Padawan aus Plastik: Die dänischen Bauklötzchen spielen George Lucas' Sternensaga nach -- eine unwiderstehliche Kombination?
S pöttische Zeitgenossen behaupten, die Darsteller der aktuellen "Star Wars"-Trilogie würden hölzern agieren. Wenn's nach Eidos ginge, würde das Hollywood-Ensemble wie eine Laientruppe aus Kunststoff spielen: In "Lego Star Wars" stolzieren nämlich nicht etwa Leinwandgrößen aus Fleisch und Blut umher, sondern klobige Plastikmännchen. Hört sich bizarr an, bringt aber eine Menge Spaß mit sich.
STORY: Das kunterbunte Action-Potpourri umfasst alle wichtigen Ereignisse der modernen "Star Wars"-Episoden -- "Die dunkle Bedrohung", "Angriff der Klonkrieger" und "Die Rache der Sith". Unterteilt in insgesamt 17 Missionen erleben Sie die Jugendjahre von Anakin Skywalker, treten als Obi-Wan Kenobi gegen Jango Fett an und erleben schließlich die Geburt des legendären Oberschurken Darth Vader.
SPIEL: Was gehört zu "Star Wars" wie Release-Verschiebungen zu Rare-Titeln? Genau! Lichtschwerter! Ergo poltern Sie in den meisten Levels als tapferer Miniatur-Jedi herum und hauen Droiden in Stücke. Gelegentliche Rätseleinlagen lockern das klamaukige Gehacke auf: Mal setzen Sie mithilfe der Macht eine Brücke zusammen, mal wollen farbige Druckplatten aktiviert werden. Ab und an erfordern die Simpel-Puzzles sogar Teamwork: Dann schwingt sich Königin Amidala mit einem Enterhaken auf eine erhöhte Plattform, um von dort aus ein Tor zu öffnen -- erst dann können auch Anakin & Co passieren. Sammler halten zudem nach Geheimräumen Ausschau: Dort finden sich in den meisten Fällen zahlreiche goldene Legosteine, die Sie beim Händler gegen spaßige Extras wie Bonus-Charaktere oder dickere Laserwummen eintauschen. Damit Ihr Plastikpersonal keine heißen Füße bekommt, pilotieren Sie in einigen Levels futuristische Vehikel: Rasante Pod-Rennen stehen ebenso auf dem Programm wie Baller-Einlagen an Bord eines Raumschiffs.
FAZIT: Klasse Idee, halbherzige Umsetzung: Im Lizenz-Doppel "Lego" und "Star Wars" steckt ungeheures Potenzial -- das von Entwickler Traveller's Tales leider nur spärlich genutzt wird. Zwar begeistert die überaus launige Präsentation mit schrägen Zwischensequenzen und knuffigen Charakteren, spielerisch aber hat das Plastikweltall zu viele schwarze Löcher. Minderbemittelte KI-Helfer und ungünstige Kamerawinkel vergällen den Spaß an der Spielwaren-Action. Somit bleibt "Lego Star Wars" ein skurriles Stück Software für jüngere Zocker und eiserne Fans -- der Rest schüttelt ungläubig den Kopf.TK
