Sound am PC: Surroundsound - analog, digital, virtuell
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Mit guten Lautsprechern oder Kopfhörern machen Spiele, Filme und Musik mehr Spaß - doch welche Anschlussarten gibt es, und sind Kopfhörer oder Lautsprecher die bessere Wahl? Was ist eine Surroundsound-Simulation, und analoger und digitaler Sound? Wir klären diese Fragen und haben auch eine kleine Übersicht mit Stereo-Boxensets für den PC erstellt.
Surroundsound: Analog, Digital und virtuell
Auf der vorigen Seite ging es um zwei Vorteile von digitalem Sound - der erste war, dass es keinen Qualitätsverlust auf dem Weg vom PC zum Ausgabegerät gibt. Der zweite Vorteil gilt für Surroundsettings mit Lautsprechern. Denn überträgt man Surroundsound digital, ist nur ein einziges Kabel nötig. Analog hingegen benötigt drei Stereo-Kabel, um 5.1-Sound zu verwenden. Diese verbindet man mit drei Stereo-Buchsen des PCs, die dafür vorgesehen sind. Dreimal Stereo ergibt sechs getrennte analoge Kanäle. Dies ist für das, was man unter Surroundsound versteht, nötig, denn 5.1 Sound bedeutet ja nichts anderes, als dass es 6 Boxen gibt, die jede ein eigenes Signal braucht: Je eine Box vorne links und rechts, je eine hinten links und rechts und eine mittig vorne (Center) sowie der Subwoofer. Dabei müssen die Signale im analogen Verfahren getrennt sein, was wir ja zuvor schon mit unserer Bemerkung über die voneinander isolierten Segmente der 3,5mm-Stecker andeuteten. Würde man zum Beispiel die Soundinformationen für den Subwoofer und den Center nur per Mono-Kabel, also einem einzigen Strom versenden, würden sie sich unwiderruflich vermischen wie die Zutaten eines Kuchens, allerdings deutlich schlechter schmecken als ein Kuchen.
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So würde beispielsweise der Subwoofer nicht nur versuchen, auch die Töne abzuspielen, die an sich nur für die Centeer-Box gedacht waren - vielmehr können sich die unterschiedlichen Stromschwankungen auch gegenseitig auslöschen oder aufaddieren. Der Sound würde allgemein einfach matschiger und weniger dynamisch klingen. Ebenso wären links und rechts nicht mehr zu unterscheiden. Bei der digitalen Übertragung aber können die Sounddaten zusammengepackt versendet werden - das Gerät am anderen Ende, zum Beispiel ein AV-Receiver, entpackt die Daten und kann die sechs einzelnen Kanäle getrennt an die Boxen weitergeben. Richtige analoge Boxensets sind inzwischen eine absolute Seltenheit geworden, auch da ein halbwegs akzeptables Set vielen zu teuer war beziehungsweise man für das Wunschbudget, das die meisten als Maximum im Sinn hatten, keinen guten Sound bekam. Denn rechnet man pro Box 20 Euro, was keine besonders gute Qualität ergibt, ist man schon bei 120 Euro, was vielen Gamern für die Lautsprecher bei einem PC schon recht viel erschien. Halbwegs okay waren erst Sets ab 200, 250 Euro aufwärts. Und als negatives Sahnehäubchen obendrauf kam noch dazu, dass ein solches Boxenset viel Platz braucht und abermals schlechter klingt, wenn die hinteren Boxen nicht mal einen Meter vom Nutzer entfernt oder sogar nur auf dem Boden stehen. Auch die Position für die Centerbox ist bei vielen typischen Schreibtisch-Settings ein Problem. Wer genug Platz und Geld hatte, setzte daher oft lieber direkt auf eine richtige Anlage mit AV-Receiver und einzeln gekauften Boxen.
Quelle: Logitech
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Ein zweiter, vielleicht sogar der wichtigere Grund, warum es kaum mehr analoge Surroundboxensets gibt, ist virtueller Surroundsound. Das bedeutet, dass die Surround-Töne von Filmen oder Spielen in ein Stereosignal umgerechnet werden und man mit normalen Stereo-Kopfhörern eine recht ordentliche Surroundsimulation erhält, die zum Beispiel bei Shootern eine erstaunlich genaue Ortung von Geräuschen erlaubt. In den letzten Jahren wurde die Software für Surroundsound-Simulation vor allem für Kopfhörer immer weiter verbessert, wobei die Algorithmen auch aus einem schon ganz zu Anfang erwähnten Grund so gut funktionieren, nämlich den extrem kurzen Schallwegen von der Kopfhörermuschel bis zum Trommelfell. Daher können die Algorithmen einen Stereosound berechnen, bei dem der Nutzer später wirklich bestimmte Sounds eindeutig eher von "hinten links" und nicht einfach nur "von links" hört. Dies schafft die Software, indem sie minimale Frequenz- und Timing-Unterschiede in das Soundsignal einbaut, was das menschliche Ohr so wahrnimmt, als käme der Sound nicht nur von direkt der Seite. Über Lautsprecher funktioniert die ganze Sache zwar prinzipiell auch, aber deutlich schlechter, da die Software nicht wissen kann, wohin die Schallwellen quasi zielen sollen.
Sie weiß nicht, wie weit der Nutzer entfernt ist und wo genau er sitzt, hinzu kommen als Erschwernis Schallreflexionen von Möbeln und Co sowie Soundunterschiede durch Raumform und -größe, durch die im schlimmsten Fall ein Geräusch, dass von hinten rechts kommen sollte, von vorne links zu kommen scheint. Ein virtueller Surroundsound über Lautsprecher kann daher zu falschen Ergebnissen führen, wobei sich bei Filmen trotz der Ungenauigkeit durchaus das Gefühl des Mittendrin-Seins ergeben kann. Trotzdem gilt: Einfach mal ausprobieren - vielleicht klappt es ja doch oder klingt zumindest gut genug und besser als purer Stereosound. Viele Games berechnen inzwischen einen solchen virtuellen Surroundsound, vor allem für Kopfhörer, von sich aus - früher war dazu noch die Treibersoftware des Kopfhörers und/oder ein integrierter Soundchip nötig, der nur beim Betrieb per USB funktioniert. Ein kurzer Hinweis noch zu Bluetooth-Kopfhörern: Hier kann es eine gewisse Verzögerung geben, da die Technik nicht unbedingt auf Gaming ausgelegt ist - für Spieler empfehlen wir daher, wenn es unbedingt kabellos ablaufen soll, einen Funkkopfhörer, der auch für Gaming gedacht ist.
