Schurken, Spieler und andere Spießgesellen: Die besten Gaunerkomödien - Teil 1

Special Emanuel Bergmann Belana Ritter David Bummer
Schurken, Spieler und andere Spießgesellen: Die besten Gaunerkomödien - Teil 1
Quelle: Universal; DCM

Sympathische Gauner - sie verkörpern meist das, wonach wir Normalsterblichen streben: Unabhängigkeit, Schläue, Witz, Reichtum, Hand- und Schlagfertigkeit. Unsere Faszination für das Böse ist in der Freiheit begründet, mit jedem Gesetzesbruch, ungeschoren davonzukommen. Mit geradezu spielerischer Leichtigkeit laufen die gerissenen Halunken der Filmgeschichte durch ihr Leben, plündern Casinos, brechen in Banken ein, aus Gefängnissen aus und führen leidenschaftliche Liebschaften mit charmanten Schönheiten. 1973 setzte "Der Clou" mit Robert Redford neue Maßstäbe für den Gangsterfilm. Zu Redfords Leinwandabschied mit "Ein Gauner & Gentlemen" haben wir für euch in zwei Specials jeweils die größten Ganovenstreifen vor und nach "Der Clou" gesammelt.

Nächste Woche erscheint "Ein Gauner & Gentleman", der wohl letzte Film mit der Schauspielerikone Robert Redford, in den Kinos. Mit seinem finalen Auftritt auf der großen Leinwand gelingt es dem mittlerweile 82-Jährigen noch einmal das Gefühl seiner erfolgreichen Schurkenkomödie "Der Clou" aus dem Jahr 1973 einzufangen, die bei den damaligen Academy Awards für zehn Preise nominiert war und sieben davon ergatterte. Dieses Ereignis war damals eine Sensation, denn noch nie zuvor hatte eine Komödie solch einen großen Erfolg bei den Oscars erfahren. Auch nach "Der Clou" schaffte es kein Film dieses Genres bei den Academy Awards so gut abzuschneiden. Mit Redfords Revival des Genres wollen wir nochmal auf die großen Klassiker der Gaunerkomödien der letzten Jahrzehnte zurückblicken. Als Teil 1 unserer Einstimmung auf "Ein Gauner & Gentleman" haben wir euch eine Liste mit den Highlights dieses Genres zusammengestellt, die vor "Der Clou" in die Kinos kamen. Nächste Woche folgt dann mit Teil 2 solche Filme, die nach "Der Clou" entstanden und sich an diesem als Maß aller Dinge messen mussten.

Die Falschspielerin (1941)

Eine klassische Screwball-Comedy von Komödien-Meister Preston Sturges (Atemlos nach Florida - auch ein Klassiker des Genres), in der die wunderbare Barbara Stanwyck als kurvige und gewitzte Betrügerin einen reichen Bier-Erben (Henry Fonda) kennen und lieben lernt.
Szenenbild aus 'Die Falschspielerin' Quelle: SZ-Cinemathek Szenenbild aus "Die Falschspielerin"

Adel verpflichtet (1949)

Alec Guinness brilliert in seiner Rolle als kleiner Mann mit großem Adelstitel. Als 10. Herzog von Chalfont will sich der Kleinbürger in seiner eigenen Familie nach oben morden, um selbst Herzog zu werden. Ein köstliches und rabenschwarzes Vergnügen.
Szenenbild aus 'Adel verplichtet' Quelle: Studiocanal Szenenbild aus "Adel verplichtet"

Über den Dächern von Nizza (1955)

Cary Grant spielt den Ex-Profi-Dieb John "Die Katze" Robie, der als wohlhabender Müßiggänger in Südfrankreich lebt. Zu dumm nur, dass ein Fremder anfängt, Einbrüche in exakt seinem Stil zu begehen. Mithilfe einer umwerfend schönen Millionenerbin (Grace Kelly) kommt Robie auf einen verwegenen Plan, um dem Emporkömmling das Handwerk zu legen. Hitchcocks Klassiker lebt von den traumhaften Locations, der witzigen Handlung und den verspielt-anzüglichen Dialogen. Ein perfekter Film!
Szenenbilld aus 'Über den Dächern von Nizza' Quelle: Paramount Szenenbilld aus "Über den Dächern von Nizza"

Ladykillers (1955)

Mackendrick war einer der besten Regisseure, die die britischen Ealing-Studios zu bieten hatten, und sein Film "Ladykillers" ist mit Abstand die schönste Krimi-Comedy, die die Firma produziert hat. Alec Guinness spielt einen Profi-Bankräuber, der mit einer sehr sinistren Bande eine Bank überfällt und später die einzige Zeugin aus dem Weg räumen muss: Mrs. Wimmerforce (Katie Johnson), eine alte, alleinstehende und scheinbar ziemlich verwirrte Witwe, die die harten Kerle trotzdem zu überlisten versteht. In Nebenrollen sind unter anderem Herbert Lom (Der Rosarote Panther) und Peter Sellers (Dr. Seltsam) zu sehen.
Szenenbild aus 'Ladykillers' Quelle: Studiocanal Szenenbild aus "Ladykillers"

Wir sind keine Engel (1955)

Ausnahmsweise mal kein Einbruch, sondern ein Ausbruch: Humphrey Bogart ("Casablanca"), Peter Ustinov ("Spartacus") und Aldo Ray ("Die Nackten und die Toten") spielen drei verurteile Kriminelle, denen die Flucht von der berüchtigten Teufelsinsel gelingt, und die sich zu Heiligabend bei einer schrecklich netten Fa­milie einschleichen. 1989 drehte Neil Jordan (The Crying Game) ein Remake mit Robert De Niro und Sean Penn.
Szenenbild aus 'Wir sind keine Engel' Quelle: Paramount Szenenbild aus "Wir sind keine Engel"

Manche mögen's heiß (1959)

Die - neben Der Clou - wahrscheinlich beste Gauner-Komödie aller Zeiten und einer der brillantesten Filme schlechthin. Billy Wilders kongeniale Farce fängt mit einem Massaker an, wird dann aber bald zu einer geistreichen Screwball-Comedy mit als Frauen verkleideten Männern, amourösen Millionären, blonden Starlets und Freunden der ita­lienischen Oper. Mit Jack Lemmon, Tony Curtis und Marilyn Monroe.
Szenenbild aus 'Manche mögen's heiß' Quelle: Fox Szenenbild aus "Manche mögen's heiß"

Frankie und seine Spießgesellen (1960)

Einer der schönsten und feuchtfröhlichsten Filme des "Rat Packs" ist sicherlich der Original-Ocean's 11 von Regisseur Lewis Milestone (Im Westen nichts Neues), einem der vielseitigsten Regisseure seiner Zeit, der hier eine charmante und unterhaltsame Krimi-Komödie um den ultimativen Casino-Raub in Las Vegas hinlegt. Wer nur das Remake kennt, sollte sich auch die Vorlage ansehen - der Film ist auch heute noch enorm unterhaltsam.
Szenenbild aus 'Frankie und seine Spießgesellen' Quelle: Fox Szenenbild aus "Frankie und seine Spießgesellen"

Charade (1963)

Der gerade erst verstorbene Regisseur Stanley Donen (Singin' in the Rain) wanderte in den Sechzigerjahren aus Hollywood aus und zog nach London, dort drehte er eine Reihe schöner und schräger Filme, die von der britischen New Wave inspiriert waren, unter anderem das enorm spannende Thriller-Komödien-Highlight Charade mit Cary Grant, Audrey Hepburn und Walter Matthau. Hepburn spielt eine junge Witwe, deren Mann unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Nun wollen drei unheimliche Männer an ihr Erbe von einer Viertelmillion Dollar kommen und schrecken dabei vor nichts zurück ...
Szenenbild aus 'Charade' Quelle: Studiocanal Szenenbild aus "Charade"

Topkapi (1964)

Jules Dassin (Rififi) war zweifellos einer der besten Regisseure seiner Zeit. Der Mann, der Amerika in den Fünfzigerjahren verlassen musste, weil man ihn verdächtigte, ein Kommunist zu sein, drehte in Europa einige sehr schöne Filme über Heimatlose in kniffligen Situationen. Sein Topkapi erzählt vom Einbruch in die berühmte Festung im Herzen von Istanbul. Dank toller Besetzung (Peter Ustinov, Maximilian Schell) ein ebenso spannendes wie witziges Vergnügen.
Szenenbild aus 'Topkapi' Quelle: Koch Szenenbild aus "Topkapi"

Der rosarote Panther (1964)

Die Comedy-Reihe hat seit Jahrzehnten Kultstatus, die Qualität der verschiedenen Filme variiert allerdings sehr. Der erste Film von Regisseur Blake Edwards (Frühstück bei Tiffany) ist sicherlich noch der beste: Gentleman-Dieb Sir Charles "Das Phantom" Litton (Charles Niven) schleicht sich durch glamouröse Luxushotels und versucht, den unbezahlbaren "Rosaroten Panther"-Diamanten zu stehlen. Der lange Arm des Gesetzes ist dabei unglücklicherweise von dem grenzdebilen Jacques Clouseau (Peter Sellers) vertreten. Sehr zu empfehlen ist auch die Fortsetzung Ein Schuss im Dunkeln (1964) mit Elke Sommer.
Szenenbild aus 'Der rosarote Panther' Quelle: Warner Szenenbild aus "Der rosarote Panther"

Sieben gegen Chicago (1964)

Angeblich war dieses köstliche Gauner-Comedy-Musical von dem Gangsterboss Mickey Cohen inspiriert, der in Los Angeles mit sieben Handlangern - abfällig die "sieben Zwerge" genannt - seine Art von Gerechtigkeit umsetzte. Das Rat Pack verlegte die Handlung nach Chicago und aus den sieben Gangstern wurden moderne Robin-Hood-Figuren. Auch heute noch ein herrliches Vergnügen.
Szenenbild aus 'Sieben gegen Chicago' Quelle: Warner Szenenbild aus "Sieben gegen Chicago"

Jagt den Fuchs! (1966)

Der großartige Peter Sellers spielt den italienischen Gauner Federico Fabrizi, der als Filmregisseur getarnt vor den Augen der Welt eine Ladung gestohlener Goldbarren nach Europa schmuggeln soll - und zwar in aller Öffentlichkeit. Dabei will er so tun, als seien die Goldbarren Requisiten einer Szene in einem avantgardistischen Film. Hier werden Gauner-Klischees und die Filmwelt gleichzeitig mit liebevollem Sarkasmus bedacht.
Szenenbild aus 'Jagt den Fuchs!' Quelle: Sony Szenenbild aus "Jagt den Fuchs!"

Wie klaut man eine Million? (1966)

Auch dieser Film spielt - wie Charade - in Paris, einer Stadt, die für Betrüger und Gauner wie geschaffen zu sein scheint. In William Wylers wunderbarer Komödie wollen Audrey Hepburn und Peter O'Toole eine Statue klauen.
Szenenbild aus 'Wie klaut man eine Million?' Quelle: Fox Szenenbild aus "Wie klaut man eine Million?"

The Italian Job - Charlie staubt Millionen ab (1969)

Ein Klassiker schlechthin, mit viel Witz und Stil, aber heute kaum noch bekannt. 2003 entstand daher auch ein Remake. Im Original spielt Michael Caine den Meisterdieb Charlie Croke, der im italienischen Turin einen Goldraub durchziehen soll.
Szenenbild aus 'The Italian Job - Charlie staubt Millionen ab' Quelle: Paramount Szenenbild aus "The Italian Job - Charlie staubt Millionen ab"
Welche Gaunerkomödie vor 1973 findet ihr am Besten? Welche vermisst ihr auf unserer Liste?

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