Landwirtschafts-Simulator 22 im Test: Eine gute Ernte für Fans, Seite 2
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Der Landwirtschaftssimulator 22 ist da - aber was kann der neueste Serienteil der Farmer-Sim? Wir liefern in unserem Test die Antwort.
Wir dürfen KI-Arbeiter auch einstellen, damit sie für uns Aufträge erfüllen. Sollen wir beispielsweise für einen Vertrag ein Feld abernten, können wir einen Helfer anweisen, genau das für uns zu tun. Wir müssen also nicht selbst auf den Mähdrescher steigen. Allerdings hat die KI noch immer mit ein paar Problemen zu kämpfen.
Liegen etwa Hindernisse vor einer Maschine im Weg, räumt die KI diese nicht aus dem Weg, sondern bleibt einfach an Ort und Stelle stehen. Außerdem hat sie Probleme mit Feldern, die nicht im üblichen Rechteck aufgebaut sind, sondern über schräge Ränder verfügen.
Hier kommt es vor, dass ein Helfer einzelne Bereiche einfach stehen lässt und nicht aberntet. Das ist insbesondere dann ärgerlich, wenn wir das Feld im Anschluss daran direkt pflügen und neu bearbeiten wollen und dann mit unserem Pflug dorthin fahren, nur um festzustellen, dass unser Helfer eben nicht ganze Arbeit geleistet hat.
In diesem Artikel
LWS22: Schwierigkeitsgrad nach Maß
Aber die meiste Zeit über wollen wir im Landwirtschaftssimulator ja ohnehin selbst Hand anlegen - und dafür geben uns die Entwickler eine ganze Reihe unterschiedlicher Möglichkeiten vor: Wer eine neue Kampagne im Landwirtschaftssimulator 22 startet, kann einen von drei voreingestellten Schwierigkeitsgraden wählen.
Neueinsteiger entscheiden sich für den Modus "Neuer Farmer (Einfach) während Veteranen zur Variante "Farm Manager (Mittel)" greifen oder sich unter der Prämisse "Bei Null Beginnen (Schwer)" an der ultimativen Herausforderung versuchen.
Die Schwierigkeitsgrade unterscheiden sich danach, wie viel Geld uns zu Beginn zur Verfügung steht, wie die Getreidepreise ausfallen und wie viele realistische Spielelemente die Ernte und den Ertrag beeinflussen.
Quelle: PCGames
Dass wir auf der Straße ab und zu auch Passanten begegnen, macht die Spielwelt nicht weniger steril.
Wenn euch diese grobe Unterteilung nicht ausreicht, habt ihr aber im Spiel selbst die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad nach euren Wünschen mit diversen Schiebereglern anzupassen. Ihr könnt beispielsweise einstellen, ob sich Frost und niedrige Temperaturen im Winter auf eure Ernte auswirken sollen oder ob das Unkraut auf euren Feldern den Ertrag mindert.
Weil der Landwirtschaftssimulator ein buntes Potpourri an Einstellungen bietet, kommen sowohl Fans einer möglichst realistischen und dadurch anspruchsvollen Simulation auf ihre Kosten als auch solche Spieler, die sich mehr im Stil von Harvest Moon und Stardew Valley bei einer gemütlichen Feierabendrunde auf dem heimischen Acker austoben wollen.
LWS22: Neueinsteiger brauchen Geduld
Wie es bei den meisten Simulatoren am Markt der Fall ist - beispielsweise beim Train Simulator, beim Euro Truck Simulator oder bei Snowrunner -, können wir uns mit einer Vielzahl an realistisch umgesetzten Fahrzeugen und Features austoben.
Dieser schiere Umfang an Simulationsinhalten kann Neueinsteiger aber schnell erschlagen. Damit genau das nicht passiert, haben die Entwickler ein kurzes Tutorial in die Kampagne eingebaut, das neuen Spielern die Grundlagen des Farmlebens näher bringt.
Die Betonung liegt hier aber auf "Grundlagen".
Quelle: PCGames
Das Tutorial erklärt Neueinsteigern die absoluten Grundlagen des Spiels.
Denn mehr als eine Erklärung der Fahrzeugsteuerung und des Spielprinzips (Säen, Ernten, Verkaufen) gibt es hier nicht. Wir ernten mit dem Mähdrescher ein Feld ab, pflügen ein weiteres Feld um, bringen Saatgut aus, stellen Helfer ein.
Was der LWS 22 sonst noch zu bieten hat, wie wir Grundstücke kaufen, Gebäude bauen, einen Warenkreislauf aufbauen oder was es mit den Jahreszeiten und den Verträgen auf sich hat, müssen wir selbst herausfinden.
Glücklicherweise können wir aber auf Wunsch die Steuerungsoptionen für Fahrzeuge im Benutzerinterface anzeigen lassen und uns über die Menüs weitere Tipps und Hilfestellung abholen.
Neueinsteiger benötigen zwar etwas Geduld, bis sie sich zurechtfinden, und müssen vielleicht auch das ein oder andere Mal nach dem Prinzip Versuch & Irrtum vorgehen, aber das trübt den Spielspaß keineswegs - immerhin gibt es jede Menge zu entdecken.
Quelle: PCGames
Die Charaktererstellung ist nicht allzu umfangreich, macht Fans aber mit vielen lizenzierten Klamotten glücklich.
Genau deshalb kommen aber auch Veteranen voll auf ihre Kosten. Wer den Vorgänger LWS 19 bereits ausführlich gezockt hat, findet sich schnell zurecht und freut sich über eine Vielzahl an Detailverbesserungen, Neuerungen und jede Menge Fanservice.
Das beginnt schon bei der Charaktererstellung, wo wir unsere Spielfigur mit diversen lizenzierten Klamotten von Engelbert Strauss, Husqvarna und Co. einkleiden dürfen. Das tröstet dann auch darüber hinweg, dass der Charaktereditor eher rudimentäre Funktionen bietet und nur mit einer Handvoll von Kopfformen und Frisuren daherkommt.
Schieberegler für Gesichtsform, Augenfarbe und mehr suchen wir vergebens, aber in einem Spiel, das wir ohnehin die meiste Zeit aus der Egoperspektive erleben, lässt sich das verschmerzen.
Grafik und Technik: Zwischen Zweckmäßigkeit und Detailverliebtheit
Was wir - und vermutlich auch LWS-Fans ebenfalls verschmerzen können, ist die eher zweckmäßige Grafik des Landwirtschaftsimulators 22. Denn der neueste Ableger bleibt der Serientradition treu und ist zwar kein optischer Totalausfall, allerdings auch alles andere als ein grafisches Meisterwerk. Die Umgebungen sehen wie schon im Vorgänger sehr steril aus.
Daran können auch die herumfahrenden Autos und einzelne Passanten auf den Straßen nichts ändern. Die Umgebungen des LWS 22 sehen für verwöhnte Gamer-Augen vielfach einfach immer noch ziemlich hässlich aus.
Das setzt sich auch beim eigenen Charakter und dessen Animationen fort: Unsere Spielfigur sitzt nämlich immer in derselben Körperhaltung im Führerhaus unseres Treckers oder der übrigen Fahrzeuge. Eine Hand greift bei angewinkeltem Arm ums Lenkrad, die andere liegt reglos auf dem Oberschenkel.
Veränderte Animationen beim Lenken oder Betätigen der Schaltung suchen wir vergebens, lediglich Griffe an den Hebel zum Absenken des Grubbers oder vergleichbarer Gerätschaften sind animiert.
Quelle: PCGames
Landwirtschafts-Simulator 22: Eine gute Ernte für Fans- Test (2)
Was hingegen positiv auffällt und in einem gewissen Gegensatz zur sonstigen Optik des Spiels steht, ist die Liebe zum Detail, mit der die Entwickler die Maschinen und Fahrzeuge im LWS 22 gestaltet haben. Alle fahrbaren Untersätze im Spiel sehen nämlich absolut großartig aus.
Jede Leuchte, jede Schraube und selbst die Armaturen entsprechen den über 400 original lizenzierten Fahrzeugen und Geräten von John Deere, New Holland, Fendt und Co. Das lässt Fanherzen höherschlagen und tröstet über die ansonsten gegenüber dem LWS 19 kaum merklich verbesserte Optik hinweg.
Quelle: PCGames
Die Fahrzeuge im Spiel sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet.
Darüber hinaus ist uns auch die Technik des Spiels insgesamt größtenteils positiv aufgefallen. Bei moderaten Systemanforderungen läuft der LWS 22 auf dem PC durchweg rund und ohne merkliche Probleme beim Sound oder der Grafik.
Wir konnten praktisch keinerlei grafische oder spielzerstörende Bugs feststellen. Lediglich kleinere, aber nicht weiter problematische Clippingfehler kamen vor. Außerdem stammt die Fahrphysik offensichtlich vom Mond, denn gerade mit leichteren Fahrzeugen wie dem Pickup purzeln wir teilweise arg unrealistisch die Abhänge herunter.
