L.A. Crash

Test Marc Kirzeder

Das urbane Rassismus-Drama des "Million Dollar Baby"-Autoren Paul Haggis war einer der Überraschungshits 2005

Der in Kanada geborene Drehbuchautor und Regisseur Paul Haggis bewies einmal mehr sein Talent für ungewöhnliche Storys. "L.A. Crash" ist eine bittere Momentaufnahme des noch immer allgegenwärtigen Rassismus in der Millionenmetropole Los Angeles.

Während die Dreharbeiten für den episodisch ablaufenden Film nach nur 36 Tagen abgeschlossen waren, zeigt die Handlung 36 Stunden im Leben einer Hand voll unterschiedlicher Menschen, die auf den ersten Blick nichts miteinander gemein haben. Stück für Stück fügt Haggis die zunächst voneinander unabhängig wirkenden Episoden zusammen.

Folgenschwere Begegnungen

Da wären z.B. der schwarze Detective Waters (Don Cheadle) und seine lateinamerikanische Kollegin Ria (Jennifer Esposito), die den Mord an einem jungen Schwarzen untersuchen sollen. Zur gleichen Zeit wird das vermögende weiße Ehepaar Rick und Jean Cabot (Brendan Fraser und Sandra Bullock) von zwei jugendlichen Schwarzen überfallen, die sich anschließend mit dem Luxus-Jeep der Cabots aus dem Staub machen. Der Generalstaatsanwalt Rick hat ausnahmsweise mal keine besonders gute Figur abgegeben, seine Frau steht unter Schock.

Streifenpolizist Jack Ryan (Matt Dillon) dagegen hat es nach 17 Jahren Dienst in den sozialen Brennpunkten L.A.s zum Sergeant gebracht. Die Jahre sind nicht spurlos an dem weißen Cop vorüber gegangen: Ryan wurde verbitterter Rassist. Als er das Auto des farbigen Regisseurs Cameron Thayer (Terrence Howard) und der hübschen Christine (Thandie Newton) anhält, demütigt er den Afroamerikaner, indem er dessen Frau während der Leibesvisitation betatscht. Ryans liberaler und toleranter Partner Tommy (Ryan Phillippe) ist darüber entsetzt.

Ebenfalls geschockt ist der Perser Farhad (Shaun Toub), als er seinen kleinen Laden zum wiederholten Mal völlig verwüstet vorfindet. Er will sich an dem Schlosser rächen, der die Hintertür reparieren sollte ...

Magere Sonderausstattung

Im Bonusmaterial erfährt man in der Featurette "Hinter den Kulissen" mehr über die Absichten von Regisseur Haggis und Produzent Bobby Moresco. Hier berichtet auch die multikulturelle Darsteller-Crew von den Dreharbeiten und darüber, wie sie sich in ihre Rollen einfühlten. Alle Charaktere mussten eine mehr oder weniger entscheidende Wandlung durchmachen.

Daneben gibt es lediglich das Musikvideo von Kansascali "If i neva see you again" sowie den Original-Kinotrailer von "L.A. Crash" zu sehen. Zu keinem der Extras finden sich deutsche Untertitel.

Fazit

Film-Check: "L.A. Crash" ist ein modernes, fesselndes Großstadt-Drama, das seine Zuschauer zum Nachdenken anregt. Die Geschichten, die Haggis in seinem Film auf geschickte Art und Weise zu einer Handlung verknüpft, passieren so oder ähnlich fraglos täglich im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten".Noch immer gehören die Auswirkungen des Rassismus in den kulturellen Schmelztiegeln der USA zur Tagesordnung und das zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten. Haggis wollte zeigen, dass unter Druck die Vorurteile zum Vorschein kommen. Doch bei all der Gewalt und den Demütigungen lässt er einen Hoffnungsschimmer.
DVD-Fazit: Die Bildqualität zu dieser aktuellen Produktion ist in Ordnung, auch der Sound ist dem Geschehen angemessen. Allerdings vermisst man die deutschen Untertitel beim Audiokommentar und den weiteren Special Features.

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