Lies of P: Preview mit Video - Ungelogen ein richtig gutes Soulslike!

Special Stefan Wilhelm
Lies of P: Preview mit Video - Ungelogen ein richtig gutes Soulslike!
Quelle: Neowiz / Round8

Am 19. September erscheint mit Lies of P eines der spannendsten Actionspiele des Jahres. So düster und bizarr wurde Pinocchios Märchen noch nie erzählt - und vermutlich hatte es der Holzjunge auch noch nie so schwer, ein echter Mensch zu werden.

Auch, wenn die Originalgeschichte schon 140 Jahre auf dem Buckel hat, dürfte den meisten Kindern das Märchen von Pinocchio heute noch ein Begriff sein. Die Holzpuppe, die auf ihrem Weg zum richtigen Jungen Abenteuer mit fantasievollen Figuren erlebt, bietet sich natürlich auch hervorragend für ein Videospiel an. Allerdings dürfte das, was die südkoreanischen Entwickler von Neowiz und Round8 aus dem Stoff gemacht haben, nicht mehr unbedingt den pädagogischen Auftrag der Ursprungsgeschichte erfüllen.

Lies of P (jetzt kaufen 95,92 € ) ist nämlich eine düstere Horrorversion von Pinocchio, in der nicht nur gelogen, sondern auch ordentlich gemetzelt wird, und zwar im Soulslike-Format. Wir durften die Demo des Hitkandidaten schon vorab durchspielen, und eines ist klar: So schwer war Pinocchios Weg zum echten Jungen noch nie.

I, Puppet

Lies of P spielt in der fiktiven Stadt Krat, die durch die Entdeckung der Substanz Ergo und dem Bau von lebendigen Puppen zu großem Reichtum gelangt ist. Aus einem noch unbekannten Grund sind den Robotern aber sämtliche Sicherungen durchgebrannt, deswegen hat sich die Stadt zum Zeitpunkt des Spiels in einen technologischen Albtraum verwandelt.

Offenbar hat der alte Puppenschnitzer Geppetto irgendetwas mit der Katastrophe zu tun - weil aber niemand weiß, wo er abgeblieben ist, wird sein Meisterwerk Pinocchio nach Krat geschickt, um ihn zu suchen und Licht ins Dunkel zu bringen.

Pinocchio steht vor einer Statue. Quelle: Neowiz Schon am Bahnhof von Krat stellt sich heraus, dass der Holzjunge hier mit Lügen und Fleiß alleine nicht weit kommen wird. Die Puppen, die vorher als Wachen, Portiers und Schauspieler im Vergnügungspark eingesetzt wurde, staksen unheimlich durch die Straßen und greifen jeden, der noch am Leben ist, bei Sichtkontakt an. Zum Glück ist Pinocchio ein begnadeter Schwertkämpfer!

Danse Macabre

Das Gameplay wird sich für jeden Kenner des Genres sofort vertraut anfühlen. Eine Ausdauerleiste, die Fähigkeit zu Blocken und zu Parieren und auch Features wie Backstabs und Sturzangriffe sind an Bord. Zähe Gegner lassen sich durch fortwährende Angriffe und Paraden in den "Groggy"-Zustand versetzen, der uns die Möglichkeit für einen Finisher eröffnet.

Als Maschine darf Pinocchio auch Gagdets an seinem linken Arm befestigen, von denen in der Demo aber nur ein Greifhaken zur Verfügung steht, mit dem wir Gegner zu uns ziehen. Checkpoints, die bei Benutzung alle Gegner respawnen lassen, gibt's natürlich auch, genau wie freischaltbare Abkürzungen und eine Währung, die wir am Ort unseres Todes liegen lassen.

Lies of P hat aber auch eine coole, eigene Idee in (Gep-)petto: Waffen sind in Griffe und Klingen unterteilt, die nicht nur jeweils eigene Spezialfähigkeiten mitbringen, sondern auch frei miteinander kombiniert werden dürfen. Der Griff bestimmt dabei, wie die Angriffe der Waffe aussehen.

Damit wir dann nicht einfach eine Großschwertklinge auf einen flotten Säbelgriff bauen und so den einzigen Nachteil des Großschwerts aushebeln, skaliert das Spiel die Werte entsprechend herunter. Schadensart und Moveset lassen sich mit der Funktion aber frei verändern, was in einem Soulslike ebenso wichtig ist wie hoher Schaden.

Ein Polizeiroboter mit roten Augen packt Pinocchio. Quelle: Neowiz Wie bei Elden Ring skalieren die Werte einer Waffe mit unseren Attributen, die wir beim Level-up erhöhen. Auch diese Skalierungen lassen sich mit entsprechenden Items verändern. Diese Features versprechen eine große Bandbreite an Kombinationen, die mit jedem neuen Prügel, den wir finden, exponenziell größer wird.

Da trifft es sich gut, dass die Kämpfe in Lies of P schon zu Beginn ordentlich Laune machen. Das Trefferfeedback ist saftig, die Animationen können sich sehen lassen und auch die Gegnerplatzierung wirkt stimmig. Der Trumpf des Spiels im Vergleich zu seinen Konkurrenten sind ganz klar seine Roboterfeinde. Durch ihre Bewegungen sehen sie nicht nur unheimlicher aus als der durchschnittliche Ritter oder Zombie, sondern sind auch deutlich kniffliger zu lesen.

Die Abgehackten, denen wir auch mal was abhacken

Vor allem am ersten Boss, dem gruseligen Paradenmeister, haben wir uns deswegen ordentlich die Zähne ausgebissen. Ein menschlicher oder tierischer Gegner müsste bei jedem Angriff ausholen und seine Bewegungen würden logischer ineinander übergehen.

Die Roboter in Lies of P bleiben aber auch mal mitten im Angriff hängen, schlagen plötzlich schneller zu oder drehen ihren ganzen Oberkörper herum, um uns von der anderen Seite zu treffen. Haben wir die Lebensleiste des Bossgegners genügend dezimiert, reißt er sich dann auch noch den Kopf ab, um damit auf uns loszugehen. Das sieht nicht nur beeindruckend und creepy aus, es gibt dem ansonsten recht routinierten Gameplay seine ganz eigene Note.

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