Laurel Canyon - Irgendwo zwischen Hollywood und dem Rest der Welt ?

Test

Christian Bale und Kate Beckinsale geben sich spießig. Wie ordentlich ist die Umsetzung auf DVD?

Sam (Christian Bale) und seine Verlobte Alex (Kate Beckinsale) wollen weg von der Ostküste und im sonnigen L. A. Karriere machen. Obwohl die beiden Harvard-Absolventen einen konservativen und pingeligen Lebensstil bevorzugen, nehmen sie das Angebot von Sams exzentrischer Mutter Jane (Frances McDormand) an, vorübergehend ihr leer stehendes Haus im Musiker- und Künstlerviertel zu nutzen. Alex möchte dort in Ruhe ihre Dissertation über Fruchtfliegen beenden und Sam sich eine Stelle als Assistenz-Arzt im örtlichen Krankenhaus suchen.

Doch als die beiden einziehen wollen, fangen die Probleme an. Von wegen leer stehendes Haus! Jane, ihres Zeichens Musikproduzentin und bekennende Hippie-Mutter, arbeitet mit einer jungen Band im hauseigenen Tonstudio frei nach dem Motto "Sex, Drugs & Rock´n´Roll". Und ein Ende der lärmenden Aufnahmen ist nicht in Sicht.

Bereits im Jahr 1998 ließ sich die in L. A. geborene Regisseurin Lisa Cholodenko von Joni Mitchells Song "Ladies of the Canyon" inspirieren, das Drehbuch zu "Laurel Canyon" zu schreiben. Ihr Grundgedanke war, eine humorvolle Hommage an die Filme der frühen 70er zu schaffen.

Dies gelang dank der hervorragenden Leistungen von Christian Bale (der bald als "Batman" zu sehen sein wird), Kate Beckinsale ("Van Helsing") und Frances McDormand ("Almost Famous").

Wer mehr über die ambitionierte Filmemacherin Cholodenko in Erfahrung bringen möchte, wird mit dem aufschlussreichen Regiekommentar und dem ca. 21-minütigen Interview im Bonusmaterial der DVDzufrieden sein. Hier berichtet die Regisseurin u.a., wie genau sie es mit der Umsetzung ihres Skripts genommen hat.

In Sachen Ausstattung und Technik ist die Scheibe mit der bereits in DVD VI- SION Ausgabe 09/2003 getesteten Code- 1-Scheibe identisch. Ebenfalls keine Unterschiede gibt es zwischen der Verleih- und Verkaufsversion von Anbieter Columbia TriStar. MN

Fazit

Film-Check: Eine mit viel Gefühl inszenierte Mutter-Sohn-Geschichte, die trotz einiger Längen zu fesseln vermag. Das zweite Projekt von Lisa Cholodenko ("High Art") handelt von alltäglichen, zwischenmenschlichen Problemen, die sie mit einem Hauch Erotik und einigen humorvollen Einlagen gekonnt aufgepeppt hat. Nicht zuletzt tragen die guten Darsteller zum Gelingen bei.
DVD-Fazit: Die Story über zwei unterschiedliche Welten, die aufeinander prallen, ist nicht neu. Dennoch macht es Spaß Frances McDormand dabei zuzusehen, wie sie als freizügige Hippie-Tante ihren stocksteifen Sohn in den Wahnsinn treibt und zugleich dessen Verlobte in Versuchung führt. Audiovisuell ist die DVD kein Überflieger, aber dennoch mehr als passabel umgesetzt.

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