max mit einer sehr gefühlvollen Stimme brillant zum Leben. Aber auch Fabian Kluckert als Moses Murphy, Bernd Egger als Detective Alderman, Rieke Werner als Amanda Thomas, Alexander Doering als Lucas Colmenero und der Rest der Crew machen einen großartigen Job. Lob gibt es zudem für die guten Animationen und den famosen Soundtrack mit über 65 verschiedenen Musikstücken, die das Geschehen perfekt begleiten und eine breite Palette von Emotionen hervorrufen.

Nicht mit Ruhm bekleckert hat sich Deck Nine hingegen bei der technischen Umsetzung. Neben einer oft seltsam grell wirkenden Beleuchtung störten im Test vor allem zu langsam nachladende Texturen und sich teils störend überlagernde Dialoge. Nicht zu vergessen ein kleines leuchtendes Quadrat, das in einigen Szenen hartnäckig auf dem Kopf meist einer Figur verharrte und auch nach dem Einspielen eines Patches kurz vor Release nicht verschwand.

In einer Szene trafen wir auch auf NPCs, die alle ihre Arme T-förmig zur Seite ausstreckten, egal, wie oft wir zwischen den Realitäten wechselten. Hinzu kommen - selbst, wenn das Spiel auf einer sehr schnellen SSD installiert ist - unzeitgemäße Ladeunterbrechungen, etwa beim Betreten des Uni-Gebäudes. Nachbessern sollte Deck Nine auch bei der Lippensynchronität, die - zum Glück nur in Einzelfällen - nicht immer zum Gesprochenen passt.

Max in Entscheidungssequenz Quelle: Square Enix / Medienagentur plassma

Würdiges Sequel

Wer die bisherigen Life-is-Strange-Abenteuer, aber auch Filme wie Butterfly Effect oder Sliding Doors mochte, wird von Life is Strange: Double Exposure bestens unterhalten. Die knapp zwölfstündige Handlung nimmt schnell Fahrt auf, konfrontiert euch mit glaubwürdig geschriebenen Charakteren und hält einige wirklich starke erzählerische Twists bereit. Dabei scheuen sich die Macher nicht, aufwühlende Themen wie Selbstmord und Drogenkonsum anzusprechen.

Unterm Strich hätten wir uns zwar noch ein paar mehr Schauplätze und deutlich kniffligere Rätsel gewünscht, aber alles in allem fesselt die Geschichte von Anfang bis Ende und motiviert zudem durch zahlreichen Sammelkram sowie einige gut versteckte Geheimnisse zu einem weiteren Durchlauf. Hervorheben möchten wir an dieser Stelle noch einmal die hervorragende deutsche Sprachausgabe. Egal, ob Max, Moses, Safi, Alderman, Amanda oder Lucas - hier hat das Loka-Team wirklich ganze Arbeit geleistet!

Max und Sonnenaufgang Quelle: Square Enix / Medienagentur plassma Technisch hingegen wirkte die Testversion trotz des Last-Minute-Patches noch holprig und unfertig, vor allem, wenn man bedenkt, dass es eigentlich nur ein knappes Dutzend relevanter Charaktere gibt und die Spielwelt sehr überschaubar ist. Bleibt zu hoffen, dass Deck Nine diese Ungereimtheiten mit weiteren Updates schnellstmöglich ausbügelt. Denn abseits davon ist Life is Strange: Double Exposure ein wirklich lohnendes Mystery-Crime-Adventure geworden.

Wertung zu Life is Strange: Double Exposure (PC)

Wertung:

8.0 /10
Fazit

Abgesehen von einigen technischen Ungereimtheiten, etwas zu einfachen Rätseln und einer recht kompakten Spielwelt ist Life is Strange: Double Exposure eine gelungene Fortsetzung mit einer wendungsreichen Handlung, interessanten Charakteren, fantastischer Musik und einer grandiosen deutschen Synchronisation.


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Nachdem Vorbesteller schon zwei Wochen vor Release Zugriff auf die ersten beiden Kapitel von Life is Strange: Double Exposure bekommen haben, ist das Adventure ab dem 29. Oktober 2024 vollumfänglich verfügbar, und zwar neben dem PC auch für Playstation 5 und Xbox Series X/S. Eine Umsetzung für die Nintendo Switch folgt zu einem späteren Zeitpunkt. Transparenzhinweis: Die Testversion des Spiels wurde von Publisher zur Verfügung gestellt.

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