Layers of Fear 2 im Test: Wie gruselig ist die Fortsetzung zum Horror-Geheimtipp? Jetzt auch mit Testvideo!

Test Jan Dangschat Lukas Schmid
Layers of Fear 2 im Test: Wie gruselig ist die Fortsetzung zum Horror-Geheimtipp? Jetzt auch mit Testvideo!
Quelle: PC Games

In Layers of Fear 2 begebt ihr euch als Schauspieler auf ein Kreuzfahrtschiff, um dort einen Film zu drehen. Doch aus euren Auftritt wird nichts, denn auf dem Dampfer geht nicht alles mit rechten Dingen zu und ihr müsst euch euren inneren Dämonen stellen. Ob dieser Horror-Trip überzeugen kann, lest ihr in unserem Test!

Im Jahr 2016 konnte Layers of Fear viele Horror-Fans begeistern und beeindruckte vor allem durch eine unheimliche Atmosphäre sowie ein spannendes Szenario. Ein psychisch kranker Maler stand im Mittelpunkt des Gruselspiels.

Der Nachfolger versucht sich erneut an einer interessanten Prämisse: Auf einem Kreuzfahrtschiff übernehmen wir die Rolle eines Schauspielers. Auf dem Dampfer geht es aber nicht mit rechten Dingen zu und es liegt an euch, die Hintergrundgeschichte eurer Spielfigur aufzudecken.

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Horror auf hoher See

Mehr als oft gibt es klare Anspielungen an die unterschiedlichsten Filme. Hier haben sich die Macher zum Beispiel von Metropolis inspirieren lassen. Quelle: PC Games Mehr als oft gibt es klare Anspielungen an die unterschiedlichsten Filme. Hier haben sich die Macher zum Beispiel von Metropolis inspirieren lassen. Layers of Fear 2 verzichtet dabei auf eine Einleitung und wirft euch direkt ins Geschehen. Wer genau ihr seid und was ihr hier macht, müsst ihr selber herausfinden. Die Story wird dabei sehr kryptisch erzählt, treibt aber zum Weiterspielen an. Unter anderem findet ihr immer wieder Hinweise auf zwei Kinder, die sich auf das Schiff geschlichen haben. Wer sind die beiden und warum befinden sie sich an Bord? Ihre Geschichte war für uns beim Testen die Hauptmotivation, das Horror-Adventure bis zum Ende zu erleben. Zwar ist die Erzählweise nicht sehr originell und wird zum größten Teil durch Notizen sowie Objekte in der Spielwelt vorangetrieben, doch da der Titel nach und nach seine Geheimnisse preisgibt, steigt die Spannung zum Ende hin konstant an. Auch das Thema des Schauspiels wird immer wieder auf interessante Weise in die Spielwelt integriert und birgt einige Anspielungen auf die frühe Zeit der Filme, wirkt insgesamt aber etwas aufgesetzt und will nicht wirklich zur Erzählung passen. Doch zu viel von der Handlung wollen wir an dieser Stelle nicht verraten, da diese Dreh- und Angelpunkt von Layers of Fear 2 ist. Abseits der Geschichte bietet der Titel jedoch nicht viel und kann nicht vollends überzeugen.

Nicht viel zu tun

Da ist zum einem die geringe spielerische Vielfalt. Den Großteil des Abenteuers verbringt ihr damit, euch einfach durch die Gänge des Schiffes zu bewegen. Zur Auflockerung gibt es dann kleine Rätsel, die entweder sehr einfach oder sehr unklar sind, aber immerhin für Durch Objekte erhaltet ihr mehr Informationen zu den Hintergründen des Spiels. Beim Betrachten wird euch immer etwas zum Gegenstand erzählt. Quelle: PC Games Durch Objekte erhaltet ihr mehr Informationen zu den Hintergründen des Spiels. Beim Betrachten wird euch immer etwas zum Gegenstand erzählt. etwas Abwechslung sorgen und schön insziniert sind. Ebenso kommt es immer wieder zu Verfolgungsjagden, durch die versucht wird, etwas Spannung aufzubauen. In diesen Passagen müsst ihr vor einem Gegner fliehen. Werdet ihr gefasst, startet ihr vom letzten Kontrollpunkt. Oftmals setzen diese Sequenzen auf Trial & Error. Der richtige Weg ist nämlich nicht immer eindeutig. Durch mehrfaches Ableben scheitert der Titel bei dem Versuch, Spannung aufzubauen und es setzt sogar Frust ein. Diese künstliche Erzeugung von Stress passt nicht ganz zu Layers of Fear 2 und fühlt sich häufig überflüssig an. Das wäre zu verzeihen, wenn der Titel wenigstens eine gruselige Atmosphäre vorzuweisen hätte. Aber auch hier kann der Horror-Trip nicht begeistern.

Kein richtiger Grusel

Ihr werdet euch nicht nur auf den Kreuzschiff wieder finden, oftmals verwandelt sich die Spielwelt in obskure Level. Quelle: PC Games Ihr werdet euch nicht nur auf den Kreuzschiff wieder finden, oftmals verwandelt sich die Spielwelt in obskure Level. Grund dafür sind unter anderem die wenig überraschenden Schockmomente. Nur selten sind wir beim Spielen wirklich zusammengezuckt und die Jumpscare-Momente haben nie so richtig gezündet. Das ist natürlich auch eine Frage des eigenen Empfindens, doch oftmals arbeitet Layers of Fear 2 mit sehr bekannten Klischees. Eine gruselige Atmosphäre baut das Grusel-Abenteuer auch fast nie auf. Dafür passiert deutlich zu viel und es gibt nur wenige Momente zum Durchatmen. Tatsächlich liegt der Fokus mehr auf Schreckmomenten und der ständigen Veränderung der Umgebung. Diese sponanten räumlichen Wechsel kommen derart häufig vor, dass man sich nie orientieren kann. Sobald man mal ein Gefühl für die Umgebung bekommen hat, wird der Aufbau auch schon über Bord geworfen und ihr findet euch ganz wo anders wieder. Natürlich soll das den Psycho-Horror unterstützen, allerdings wird dies so häufig genutzt, dass der ganze Effekt schnell seinen Reiz verliert. Ebenso ist das Schiff unfassbar linear, es gibt immer nur einen Weg, der weiter führt. Der Schauplatz dient dann dann nur noch als Kulisse und auch die spielerische Freiheit fällt flach, denn selbst erkunden kann man den Ort nicht. Sehr schade, denn grafisch kann sich der Titel echt sehen lassen.

Ansprechende Technik

Audiovisuell kann man Layers of Fear 2 dafür nicht viel ankreiden. Die Grafik ist auf hohem Niveau und bietet sehr scharfe Texturen. Visuell erinnert das Gruselspiel an die P.T.-Demo und wirkt sehr realitätsnah. Jedoch wechselt der Titel sehr häufig in eine Schwarz-Weiß-Optik, wodurch zwar eine Die Optik von Layers of Fear 2 kann definitiv überzeugen, die Umgebungen wirken realistisch und passen perfekt zum Szenario Quelle: PC Games Die Optik von Layers of Fear 2 kann definitiv überzeugen, die Umgebungen wirken realistisch und passen perfekt zum Szenario interessante Licht-Schatten-Dynamik entsteht, aber auch viele Details im Dunkeln versinken. Zudem ein Hinweis für Personen, die an Motion-Sickness leiden: Durch die realistische Optik und die gleichzeitige Verwirrung durch die ständige Veränderung der Umgebung kann der Titel Übelkeit auslösen, trotz Einstellungsmöglichkeiten bezüglich des Field of Views. Die Soundkulisse ist gut gelungen und auch die wenigen Sprecher leisten gute Arbeit. Allerdings, anstatt Musik und Soundkulisse geschickt zu nutzen, um eine gruselige Grundstimmung zu erzeugen, dachten sich die Entwickler in viel zu vielen Momenten offenbar: "Hauptsache laut!" Dann kracht und dröhnt es um einen herum und vom angepeilten Horror-Effekt bleibt nichts übrig.

Alles in allem bietet Layers of Fear 2 eine packende Geschichte mit einem interessanten Szenario und kann vor allem auf audiovisueller Ebene überzeugen. Doch nervige Verfolgungsjagden, einfache oder unklare Rätsel, schwache Schockmomente und er fehlende Erkundungsaspekt vermiesen den Horror-Aspekt. Der Grusel-Trip ist mit einer Spielzeit von fünf bis sechs Stunden zudem nicht besonders lang, bietet aber immerhin unterschiedliche Enden. Deutlich länger wird der Besuch des Kreuzfahrtschiffes dadurch aber auch nicht.

Meinung

Wertung zu Layers of Fear 2 (PC)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Interessante GeschichteSelten genutztes SzenarioBeeindruckende Grafik
Keine Erkundung, einfaches abklappern von RäumenRätsel entweder sehr einfach oder unklarLangweilige SchockmomenteAnstrengende VerfolgungsjagdenVerwirrender Aufbau
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