Life is Strange 2 in der gamescom-Vorschau - Drama, Baby, Drama!
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Auf der E3 haben wir Life is Strange 2 noch sehnlich vermisst, auf der gamescom gab es den Titel dann gleich im Doppelpack zu sehen. Im Rahmen einer Präsentation gab uns Publisher Square Enix erst eine kurze Einführung in den zweiten Teil des Adventures, später durften wir dann auch selbst Hand anlegen. Unsere ersten Eindrücke schildern wir euch in der Vorschau.
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Die Vermutungen haben sich bewahrheitet: Life is Strange 2 (jetzt kaufen 599,99 € / 5,99 € ) muss tatsächlich ohne Max Caulfield und Chloe Price auskommen. Stattdessen rückt der zweite Teil des preisgekrönten Adventures zwei männliche Hauptcharaktere in den Fokus. Wie im Vorfeld der gamescom aufgetauchte Leaks bereits nahelegten, dreht sich die Story dieses Mal um den 16-jährigen Sean Diaz und dessen kleinen Bruder Daniel. Damit unterstreichen die Entwickler ihre Ambitionen, etwas Neues auszuprobieren, anderen Figuren eine Bühne zu bieten und bisher ungehörte Geschichten zu erzählen. Die Welt von Life is Strange besteht eben nicht nur aus Arcadia Bay - das stellt das französische Studio Dontnod mit der zweiten Staffel der Serie unter Beweis.
Wer jetzt entsetzt aufschreien möchte, den können wir aber schnell beruhigen. Auch wenn Life is Strange 2 auf das beliebte Duo des Erstlings verzichtet und auch sonst einiges neu macht, hat es sich doch noch immer dieselbe Identität bewahrt. Hier werden nach wie vor emotionale und dramatische Erzählungen geboten. Wie auch bereits bei Die fantastischen Abenteuer von Captain Spirit bieten die Macher einen guten Mix aus altbekannten Stärken und frischen Impulsen, der uns richtig gut gefallen hat.
Zwei Jungen auf der Flucht
Das erneut in fünf Episoden erzählte Abenteuer spielt drei Jahre nach den Geschehnissen des ersten Teils. Wir verfolgen die zwei Brüder Sean und Daniel auf ihrer Flucht entlang der amerikanischen Westküste. Die beiden Jungen laufen vor einem tragischen Erlebnis davon, von dem wir an diesem Punkt noch nicht zu viel verraten wollen. Ihr Weg führt sie dabei von Seattle bis nach Mexiko - dem Heimatland ihres Vater. In Life is Strange 2 kommt somit schnell ein gewisses Roadmovie-Flair auf. Die beiden Protagonisten treffen verschiedene Charaktere und erkunden diverse Kulissen. Dabei lernen sie sich selbst und die Welt um sie herum immer besser kennen.
Ein zentraler Aspekt des Spiels ist die Interaktion zwischen den beiden Hauptfiguren. In der Rolle des großen Bruders müsst ihr euch mit Sean natürlich um Daniel kümmern . Ihr seid für ihn Vormund und Vorbild. Eine ganz schön verantwortungsvolle Aufgabe, die ihr mit einem glücklichen Händchen meistern müsst. Denn: Euer Handeln und euer Umgang mit Daniel haben direkte Konsequenzen. Alles was ihr sagt und tut, nimmt Einfluss auf den Charakter eures jungen Begleiters. Der Kleine erinnert sich an eure Worte sowie Taten und lernt stetig dazu.
Quelle: Dontnod Entertainment
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Uns erklärten die Entwickler das Prinzip anhand einer kurzen Ingame-Szene, die wir während der Präsentation zu sehen bekamen Dort stoßen die beiden Diaz-Brüder auf einem Waldparkplatz auf ein verlassenes Auto. In dessen Inneren lacht den Jungs einer ihrer Lieblingschokoriegel entgegen. Nun gibt es zwei Optionen: Entweder wir üben uns in Geduld und hoffen darauf, die Süßigkeit im nächstbesten Supermarkt zu finden. Oder wir schnappen uns das Objekt der Begierde einfach durch das geöffnete Fenster. Das kostet zwar weniger Geld, dafür zahlen wir aber einen moralischen Preis: Denn Daniel wird nun auch in Zukunft denken, Stehlen sei in Ordnung. Laut den Entwicklern wird es im fertigen Spiele noch viele weitere solcher Situationen geben, die den Spieler dazu anhalten sollen, seine Entscheidungen und deren Auswirkungen zu bedenken.
Auch Gespräche spielen wieder eine zentrale Rolle. Entsprechend ist Life is Strange 2 erneut sehr konversationslastig. Dabei ist es ziemlich egal, ob es nun um eine herkömmliche Hausparty oder eine komplexe Vater-Sohn-Beziehung geht. Um die vielen Unterhaltungen so ansprechend wie mögliche zu machen, hat sich Dontnod ein neues dynamisches Dialogsystem überlegt. Auch in die KI für Daniel haben die Entwickler wohl viel Arbeit gesteckt, sodass sich der 9-Jährige so authentisch wie möglich verhält und auf diese Weise für zahlreiche lustige, herzerwärmende aber auch nachdenkliche Momente sorgt - welche die Welt von Life is Strange zum Leben erwecken.
Verbesserungen für Altbewährtes
Aber auch eure Umgebung selbst hat zahlreiche interessante Geschichten zu erzählen. Überall gibt es neue Informationen und Geheimnisse zu entdecken. Ein scharfes Auge für euer Umfeld kann sich also durchaus bezahlt machen. Alleine im Haus der Familie Diaz verstecken sich schier unendlich viele Details. An jeder Ecke wartet ein Gegenstand, mit dem ihr interagieren könnt. Nehmen wir dann noch Seans Tagebuch und seine SMS hinzu, werden wir mit Informationen beinahe zugeschüttet. Damit ist das Gameplay dem Vorgänger recht ähnlich: Die meiste Zeit lauft ihr fleißig klickend und lesend durch die Welt von Life is Strange 2 und werdet dabei regelmäßig vor teils mehr, teils weniger weitreichende Entscheidungen gestellt.
Einige Gameplay-Neuerungen gibt es dann aber natürlich auch noch. Zur besseren Übersicht wurde etwa die To Do-Liste aus Captain Spirit übernommen. So könnt ihr gerade zu Beginn recht problemlos verfolgen, was es als nächstes zu tun gilt. Auch das Inventar hat Dontnod aus seinem kostenlosen Mini-Adventure kopiert. Im entsprechenden Menü habt ihr nun jederzeit die Möglichkeit, zu sehen, was Sean gerade bei sich trägt und Gegenstände aus Rucksack und Hosentaschen zu eurem Vorteil zu nutzen.
Quelle: Dontnod Entertainment
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Optisch gibt es ebenfalls ein paar Änderungen anzumerken: Die Entwickler bleiben dem Stil des Vorgängers treu, der charmante Comic-Look hat auch im zweiten Teil nichts von seinem Reiz verloren. Dank der Leistung der Unreal 4 Engine sieht die Grafik aber weitaus besser aus als noch im Erstling. Das Adventure überzeugt zudem mit toller Weitsicht und einer beeindruckenden Detailtiefe. So sehen gerade Naturkulissen wie Wälder, Seen und Sonnenuntergänge wirklich malerisch aus und machen das Spiel zu einem atmosphärischen Erlebnis. Auch dank der perfekt abgestimmten musikalischen Untermalung von Komponist Jonathan Morali, der bereits im ersten Teil der Serie entscheidend mitwirkte.
Zusammen mit den kleinen technischen Verbesserungen - etwa der überarbeiteten Lippensynchronität oder den neuen Gesichtsanimationen - ergibt sich so ein stimmiges Gesamtpaket. Abwechslungsreiches Gameplay oder bombastische HD-Grafik werden uns wohl auch in Staffel 2 von Life is Strange nicht erwarten. Doch die Geschichte um Sean und Daniel Diaz bietet reichlich Potenzial für ein packendes, emotionales Drama. Wir warten gespannt auf den Release am 27. September.
