Reportage zu Blockchain, NFT und Kryptogaming: Alles, was ihr wissen müsst - Seite 2
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Wir erklären Kryptospiele und NFTs in Games. Und natürlich auch, warum das wichtig ist und warum es keine Grafikkarten zu vernünftigen Preisen gibt.
Das Zukunftsgequatsche klingt zwar sehr unrealistisch, aber einige große Entwickler sind von der Idee unumstößlich überzeugt. Ubisoft redeten noch während der Ankündigung ihrer gefloppten NFTs von einem Metaverse und großen Plänen. EA sprach ebenfalls von einer solchen Zukunftsvision und Square Enix veröffentlichte einen entsprechenden Brief zum neuen Jahr vom Präsidenten des Unternehmens persönlich.
Dezentrales Gaming, NFTs und Kryptowährung seien die Zukunft von Spielen. Bedenken von Spielern seien zwar verständlich, aber es gebe auch Spieler, die etwas zum Spiel beitragen und "nicht bloß Spaß haben" wollten. Eine neue Form von nutzergenerierten Inhalten solle es geben, wie die aussehen sollen, verrät man aber nicht.
Andere Entwickler und Gaming-Riesen sehen die Entwicklung sehr skeptisch. Xbox Chef Phil Spencer redet von Ausbeutung der Spieler, bei Bungie fürchtet man, dass der Spaß am Spiel zu kurz kommt, und Steam hat sogar alle Spiele mit NFTs aus dem Store geschmissen.
Die Good-Guy-Einstellung ist zwar löblich, doch mehr steckt kaum dahinter. Und wenn andere Firmen anfangen, damit Geld zu verdienen, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch unter anderen Dächern die Stimmung kippt.
In diesem Artikel
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Reportage zu Blockchain, NFT und Kryptogaming: Alles, was ihr wissen müsst - Seite 1
- 1.1 NFT - Non-Fungible Token
- 1.2 Blockchain: Begriffserklärung
- 1.3 Proof of Work: Der Stromfresser
- 1.4 Proof of Stake: Umweltfreundliche Alternative
- 1.5 Ethereum: Wo sind die Grafikkarten?
- 1.6 Kryptogaming: Was ist das eigentlich?
- 1.7 Play 2 Earn: Axie Infinty
- 1.8 Das Metaverse: Kann mir das nicht egal sein?
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- Seite 3 Bildergalerie
Die Maßnahme von Steam ist zwar sehr konkret, allerdings ist sie nicht davon motiviert, dass man das Konzept prinzipiell doof finden würde, sondern weil viele Spiele in dem Bereich schlicht und ergreifend Scams sind.
Scams: Ist Kryptogaming sicher?
Theoretisch sind NFTs vor Diebstahl sehr sicher, die viel größere Gefahr geht von Scams aus. Im Regelfall wird den Leuten dabei viel versprochen, und am Ende bekommt man nichts raus, obwohl man Geld investiert hat. Spiele, die von Ubisoft oder Square Enix entwickelt werden, betrifft das wahrscheinlich nich, andere NFT-Titel aber durchaus.
Ein bekanntes Beispiel ist der Titel Evolved Apes, der niemals verkauft oder überhaupt entwickelt wurde. Der Gründer Evil Ape verkaufte NFTs in Form von Affen-Tokens, die dann in ein Kampfspiel integriert werden sollten. 10.000 Affen sollten gegeneinander antreten und nur der stärkste sich durchsetzen. Nachdem sich der anonyme Gründer Evil Ape mit über 2,7 Millionen US-Dollar aus dem Staub gemacht und nicht mal den Designer der NFTs ihren Lohn bezahlt hatte, war klar, wer hier am Ende der einzige Gewinner war.
Quelle: OPENSEA/EVOLVED APE INC
Der anonyme Chef von Evolved Apes machte sich mit mehreren Millionen Dollar aus dem Staub, nachdem er sämtliche NFT-Tokens zu seinem Spiel verkaufte.
Das hält Spieler aber nicht davon ab, weiterhin in NFTs von Titeln zu investieren, die noch gar nicht existieren. Auf dem bereits genannten Marktplatz von Gala Games erwirtschaftete Peter Molyneux, bekannt für Spiele wie Black & White und Fable, bereits über 50 Millionen Dollar für NFT-Grundstücke zu einer Blockchain-Business-Sim namens Legacy, die noch auf unbestimmte Zeit in Entwicklung ist.
Laut Website geht es im Spiel darum, ein Wirtschaftsimperium durch Kreativität aufzubauen und Profit daraus zu schlagen. Echten Profit. Das beste und natürlich teuerste Grundstück bietet zudem die Möglichkeit, bereits bei der Alpha des Spiels dabei zu sein und, Zitat, "den Markt zu dominieren, bevor die Konkurrenz überhaupt mit dem Handel angefangen hat".
Ein zum einen recht unfairer Vorteil, zum anderen aber auch eine kostspielige Sache. Dieses Stück Land gibt es im Spiel nämlich nur einmal und es wurde für rund 800.000 Euro bereits verkauft.
Natürlich kann sich Herr Molyneux nicht einfach aus dem Staub machen, schließlich ist er nicht anonym, aber es garantiert auch niemand, dass das Spiel gut wird, oder auch nur fertig. Bei jedem Investment sollten Spieler vorsichtig sein und Vorbestellen gilt heutzutage aus gutem Grund als verpönt. NFTs nun laden Scammer förmlich dazu ein, etwaige Unsicherheiten auszunutzen, und beschädigen den Ruf der neuen technischen Entwicklung, bevor sie sich wirklich etablieren kann.
Also keine neue Entwicklung?
Accounts hochziehen, seltene Gegenstände farmen und dann verkaufen, das ist keine sonderlich neue Entwicklung in Videospielen. Was NFTs und Kryptowährung also bringen - außer Kopfzerbrechen -, ist daher nicht so wirklich ersichtlich. Zumindest nach jetzigem Stand. Der große angepriesene Vorteil der Publisher ist, dass man die Gegenstände besitzt, sie auch weiterhin existieren, wenn die Server abgeschaltet werden und dass man sie weiterverkaufen kann.
Ein Ingame-Gegenstand ist aber ziemlich nutzlos, wenn die Server eines Titels abgeschaltet werden. Und die angepriesene Mechanik, einen Gegenstand in ein anderes Spiel mitzunehmen, funktioniert auch nur, wenn der Entwickler das beim neuen Spiel einbaut. Das würde auch funktionieren, wenn die Account-Daten gespeichert würden und man sie von Entwicklerseite einfach übertragen kann.
Des Pudels Kern liegt in der Technik und wo die Daten gespeichert werden. Muss Ubisoft also selbst Server- und Speicherleistung aufbringen, damit man seine Skins über mehrere Ghost-Recon-Teile behält, oder wird alles dezentral gespeichert, ohne, dass man sich jemals um die Daten kümmern muss?
Theoretisch kann man auch Jahre nach einer Serverabschaltung die NFTs wieder integrieren und sie würden weiterhin funktionieren, sie haben ja nie aufgehört, zu existieren. Der Sammlerwert würde sich wieder erhöhen, und schon ist ein Grund geschaffen NFT-Skins zu kaufen. Square Enix spricht von einem selbsttragenden Spielerwachstum, denn wo Geld zu holen ist, verirren sich immer Leute hin.
Also nein: Als Spieler wird man NFTs wohl nicht für alle Ewigkeit aus dem Weg gehen können, ohne zahlreiche Titel auszugrenzen, denn die Zahl an Spielen mit NFT-Integration wird steigen. Unternehmen sehen hier die Zukunft und das große Geld, und wenn man sich den finanziellen Erfolg von bestehenden Kryptospielen anschaut, haben sie damit gar nicht mal so unrecht, egal, ob man das nun gut findet oder nicht.
Quellen: Ubisoft, Vice, Axios, Businessinsider
