PC-Boxensets: Surroundsets, Nahfeldmonitore
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Mit einem ordentlichen Lautsprecherset für den PC machen viele Spiele erst richtig Spaß. Wir erklären euch Dinge und Begriffe rund um PC-Boxensets wie 2.0, 2.1, 5.1, Surround und klären, was passive Boxen und Nahfeldmonitore sind. Dies soll euch die Kaufentscheidung erleichtern. Zudem haben wir eine Marktübersicht mit 46 PC-Boxensets vorbereitet.
Surround: Am Schreibtisch kaum mehr gefragt
Bis vor wenigen Jahren gab es noch eine recht große Auswahl an Surroundboxensets, die für den Anschluss an den PC gedacht waren.
In diesem Artikel
Der Anschluss erfolgt dabei mit drei Steckern für den Anschluss an eine Soundkarte oder an die Audioports eines kompatiblen Mainboards, in seltenen Fällen, wie schon zuvor beschrieben, auch digital (optisch SPDIF).
Quelle: Logitech
Logitech Z607
Inzwischen gibt es weniger als zehn solcher Sets, die auch bei nennenswert vielen Händlern lieferbar sind (meist unter 150 Euro). Dies hat, zumindest aus unserer Sicht, drei Hauptursachen:
- Immer mehr Nutzer bevorzugen guten Stereoklang anstelle zum gleichen Preis zwar Surroundsound zu haben, dies aber auf einem deutlich schwächeren Niveau. Denn man muss bedenken: Für einen Preis von beispielsweise 100 Euro - die meisten aktuellen Sets kosten, wie oben erwähnt, weniger als 150 Euro - entfallen bei einem Surroundboxenset geschätzt nur etwa 15 Euro auf jede der fünf Boxen, 25 Euro auf den Subwoofer und die Verstärkereinheit. Bei einem Stereoset sind es aber pro Box 50 Euro beziehungsweise (bei 2.1) je etwa 30 bis 40 Euro für Subwoofer und die beiden Boxen - dies macht beim Klang natürlich einiges aus.
- Der verfügbare Platz, wenn man seinen PC klassisch an einem Schreibtisch nutzt, hat sich ebenfalls als häufiges Problem herausgestellt. Wer hinter sich viel Platz hat, wird die hinteren Boxen recht weit wegstellen. Wer wiederum hinter sich nur wenig Platz hat, der sitzt zu nah an den hinteren Boxen. In beiden Fällen ist dies ein Nachteil: Lehnt man sich ein wenig vor oder zurück, sind die jeweils näher an der Sitzposition platzierten Boxen relativ gesehen direkt deutlich dominanter als sie es sein sollten. Ein optimales Platzieren, wenn man an einem Schreibtisch sitzt, ist stets ein recht schweres Unterfangen.
- Seit einigen Jahren gibt es äußerst gut funktionierende Surroundsound-Simulationen für Stereo-Kopfhörer. Dementsprechend haben Kopfhörer, vor allem aber Headsets mit einem integrierten Soundchip (zu erkennen daran, dass das Headset einen USB-Anschluss hat) einen wahren Boom erlebt. Denn per Kopfhörer und einer guten Software-Raumklang-Simulation kann man in den entsprechenden Games die Gegner gut orten und fühlt sich mitten im Geschehen - hinzu kommt, dass vom Kaufpreis "nur" ein Stereokopfhörer und ein günstiges Mikrofon sowie bei USB-Varianten ein kleiner Soundchip bezahlt werden muss und nicht fünf Boxen, ein Subwoofer sowie ein Verstärker. Viele Gamer nutzen inzwischen für Spiele, bei denen eine Ortung wichtig ist, ein Headset und für andere Games sowie Musik und Filme ein ordentliches Stereoboxenset. Manch einer benutzt sogar nur noch ein Headset - wir konzentrieren uns aber auf Lautsprecher und nehmen uns als nächstes das Thema Nahfeldmonitore vor..
Nahfeldmonitore: Gute Alternative
Manch einer wird möglicherweise bei der Suche nach einem neuen Lautsprecherset für den PC auf das Wort "Nahfeldmonitore" (auch "Studiomonitore") gestoßen sein.
Das Wort "Monitor" hat hier mit dem Englischen Wort "to monitor" zu tun, was so viel wie "überwachen" bedeutet. Bei Nahfeldmonitoren geht es um das Überwachen eines Tonsignals, denn diese Lautsprecher sind für den professionellen Einsatz im Bereich von Radio-, Bühnen- und Tontechnik gedacht. Man will möglichst genau Fehler im Sound feststellen oder auch ganz bestimmte Dinge heraushören. Hierzu sollte eine Box möglichst neutral klingen und nichts verschönern oder verschweigen - dies geht freilich aber nur für einen relativ hohen Preis. Inzwischen gibt es auch viele Lautsprecher, die den Klang für einen solchen Zweck gar nicht differenziert genug darstellen können, aber mit dem Label Nahfeld-Monitor vermarktet werden, da sie meist trotzdem im Vergleich zu einem Multimedia-Boxenset neutraler klingen und beispielsweise für Hobby-Musiker dank erschwinglicher Preise ein halbwegs ordentliches Abmischen von Musik erlauben.
Quelle: Mackie
Mackie CR-Serie Nahfeldmonitor
Die Übergänge zwischen Multimedia-Boxen und Nahfeld-Monitoren sind daher fließend, und gerade die etwas günstigeren Nahfeldmonitore (zwischen 70 und 300 Euro) sind auch für Gamer eine sehr gute Alternative, wenn sie nicht unbedingt einen (oft übertrieben) bombastischen Sound wünschen, sondern gerne mehr Details und weniger Tamtam heraushören möchten. Gerade bei Musik klingen solche Nahfeldmonitore, bei denen man in der Regel auf einen Subwoofer verzichtet, oft deutlich besser als ein gleichteures Multimedia-Boxenset mit Subwoofer. Letzteres hat zwar mehr Bass zu bieten, aber ein ausreichend großer Nahfeldmonitor hat trotzdem genug Bass, um auch im etwas tieferen Tonbereich Freude zu bereiten. Am Ende ist es freilich auch Geschmackssache: wer den Bass in der Magengrube mehr liebt als die Details der mittleren und höheren Frequenzen, wird beim gleichen Budget durchaus mit einem 2.1-Set glücklicher. Wichtig zu wissen ist bei Nahfeldmonitoren, dass sie vor allem ab einem Preisbereich über 80 bis 100 Euro (Stückpreis!) häufig einzeln verkauft werden und keine Kabel im Lieferumfang dabei sind, damit man sie als professioneller Anwender nach seinem Wunsch platzieren und verbinden kann. Es können also Adapter sowie gegebenenfalls ein separater Lautstärkeregler, um beide Boxen gleichzeitig zu regeln, nötig sein.
