Review: König der Murmelspieler

Test Simone Neus

Steven Soderberghs dritte Regiearbeit ist ein ergreifendes Plädoyer für Zusammenhalt, Respekt und Hilfsbereitschaft

Test der DVD mit Till Schweiger. Test der DVD mit Till Schweiger. Der Film basiert auf den 1972 veröffentlichten Erinnerungen des mittlerweile 87-jährigen Roman- und Drehbuchautors Aaron E. Hotchner, der seine Jugend in der Zeit der Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre in Missouri verbrachte. Drehbuchautor und Regisseur Steven Soderbergh ("The Good German") adaptierte den Stoff für die große Leinwand.

Review: König der Murmelspieler St. Louis, 1933. Die katastrophale Wirtschaftslage hat auch die Familie Kurlander in den finanziellen Ruin getrieben. Seitdem hausen der zwölfjährige Aaron (Jesse Bradford), seine Eltern (Jeroen Krabbé, Lisa Eichhorn) und sein jüngerer Bruder Sullivan (Cameron Boyd) in einem Zimmer des Empire Hotels, einem Auffanglager für Arme.

Review: König der Murmelspieler Um den Schein zu wahren, erfindet Aaron in der Schule abenteuerliche Lügengeschichten über seinen Vater, den er gern als Pilot in geheimer Mission beschreibt. Als die Familie auseinandergerissen wird, ist Aaron plötzlich gezwungen, für sich selbst zu sorgen. Sein Talent beim Murmelspiel ist dabei leider nur wenig hilfreich. Glücklicherweise verschafft ihm der Landstreicher Lester (Adrien Brody) einen Aushilfsjob als Caddy.

Leere Kassen

Review: König der Murmelspieler Obwohl Soderberghs Melodram 1993 für die "Goldene Palme" von Cannes nominiert und von den Kritikern hoch gelobt wurde, fand die acht Millionen Dollar teure Produktion beim Kinopublikum kaum Beachtung. Das Einspielergebnis lag am Ende bei knapp einer Million Dollar. Entsprechend dünn ist die DVD-Ausstattung. Auf der deutschen Version herrscht ebenso wie beim Code-1-Silberling im Bonusbereich gähnende Leere.

Fazit

Film-Check: Das Werk des Ausnahme-Regisseurs und "Oscar"-Gewinners Steven Soderbergh kommt als gefühlvolles Coming-of-Age-Drama daher, ohne kitschig oder übertrieben melancholisch zu wirken. Es schildert auf emotionale, traurige, aber auch humorvolle Weise die schlimmsten und schönsten Tage im Leben eines Teenagers, der sich inmitten einer Welt aus Depression, Gewalt und Kriminalität zurecht finden muss.
In der Rolle des Aaron glänzt ein absolut glaubwürdiger Jesse Bradford. Die Nebenrollen wurden mit Adrien Brody und Jeroen Krabbé passend besetzt. Nicht nur Steven-Soderbergh-Fans sollten diesen Streifen keinesfalls verpassen. DVD-Fazit: Auch wenn der Ton zu wünschen übrig lässt und bei den Extras Entbehrung angesagt ist, lassen sich anspruchsvolle Cineasten dieses filmische Kleinod nicht entgehen. Zumal die Bildqualität der Disc überdurchschnittlich ist.

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