Keine friedlichen Absichten: Alien-Invasionen im Film
Special
Am Donnerstag startete mit "A Quiet Place" der neue und bisher viel gelobte Alien-Schocker von John Krasinski hierzulande in den Kinos. In diesem kämpft eine Familie ums Überleben, nachdem die Erde von einer gefährlichen Alien-Spezies überrannt wurde, die gegen herkömmliche Waffen praktisch immun zu sein scheint und zudem in der Lage ist, schon auf das leiseste Geräusch hin, die Fährte ihrer Opfer aufzunehmen. Während es nun abzuwarten gilt, welchen Eindruck Krasinski's Werk bei den deutschen Zuschauern hinterlässt, bietet "A Quiet Place" die perfekte Gelegenheit einen Blick zurück, auf die bisher eindrucksvollsten Invasionen aus dem All zu werfen.
Dass wir Menschen nicht allein im unendlichen Weltraum sind, gilt, obwohl es bisher noch an einem endgültigen Beweis mangelt, als gesichert. Während die Wissenschaft schon den Fund von mikro-biologischen Lebewesen, wie zum Beispiel Bakterien, auf fremden Planeten als großen Fortschritt bei der Suche nach außerirdischen Leben feiern würden, so denkt so mancher Theoretiker in weit größeren Dimensionen und vermutet gar im Fortschritt der menschlichen Zivilisationen das Einwirken von intelligenten und hoch technologischen Alien-Spezies. Die perfekte Geometrie der ägyptischen Pyramiden oder die Nazca-Linien in Peru seien, laut besagter Theoretiker, für die damaligen menschlichen Zivilisationen ohne Hilfe kaum zu bewerkstelligen gewesen.
Was auch immer letztendlich der Wahrheit entsprechen mag, die Faszination der Menschen gegenüber außerirdischen Leben ist bis heute ungebrochen. So ist es auch kein Wunder, dass Aliens und so ziemliche alle um diese herum existierenden Theorien ihren Eingang in unsere Film-Kultur sowie in so ziemlich jedes Genre gefunden haben und bis heute als Publikums-Magnet fungieren. So eroberte der freundliche Außerirdische E.T. in Spielbergs gleichnamigen Film viele Herzen, bei seinem Versuch nach Hause zu telefonieren, "Inidiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" folgte der These der Prä-Astronautiker und offenbarte eine außer-dimensionale Alien-Spezies als Ursprung der südamerikanischen Zivilisationen und Ridley Scotts "Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" bediente unsere Angst vor einem lauernden Schrecken in der stillen Einsamkeit des weiten Universums.
Eines der präsentesten Film-Szenarien mit außerirdischen Leben ist jedoch die Invasion dieser auf unsere Erde. Dieser Thematik liegt die Übertragung eines wesentlichen Merkmals der menschlichen Historie, auf außerirdische Zivilisationen zu Grunde: Der Expansion-Drang hoch entwickelter Zivilisationen auf weniger fortgeschrittene Kulturen. Dem Beispiel des westlichen Imperialismus des späten 19. Jahrhunderts folgend, brechen, zumeist aus dem Nichts, biologisch- oder technologisch- hochentwickelte Aliens über die Menschheit (vornehmlich Amerika) herein, um diese zu Zwecken der Neuland-Gewinnung oder der Ausbeutung von Ressourcen zu unterwerfen oder auszulöschen.
So stellen wir euch in unserem dieswöchigen Special sieben prominente Filme rund um fiese Alien-Rassen und deren Expansions-Bestrebungen auf die Erde vor und freuen uns wie immer, wenn der geneigte Leser die vorgestellte Liste in dem Kommentaren mit seinen persönlichen Favoriten ergänzt. Zudem sei an dieser Stelle noch vor dem einen oder anderen Spoiler, der nun folgen könnte, gewarnt.
1. Independence Day (1996)
Quelle: Fox
"Independence Day" (1996): Mit riesigen Raumschiffen zerstören Außerirdischen am Tag vor dem Independence Day die größten Metropolen der Menschheit.
Am 04. Juli feiern die Amerikaner traditionsgemäß ihre Unabhängigkeit. In Roland Emmerichs Film "Independence Day" aus dem Jahr 1996 werden die Vorbereitungen für die Festivitäten allerdings durch das jähe Auftauchen eines riesigen Alien-Kreuzers, der sage und schreibe ganze 550 Kilometer im Durchmesser aufweist, gestört. Auch wenn Präsident Whitmore (Bill Pullman) zunächst an eine friedliche Kontaktaufnahme glaubt, so ist der von Jeff Goldblum gespielte Satellitentechniker David Levinson davon überzeugt, in einem geheimen Code den Countdown zu einer großangelegten Invasion gefunden zu haben, was durch die kurz darauf erfolgende Zerstörung von Metropolen wie Washington D.C,, New York und Berlin bewiesen wird. Versuchte Gegen-Offensiven seitens der Menschen scheitern immer wieder an der überlegenen Schild-Technologie der Aliens und die Lage erscheint zunehmend hoffnungslos. Erst mit der Entwicklung eines Computervirus gelingt es, die Alien-Schilde zu sabotieren und diese mit der geballten Macht der amerikanischen Air Force zu besiegen.
Auch wenn sich an Emmerichs Werk die Geister scheiden und der zur Schau gestellte amerikanische Pathos so ziemlich jeden Nicht-Amerikaner die Augen verdrehen lässt, so ist doch "Independence Day" großes Actionspektakel und gilt durchaus als Archetyp von Filmen mit Alien-Invasionen als Thematik. Diskussionen inwiefern ein Raumschiff mit solch übertriebenen Ausmaßen überhaupt der Realität entsprechen könnte, gehören, wie bei allen Sci-Fi-Filmen, erstmals hintangestellt.
2. Mars Attacks! (1997)
Quelle: Warner
"Mars Attacks!" (1997): Die marsianischen Aliens nehmen jeglichen Anlass, um die Amerikaner mit Angriffen zu schwächen.
Unter anderem als Persiflage auf "Independence Day" angedacht, lieferte Tim Burton 1997 mit seinem Film "Mars Attacks!" einer eher komödiantische Version einer Alien-Invasion, mit zum Teil recht skurrilen Elementen.
Bei Burton gestaltet sich der interstellare Konflikt als eine Art Nachbarschafts-Krieg, als eine auf dem Mars beheimate Alien-Rasse mit einer großen Raumflotte zur "benachbarten" Erde aufbricht. Auch hier glaubt man mit diplomatischen Mitteln ein friedliches Miteinander zu finden, doch nutzen die Marsianer einfache menschliche Aktionen, wie das Freilassen von Friedenstauben, als Anlass um ein Massaker unter den hilflosen US-Streitkräften anzurichten. Auch die menschliche Trumpfkarte, die Atomrakete, erweist sich gegen die Aliens als nutzlos. Rettung findet sich schlussendlich in Musik mit extrem hohen Tonlagen, die die Gehirne der Invasoren zum Platzen bringen.
Mit viel Albernheit und schwarzen Humor bedient "Mars Attacks!" nicht nur sämtliche Alien-Klischees, sondern veräppelt zugleich das gängige amerikanische Pathos-Gehabe. Bestimmt nicht für jedermann geeignet, aber wer für verrückte Ideen und Genre-Parodien zu haben ist, wird seinen Spaß bei "Mars Attacks" haben.
3. Krieg der Welten (2005)
Quelle: Universal
"Der Krieg der Welten" (2005): Während sich die amerikanischen Streitkräfte zurückziehen, machen die Aliens in ihren Kriegsmaschinen Jagd auf Zivilisten.
2005 adaptierte Regisseur Steven Spielberg mit "Krieg der Welten" den gleichnamigen Roman des Autors H. G. Wells sowie die bereits seit 1953 existierende Verfilmung "Kampf der Welten". In diesem ist die Erde bereits seit langem im Visier einer außerirdischen Spezies, die als Vorbereitung für ihre Invasion bereits vor längerer Zeit ihre dreibeinigen Kriegs-Maschinen unter der Erde unserer Welt versteckte. Mit Beginn der eigentlichen Invasion, bringen diese die Menschheit in arge Bedrängnis, die gegen deren Schutzschilde machtlos zu sein scheint. Zudem machen die Aliens gezielt Jagd auf die Menschen, um durch deren Blut den idealen Dünger für ihre eigene Flora zu kreieren, mit welcher die Außerirdischen ihr Terraforming betreiben. Im Gegensatz zu den bisher beschriebenen Filmen, gebieten in "Krieg der Welten" aber keine menschlichen Errungenschaften den Aliens Einhalt, sondern unsere Erde selbst, die sich mit ihren Bakterien als tödliches Umfeld für die Invasoren erweist.
Auch wenn Spielberg den Titel seiner literarischen Vorlage übernimmt, so gestattet er sich doch große Freiheiten bei deren Adaption, so dass diese nur als lose bezeichnet werden kann. Bemerkenswert ist zudem der zeitliche Rahmen, in welchem der Film produziert wurde, so dass zwischen Drehstart und Veröffentlichung gerade einmal sieben Monate lagen. Darin mag allerdings auch die Ursache liegen, dass Spielbergs "Krieg der Welten", trotz aller düsteren Imposanz, mit vielen Plot-Löchern und sehr flachen Charakteren aufwartet.
4. World Invasion: Battle Los Angeles (2011)
Quelle: Sony
"World Invasion: Battle Los Angeles" (2011): Im völlig zerstörten Los Angeles liefern sich die US-Marines einen blutigen Häuserkampf mit den außerirdischen Invasoren.
Bei "World Invasion: Battle Los Angeles" ist der Name Programm. Im Jahr 2011 greifen Aliens die Erde an, um die reichlich vorhandene Ressource Wasser auszubeuten, die unter anderem als Treibstoff von den Außerirdischen genutzt wird. Während es überall auf der Erde in küstennahen Städten zu militärischen Auseinandersetzungen mit den Invasoren kommt, konzentriert sich "Battle Los Angeles", nun ja, auf Los Angeles. Auch wenn "World Invasion", genauso wie seine Genre-Geschwister auf die technologische Hoheit der Aliens als Spannungsgarant setzt, so ist die Lücke zwischen der irdischen und außerirdischen Kampfkraft nicht ganz so hoch. Letztendlich gelingt es einer Infanterie-Einheit eines der Hauptschiffe zu zerstören und somit die Lufthoheit der US-Airforce erneut zu sichern.
Im Gegensatz zu vielen Alien-Filmen, setzte "World Invasion: Battle Los Angeles" nicht auf die Perspektive einer zivilen Gruppe, die um ihr Überleben rennt, sondern folgt einer Einheit aus Marines ins direkte Kampf-Getümmel. Auf den typischen Pathos und stumpfe Dialoge schafft es der Film aber leider nicht zu verzichten. Nichtsdestotrotz wird ein großes Actionspektakel geboten, das als solches auch durchaus genossen werden kann.
5. Battleship (2012)
Quelle: Universal
"Battleship" (2012): Zur Abwechslung wird in "Battleship" das Schicksal der Menschheit auf dem Meer ausgefochten.
Spätestens seit 2010 scheint die Zeit, in der Aliens mit großen Raumschiffen direkt über den Metropolen unserer Welt auf Sink-Flug gehen, vorbei. Stattdessen muss das Meer immer häufiger als Landebahn und Aufmarschgebiet für außerirdische Besucher herhalten. So auch in "Battleship". Bei einem Manöver eines internationalem Flottenverbandes, stoßen die beteiligten Kriegsschiffe auf Raumschiffe, die mittels Radar und sonstiger herkömmlicher Technologie nicht zu entdecken sind. In der anstehenden See-Schlacht muss vor allem (und wie könnte es anders sein) die menschliche Seite herbe Verluste einstecken, bis es ihr, mit zur Hilfenahme eines eigentlich ausgemusterten Schlachtschiffes, gelingt das letzte Alien-Schiff zu vernichten.
Auch wenn "Battleship", der sich oft den Vergleich mit den "Transformer"-Filmen gefallen lassen muss, bei den Kritikern zumeist durchfiel, wurde der Film dennoch zu einem kommerziellen Erfolg und konnte an seinem Startwochenende sogar "Die Tribute von Panem" von Platz Eins der Kinocharts in Deutschland verdrängen. Auch hier gilt: Wer über den amerikanischen Hurra-Patriotismus hinwegzusehen vermag und seine Freude an großen Effekt-Schlachten hat, ist hier durchaus richtig.
6. Pacific Rim (2013)
Quelle: Warner
"Pacific Rim" (2013): Gegen die riesigen Kaiju-Alien-Monster sind die Jaeger. Kampfanzüge die einzig effektive Waffe.
In Guillermo del Toro's "Pacific Rim" greifen außerirdische Monstrositäten, genannt "Kaijus", aus dem Meer heraus wahllos Küstenstädte an und richten furchtbare Verluste unter der menschlichen Bevölkerung an. Um diese zu bekämpfen konstruieren die Menschen "Jaeger" genannte Kampfanzüge, die jeweils von zwei Piloten gesteuert werden. Wie sich alsbald herausstellt, handelt es sich bei den "Kaijus" um Kreationen einer außerirdischen Rasse, die diese als Vorhut einer eigenen Invasion benutzen. Um dies zu verhindern. werden die "Jaeger" damit beauftragt den interdimensionalen Riss im Pazifik, den die Außerirdischen als Zugang zur Erde geschaffen haben, zu vernichten.
"Pacific Rim" konnte bei seinem Kino-Start sowohl Kritiker, als auch Publikum überzeugen und spielte bei Produktionskosten von 190 Millionen US-Dollar über 407 Millionen Dollar ein. Im Gegensatz zu den zuvor geschilderten Themen-Beispielen wird diesmal auf Aliens gesetzt, die nicht durch Technologie, sondern durch biologische Extremität die Menschheit bedroht.
7. Edge of Tomorrow - Live. Die. Repeat (2014)
Quelle: Warner
"Edge of Tomorrow - Live. Die. Repeat" (2014): Die Mimics sind eine tödliche Alien-Spezies, die sogar die zeit manipulieren, um die Menschheit auszurotten.
In einer nahen Zukunft wird die Erde von einer Alien-Rasse, genannt Mimics, überrannt. Da die menschliche Heere der Invasions-Streitmacht nichts entgegen zu setzten vermögen, sind in Kürze große Teile Europas erobert und von der menschlichen Bevölkerung gesäubert. Zudem ist das Oberhaupt dieser Spezies, das sogenannte Omega-Mimic, in der Lage die Zeit zu einem gewissen Grad zu kontrollieren. Um die letzten menschlichen Streitkräfte, die sich zur "United Defense Force" zusammengeschlossen zu haben in einer Entscheidungsschlacht zu besiegen, gaben die Mimics vor, eine wichtige Schlacht beim französischen Verdun verloren zu haben, um die Gegenseite zu einem vereinten Schlag zu motivieren. Als aber der strafversetzte Major William Cage (Tom Cruise) in Berührung mit dem Blut eines Alpha-Mimics kommt, gerät er in eine Zeitschleife und ist somit in der Lage durch endloses Trainieren und Probieren den Standort des Alien-Oberhaupts zu lokalisieren und dieses zu vernichten.
Der Zeitschleifen Charakter, alla "Täglich grüßt das Murmeltier", bringt ein erfischendes Element in die Alien-Thematik, da somit einerseits für komödiantische Momente gesorgt wird, aber gleichzeitig Entwicklung, Verzweiflung und Aussichtslosigkeit von Charakter und Menschheit glaubhaft vermittelt werden kann.
Natürlich ist die Liste von Filmen, die sich mit Alien-Invasionen auseinander setzen, weit ergänzbar. Sogar Marvel's Avenger mussten sich in ihrem ersten Film mit einer Alien-Invasion auseinander setzten. Aber wie steht Ihr zu der Thematik? Welche Alien-Invasionen haben euch beeindruckt und welche eher nicht? Wir sind gespannt.
