Die besten Sherlock Holmes Adaptionen in Film und Fernsehen
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Mit "Holmes & Watson" erscheint nächste Woche eine neue Verfilmung über Sherlock Holmes, den bekanntesten Detektiven aller Zeiten, in den deutschen Kinos. Die Komödie mit Will Ferrell und John C. Reilly wählt wohl eine leichtere Herangehensweise an den Ermittler und den Fall, den er zu lösen hat. Den ersten Kritiken zufolge gelingt das dem Film leider mit eher weniger Erfolg. Wie das neue Abenteuer aber bei den Zuschauern ankommen wird, ist noch offen. Als Einstimmung oder Alternative zum neuen Film haben wir euch eine Liste der besten Sherlock-HolmesAdaptionen und deren Darstellern in Film und Serie zusammengestellt.
Sherlock Holmes, der größte Detektiv aller Zeiten. Kein literarischer Charakter wurde so oft im Film dargestellt. Arthur Conan Doyles Figur gilt als literarische Ikone und hat es insgesamt mehr als 250-mal auf die Leinwand geschafft. Seine detektivischen Methoden haben einen entscheidenden Grundstein für die moderne Ermittlungsarbeit gelegt und sein Charakter gilt als Vorlage für viele weitere literarische Detektive. Doch aus genau diesen Gründen ist es schwierig als Schauspieler in diese großen Fußstampfen zu treten und dem Charakter des Ermittlers gerecht zu werden. Viele große Namen sind an dieser Aufgabe gescheitert, doch es entstanden in den Jahren auch viele brillante Adaptionen über Sherlock Holmes und seinen Partner John Watson. Mit zehn von diesen haben wir euch in Einstimmung auf die Komödie "Holmes & Watson", die nächste Woche in den Kinos startet, eine Liste mit den sehenswertesten Sherlock-Holmes-Filme und-Serien zusammengestellt.
Auf dieser Seite
- 1 Der Hund von Baskerville (1939)
- 2 Das Privatleben von Sherlock Holmes (1970)
- 3 Kein Koks für Sherlock Holmes (1976)
- 4 Mord an der Themse (1979)
- 5 The Adventures of Sherlock Holmes and Dr. Watson (1979-1986)
- 6 Die Abenteuer des Sherlock Holmes (1984-1994)
- 7 Das Geheimnis des verborgenen Tempels (1985)
- 8 Sherlock Holmes (2009)
- 9 Sherlock (seit 2010)
- 10 Mr. Holmes (2015)
Der Hund von Baskerville (1939)
Die Verfilmung von Doyles gleichnamigen Roman war die erste, die Sherlock Holmes im Victorianischen London zeigte und das erste Mal, dass der Detektiv sein berühmtes Outfit trug. Der Ermittler wird von Dr. Mortimer gebeten, den Neffen seines besten Freunds Sir Charles Baskerville zu beschützen. Dieser ist vor kurzen verstorben, und obwohl sein Tod als natürlich erklärt wurde, weiß Mortimer, dass der Hund von Baskerville, der die Familie seit langem heimsucht, hinter seinem Freund her war.
Basil Rathbone gilt als einer der Sherlock Holmes Darsteller und erlaubte auch die menschlichen Seiten des Detektivs auszubauen und seine stoische, grüblerische Art etwas aufzufrischen, was spätere Holmes-Verfilmungen prägte. Rathbone und sein Kollege Nigel Bruce waren ein so beliebtes Team, dass sie nach dem Erfolg von "Der Hund von Baskerville" für eine Radio-Serie über den Ermittler und seinen Partner angefragt wurden. Zwischen 1939 und 1964 spielten die beiden zusammen in 14 Filmen und über 200 Radio-Shows.
Quelle: Koch
Szenenbild aus "Der Hund von Baskerville"
Das Privatleben von Sherlock Holmes (1970)
Als eine junge Frau von einem Taxifahrer, der sie aus dem Fluss gezogen hat, in der Baker Street 221b abgesetzt wird, weiß diese weder wer sie ist, noch wie sie in den Fluss gekommen ist. Der Detektiv findet heraus, dass die schöne Frau aus Belgien stammt und auf der Suche nach ihrem Mann ist. Trotz der Warnung von Holmes' Bruder Mycroft, nehmen der Ermittler und sein Partner Watson die Spur auf und sind bald in mehrere Fälle auf einmal verwickelt.
Diese Verfilmung wirft einen leicht satirischen Blick auf die Figur des besten Detektivs aller Zeiten, in dem sie den Unterschied zwischen dem "echten" Sherlock Holmes und dem den Watson in seinen Artikeln für das Magazin The Strand darstellt, herausarbeitet. Robert Stephens schlüpft in die Rolle des bekannten Ermittlers und fokussierte sich dabei auf seine unklare Sexualität und generelle Melancholie, was überraschenderweise für einige lustige Momente im Film sorgte. BBC-Sherlock-Schreiber Mark Gatiss zufolge hatte dies sogar einigen Einfluss auf den Ton seiner Serie.
Quelle: Koch
Szenenbild aus "Das Privatleben des Sherlock Holmes"
Kein Koks für Sherlock Holmes (1976)
Im Jahr 1891 leidet der berüchtigte Detektiv Sherlock Holmes an einer Kokainsucht, die bei ihm Halluzinationen auslöst. So bildet er sich ein, dass der in die Jahre gekommene Mathematik Professor James Moriarty sein Erzfeind ist. John Watson kann dies nicht weiter mitansehen und beschließt seinem Kollegen und Freund zu helfen. Unter einem Vorwand schafft er Holmes nach Wien, wo er von niemand anderen als Sigmund Freud behandelt werden soll. Als eine Patientin Freuds gekidnappt wird, macht sich Sherlock Holmes, der schon auf dem Weg zur Besserung ist, gemeinsam mit Watson und Freud an den Fall.
Nicol Williamson lässt für seine Rolle vom stoischen Image des Detektivs ab, seine Darstellung ist geprägt von nervösen Episoden und abschweifenden Tiraden, die Holmes ungewöhnlich außer Kontrolle wirken lassen und wohl recht gut die Auswirkungen seiner Sucht wiedergeben. Der Film basiert den Roman "The Seven-Per-Cent Solution" von Nicholas Meyer und trägt in der Originalversion auch den gleichen Titel, der auf die Kokainlösung anspielt, die der Detektiv verwendet.
Quelle: KSM
Szenenbild aus "Kein Koks für Sherlock Holmes"
Mord an der Themse (1979)
Der Film aus dem Jahre 1979 verbindet den einen der berüchtigtsten Serienmörder mit dem berühmtesten Detektiv aller Zeiten. Jack the Ripper bringt am westlichen Ende London Prostituierte um. Während Holmes zusammen mit Watson den Fall bearbeitet kommt er einer Verschwörung auf die Spur, die den Mörder beschützen soll.
Christopher Plummer, der den Ermittler verkörperte, wagte sich auf eine neue Weise an seine Rolle heran. Er macht aus dem verschlossenen, emotionslosen Detektiven einen einfüllsamen Mann und begab sich damit in ein eher unerforschtes Gebiet. Er stellte den ersten Sherlock Holmes da, der bei dem Anblick eines Opfers, das er nicht retten konnte zu weinen beginnt und brachte den Ermittler dadurch dem Publikum auf eine menschliche Basis näher, das sich plötzlich in ihn hineinfühlen konnte, anstatt ihn nur zu beobachten. Neben Plummer übernahm James Mason die Rolle des John Watson.
Quelle: Studiocanal
Szenenbild aus "Mord an der Themse"
The Adventures of Sherlock Holmes and Dr. Watson (1979-1986)
Diese Serienadaption entstand Ende der 70er Jahre in der Sowjet Union und ist bei den westlichen Fans am besten als "Der Russische Sherlock Holmes" bekannt. Die Krimi-Serie hielt sich sehr genau an seine Buchvorlage, vernachlässigte jedoch einige Aspekte, wie beispielsweise Holmes' Kokainsucht und Watsons Militärdienst, um einer Zensierung des Staats zu entgehen.
In die Rolle des Detektivs schlüpft Vasily Livanov, der von vielen als der perfekte Sherlock Holmes angesehen wird. Er wurde für seine Arbeit im Jahre 2006 zu einem Ehrenmitglied des Order of the British Empire, eine Ehre, die keinem anderen Sherlock-Darsteller außer ihm zuteilwurde und sogar Conan Doyles Tochter sagte einmal, dass ihr Vater mit Livanovs Darstellung des Ermittlers sehr zufrieden gewesen wäre. Gemeinsam mit seinem guten Freund Vitaly Solomin war der russische Schauspieler acht Mal als Sherlock Holmes auf dem TV-Bildschirm zusehen.
Quelle: Gosteleradio, Lenfilm Studio
Szenenbild aus "The Adventures of Sherlock Holmes and Dr. Watson"
Die Abenteuer des Sherlock Holmes (1984-1994)
In der von 1984 bis 1994 ausgestrahlten Serie sollte sich genau an Arthur Conan Doyles Buchvorlage gehalten werden. Dies gelang den Produzenten, abgesehen von einigen kleinen Details, auch. Im Laufe der zehn Jahre entstanden 41. Folgen der Serie mit Jeremy Brett als Hauptdarsteller. Der Schauspieler verbrachte viel Zeit damit seine Rolle zu perfektionieren, wobei ihm wohl auch einige Parallelen zu seinem eigenen Leben, wie etwas seine bipolare Störung, bei der Darstellung des Detektivs halfen. Die Rolle des Sherlock Holmes wurde zu seinem Lebenswerk und für viele gilt Jeremy Brett auch heute noch als der einzig wahre Sherlock Holmes. Der Schauspieler seines Partners Dr. Watson wechselte nach 13 Episoden. David Burke, der den Arzt an der Seite des Meisterdetektiven bis dahin verkörpert hatte, verließ das Set um eine Theaterrolle anzunehmen und mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. An seine Stelle trat Edward Hardwicke, der bis zur Vollendung der Serie dabeiblieb.
Quelle: Koch
Szenenbild aus "Die Abenteuer des Sherlock Holmes"
Das Geheimnis des verborgenen Tempels (1985)
Für Screenwriter Chris Columbus und Regisseur Barry Levinson war es sicherlich ein Risiko die Jugend von Sherlock Holmes auf die Leinwand zu bringen, besonders, weil dies eine große Abweichung von der Buchvorlage voraussetzte. Doch der junge Sherlock, der zusammen mit seinem Freund John einer tödlichen Droge und einer Reihe von Kultmorden auf die Spur kommt, zeigt sich dennoch mit seiner Deerstalker-Mütze, seiner Selbstsicherheit und seinem Intellekt dem literarischen Vorbild recht ähnlich. Nicholas Rowe erweist sich als ein würdiger Darsteller des Teenie-Ermittlers und überzeugt mit seiner Abenteuerlust und seiner Art, die nur als Mischung aus wichtigtuerisch und liebenswert beschrieben werden kann. Rowe war nicht der erste, der sich an einen jungen Sherlock wagte, aber bleibt bis heute wohl der Erfolgreichste.
Quelle: Paramount
Szenenbild aus "Das Geheimnis des verborgenen Tempels"
Sherlock Holmes (2009)
Im Victorianischen London haben soeben Sherlock Holmes und John Watson in letzter Sekunde einen Kultmörder gefasst, bevor dieser eine weitere Tat begehen konnte. Es handelt sich um Lord Blackwood, der sieben Monate nach der Festnahme am Galgen sterben soll. Nach seinem Tod kursieren die Gerüchte, er hätte sich durch seine schwarze Magie retten können und wäre noch am Leben. Als sein Grab geöffnet wird, findet man an seiner Stelle einen anderen Mann. Blackwood hat inzwischen sein Handwerk wiederaufgenommen. Holmes und Watson nehmen gemeinsam mit Irene Adler die Jagd auf den angeblichen Schwarzmagier auf und versuchen seinen Plan der Weltherrschaft zu vereiteln.
Die Stars Robert Downey Jr. und Jude Law schlüpfen in die Rollen des Detektivs und seines Partners, ein zweiter Teil mit den beiden erschien 2011. Eine weitere Fortsetzung ist für nächstes Jahr geplant und gerade in der Vorproduktion.
Quelle: Warner
Szenenbild aus "Sherlock Holmes"
Sherlock (seit 2010)
Diese Adaption aus dem Jahre 2010 erfindet den berüchtigten Detektiv in unserer Zeit neu. Im modernen London ist Sherlock Holmes ein beratender Detektiv für die Polizei und auf der Suche nach einem Mitbewohner. John Watson, der gerade von seinem Einsatz in Afghanistan zurück nach England gekehrt ist, schaut sich gerade nach einer günstigen Wohnmöglichkeit um, als er von einem Bekannten auf Sherlock aufmerksam gemacht wird. Die beiden Männer ziehen zusammen in die Baker Street 221b. Schon bald ist John in einen Fall verwickelt und wird zu Sherlocks Partner und zu seinem wichtigsten Vertrauten.
Die Rolle des berüchtigten Ermittlers übernimmt Benedikt Cumberbatch, während Martin Freeman Dr. John Watson porträtiert. Die vierte Staffel erschien Mitte 2017 und sorgte bei den Fans für geteilte Meinungen. Dennoch wird auf eine fünfte Staffel spekuliert, ein eindeutige Stellungnahme gibt es jedoch noch nicht.
Quelle: polyband
Szenenbild aus "Sherlock"
Mr. Holmes (2015)
Lange nach dem Antritt seiner Rente lebt Sherlock Holmes mit seiner verwitweten Haushälterin und deren Sohn in einem Bauernhaus in Sussex. Den 93-jährigen Detektiv plagt sein letzter Fall, der mittlerweile 30 Jahre zurückliegt. Unzufrieden mit dem Ende, das Watson damals für den Fall erfand, beginnt Holmes die Ereignisse selbst aufzuschreiben und stößt dabei auf die Schwierigkeit, sich zu erinnern.
Mit "Mr. Holmes" zeigt Ian McKellen eine ganz andere Seite des weltberühmten Detektivs. Der sonst so geniale Mann ist gebrechlich und trübselig geworden und hat auch geistig mit den Erscheinungen seines Alters zu kämpfen. Das Drama legt seinen Fokus, wohl zum ersten Mal in der Geschichte, nicht auf den Fall, sondern auf die Person des Detektivs. Dabei bringt das Ganze ein gewisse Schwere mit sich, denn der Verlust der anderen vertrauteren Charakteren Watson und Mycroft, die vor Holmes' verstorben sind, setzen auch dem Ermittler schwer zu.
Quelle: Alamode
Szenenbild aus "Mr. Holmes"
Welche Sherlock-Holmes-Verfilmung findet ihr am besten? Welche vermisst ihr auf unserer Liste?
