Hier sind nur der monotone Spielablauf und die schwache Story gruselig.
So hat sich Jack das Landleben nicht vorgestellt: Erst fällt der Strom aus, dann entpuppen sich die apathischen Fremden in seinem Vorgarten als hungrige Zombies, die dem bodenständigen Farmer an die Eingeweide wollen. Ganz der vorbereitete Amerikaner hat Jack natürlich eine Flinte auf dem Speicher, und irgendwo im Keller müsste doch noch ein Vorschlaghammer rumliegen ...
Wo hab' ich meinen Kopf?
Land of the Dead ist der Ego-Shooter zum aktuellen vierten Film der berühmt-berüchtigten Zombiereihe von Horror-Altmeister George A. Romero. Dessen sozialkritische Ansätze fallen beim Spiel gänzlich unter den Tisch. Die Devise lautet Metzeln. Und das nicht zu knapp: Jack zerlegt in rund 15 Levels unzählige untote Schergen mit einem bunten Sammelsurium an mehr oder weniger einfallsreichen Waffen in blutige und glitschige Einzelteile.
Neben Standards wie Schrotgewehr, Pistole und Granaten kommen Äxte, Stahlrohre, Schaufeln und Molotowcocktails zum Einsatz. Dass es da grafisch nicht gerade bieder zugeht, versteht sich von selbst. Arme, Köpfe und Innereien trennen sich effektvoll im Sekundentakt von ihren Besitzern. Das treibt dem Splatterfan Freudentränen in die Augen und den deutschen Behörden Sorgenfalten auf die Stirn: Land of the Dead ist keinesfalls für Jugendliche geeignet und hierzulande nur über Importhändler erhältlich.
Hauch mich an
Die Zombies selbst sind dümmer als Knäckebrot: Wie frisch von der Weihnachtsfeier torkeln sie meist im Schneckentempo auf uns zu. Nur selten bemühen sie Schlagwaffen, nie ausgefeilte Strategien. Kritisch wird's nur, wenn sie grünen Nebel versprühen. Erwischt der uns, verwandeln wir uns kurzzeitig in eine Art Azubi-Untoten. Zwar haben wir noch die Kontrolle über Jack, allerdings mit stark eingeschränkter und verschwommener Sicht. Trotz dieser Hürde ist Land of the Dead ein sehr einfach zu spielender Shooter. Während der gesamten Spieldauer haben wir nur ein einziges Mal das Zeitliche gesegnet, selbst auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad.
Abwechslung vom ständigen Draufhauen oder gar Rätsel sind so gut wie nicht vorhanden, zudem geht es streng linear zu. Das Leveldesign reicht von brauchbar (Krankenhausflure, riesige Hochhauslobby) bis hin zu stinklangweilig (Abwasserkanäle, Tiefgaragen). Die extrem kurze Spieldauer von knapp vier Stunden genügt uns völlig, denn länger hätten wir den eintönigen Spielablauf sowieso nicht ertragen. Auch wegen der betagten, auf der Unreal 2-Engine basierenden Grafik.
Simon Fistrich
