Mega-Flop an den Kinokassen: Wieso der "beste Actionfilm des Jahres" eigentlich niemals scheitern darf
Kolumne
Und schon wieder floppt die neue Nummer 1 im Kino - unser Autor macht sich langsam Sorgen.
Es ist wie verhext. Aktuell scheint es so, als ob das Kino in einer tiefen Krise steckt. In den letzten Wochen und Monaten reihen sich auf bedenkliche Art und Weise mehrere Flops aneinander, die allesamt für Millionenverluste bei den großen Filmstudios wie Warner, Sony, Universal oder Disney sorgen. Doch woran liegt das?
Planet der Affen, die Neuverfilmung von Ein Colt für alle Fälle mit diesem Barbie-Star und der neue Flop von "Deadpool" Ryan Reynolds schafften es zwar an die Spitze der Kino-Charts, scheiterten jedoch daran, die Produktions- und Marketing-Kosten wieder einzuspielen. Was allerdings auffällig ist: Unter all diesen Nummer 1-"Hits" ist keine so richtige Film-Gurke dabei.
Die gescheiterten Spitzenreiter erhielten teilweise hervorragende Kritiken, sind packend inszeniert und auf die große Leinwand zugeschnitten. Und dennoch zieren sich die Leute, in ausreichender Menge ins Kino zu gehen. So auch bei der aktuellen Nummer 1, die von Kritikerinnen und Kritikern teilweise als bester Action-Film des Jahres geadelt wird.
Dieser Actionfilm floppt trotz Marvel-Star
Furiosa: A Mad Max Saga hat eigentlich alle Zutaten, die ein fulminanter Blockbuster braucht. Eine herausragende Hauptdarstellerin, einzigartige Bilder, eine packende Handlung, die "seicht" genug für die breite Masse des Mainstreams ist und einen der größten Marvel-Stars als Bösewicht (mit neuer Nase). Noch dazu handelt es sich bei Furiosa um ein Prequel einer legendären Filmreihe.
Im Jahr 1980 landete Mel Gibson mit dem ersten Teil einen sensationellen Überraschungserfolg. 35 Jahre später gelang Filmemacher George Miller dann das Kunststück, die Reihe wiederzubeleben, in dem er einfach eine weitere Fortsetzung mit Tom Hardy (Marvel's Venom) drehte und das Publikum den neuen Hauptdarsteller klaglos akzeptierte. Superman und The Witcher können ein Lied davon singen, dass dies nicht allzu selbstverständlich ist. Doch wieso floppt Furiosa, trotz des Potenzials und der vielversprechenden Zutaten?
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Im Nachhinein wird sich George Miller, der Schöpfer der Reihe, fragen müssen, ob eine klassische Fortsetzung mit Tom Hardy nicht vielleicht doch mehr Filmfans ins Kino gelockt hätte. Doch meiner Meinung nach liegt der sprichwörtliche Hund und somit auch der Grund für das Scheitern von Furiosa ganz woanders begraben.
Schadet Streamen dem Kino?
Vor einigen Jahren war es gefühlt so, dass Menschen, die Netflix, Amazon Prime und Disney Plus abonniert haben, solch enthusiastische Filmfans sind, dass sie trotzdem noch häufig ins Kino gehen. Mittlerweile scheint es fast so, als ob Disney, Warner und Co. alles dafür tun, um dem Publikum "abzugewöhnen", sich Blockbusterproduktionen auf der großen Leinwand anzusehen. Noch während die Filme aktuell im Kino laufen, werden sie als "Premium Video on Demand" zum Streamen veröffentlicht.
Das digitale Leihen ist zwar oftmals deutlich teurer als eine Kinokarte, jedoch muss der Filmverleih hierbei nicht die Hälfte der Einnahmen an das Kino abdrücken. Und wenn man als Fan den Film mindestens zu zweit streamt, hat man bereits Geld gespart. Egal, wie riesig der Flachbildfernseher daheim auch sein mag. Eines muss man sich als Filmfan eingestehen.
Zu Hause streamen wird niemals das Erlebnis im Kino ersetzen. Doch wenn die großen Filmstudios gefühlt derart hartnäckig daran arbeiten, das Konsumverhalten der Filmfans weg vom Kinoticket in Richtung Streamen zu pushen, darf man sich nicht wundern, dass grandiose Hollywood-Produktionen reihenweise an den Kinokassen baden gehen.
