Landwirtschaftssimulator 25 im Test: Konsequente Weiterentwicklung mit kleinen Schwächen
Test
Mit dem Landwirtschaftssimulator 25 schickt Entwickler Giants Software seine Flaggschiff-Simulation in die nächste Runde. Größer, besser, umfangreicher lautet dabei das Motto. Ob dieser Plan aufgeht, klären wir im Test.
Zudem verdient die Karriere ihren Namen nur bedingt, denn nach dem Tutorial macht uns das Spiel keinerlei weitere Vorgaben, was wir zu tun und zu lassen haben. Konkrete Missionen abseits der bereits aus dem LWS 22 bekannten Aufträge gibt es also nicht.
Wenn ihr jetzt aber denkt: Moment mal, spielt sich der LWS 25 dann genauso wie der LWS 22? Dann können wir euch sagen: ja und nein. Denn wer die ersten ein bis zwei Spielstunden hinter sich gelassen hat und tiefer unter die Haube schaut, entdeckt nach und nach diverse kleine und große Neuerungen.
Neue dynamische Effekte, aber alte technische Schwächen
Eine der zentralen Änderungen, mit der Entwickler Giants Software den LWS 25 im Vorfeld beworben hat, ist die überarbeitete Grafik. Dynamische Schatten und Lichteffekte sowie glaubhafte Wasserbewegungen sollen im Spiel für mehr Immersion sorgen.
Quelle: PC Games
Landwirtschaftssimulator 25 im Test: Konsequente Weiterentwicklung mit kleinen Schwächen (4)
Im fertigen Spiel funktioniert das durchaus ordentlich: Die Schatten, die die Scheinwerfer unseres Treckers bei Nacht auf den Ackerboden werfen, sehen durchaus realistisch aus, können aber mit modernen AAA-Spielen nicht ganz mithalten. Immerhin hat Giants Software die Bodentexturen verbessert, sodass Straßen und Felder deutlich ansehnlicher ausfallen als im Vorgänger.
Eine weitere Neuerung: Landwirtschaftliche Fahrzeuge sollen jetzt sichtbare Verformungen im Boden hinterlassen. Fahrt ihr über schlammigen Untergrund, spritzt Dreck an eure Reifen und die Karosserie eures Treckers.
Wie schnell unser Fahrzeug verschmutzen soll, können wir im Optionsmenü einstellen. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dabei dann aber doch: Spielerische Auswirkungen auf das Fahrverhalten haben die Bodenverformungen und die verschmutzten Reifen leider nicht.
Anpassungen gibt es im LWS 25 auch beim Wetter: Neue Effekte und Ereignisse wie Wirbelstürme und Hagel können sich auf unsere Ernte auswirken. Wie gewohnt schneit es im Winter, wobei wir anfallende Schneemassen mit den entsprechenden Fahrzeugen räumen können. Die Wettereffekte an sich sorgen für mehr Immersion und lassen die Simulation im Vergleich zum Vorgänger noch einmal realistischer erscheinen.
Quelle: PC Games
Landwirtschaftssimulator 25 im Test: Konsequente Weiterentwicklung mit kleinen Schwächen (1)
Wer genau hinschaut, bemerkt aber vereinzelte Fehler und Ungenauigkeiten: Die Wolken am Himmel sehen zwar durchaus realistisch aus, aber die Qualität der Texturen lässt mitunter zu wünschen übrig. Dass die Sonne nicht in einem Bogen von Osten nach Westen untergeht, sondern senkrecht nach unten hinter dem Horizont verschwindet, stört die ansonsten schöne Abendatmosphäre mitsamt Sternenhimmel.
Was auf dem Papier wie eine gelungene Weiterentwicklung des für eine eher zweckmäßige Grafik bekannten Landwirtschaftssimulators klingt, entpuppt sich in der Praxis außerdem eher als zweischneidiges Schwert. Denn obwohl die Entwickler die neuen Effekte gut umgesetzt haben und damit maßgeblich zur Atmosphäre im Spiel beitragen, haben sie Probleme des Vorgängers vernachlässigt.
Die Umgebung der einzelnen Karten wirkt noch immer sehr steril. Passanten gibt es nur wenige, und die vereinzelten Autos befahren die Straßen rund um unsere Farm wie auf Schienen. Nachladende Texturen und Kantenflimmern sind ebenso an der Tagesordnung wie kleinere Grafikbugs. Hier und da liegen Straßenschilder wild auf einer Wiese oder stecken komisch im Boden.
Der Fuhrpark: (Fast) ein Fest für LWS-Fans
Im Kontrast dazu steht aber, wie schon beim LWS 22, die Liebe zum Detail, mit der Giants Software an den landwirtschaftlichen Maschinen und Fahrzeugen gearbeitet hat. Denn die sehen noch einmal ein Stück hübscher aus als im Vorgänger und begeistern nicht nur mit Original-Lizenzen, sondern auch bis zur kleinsten Kleinigkeit ausgearbeiteten Modellen.
Quelle: PC Games
Landwirtschaftssimulator 25 im Test: Konsequente Weiterentwicklung mit kleinen Schwächen (2)
Dabei fällt besonders im Vergleich zum Vorgänger auf, wie sehr die Entwickler die Animationen verschönert haben. Sah beispielsweise die Bodenbearbeitung mit dem Grubber im LWS 22 noch ziemlich hässlich aus, lässt die neue Engine im LWS 25 ordentlich die Muskeln spielen. Je nach Fahrgeschwindigkeit wühlen wir unterschiedlich viel Erde auf.
Schön anzusehen ist zudem das An- und Abkoppeln der Maschinen am Traktor, das die Entwickler eigens animiert haben. Auch bei unserer Spielfigur haben die Entwickler nachgebessert: Wer von außen ins Führerhaus schaut, sieht unseren Charakter während der Fahrt endlich auch schalten und lenken. Nur in der Cockpit-Perspektive müssen wir weiterhin auf Hände am Lenkrad verzichten.
Die Fahrphysik hingegen ist auch im Landwirtschafts-Simulator 25 (jetzt kaufen / 26,99 € ) nicht perfekt umgesetzt, funktioniert aber besser als im Vorgänger, wo es in dieser Hinsicht noch mehr Probleme gab. Manche Fahrzeuge kippen beispielsweise einfach um, wenn wir gegen einen Holzzaun fahren, der aus Beton zu bestehen scheint.
