Avatar 2: Deshalb ist James Cameron der beste Filmemacher aller Zeiten

Kolumne Tobias Tengler-Boehm
Avatar 2: Deshalb ist James Cameron der beste Filmemacher aller Zeiten
Quelle: Fox

Wieso man James Cameron als besten Filmemacher aller Zeiten bezeichnen muss, obwohl man seine Filme vielleicht nicht mag.

Eines gleich mal vorweg: Der persönliche Geschmack des Autors dieser Zeilen tritt vornehm zurück, wenn es darum geht, James Cameron als "besten" Filmemacher aller Zeiten zu küren. Denn in dieser Kolumne zählt nicht, wie die Werke des Regisseurs künstlerisch einzuordnen sind. Es geht um viel mehr als Kunst. Es geht um das Überleben des Kinos. Dabei gilt es zu beachten, dass James Cameron mit Avatar - The Way of Water von Erfolg zu Erfolg eilt. Gerade gelang es dem legendären Filmemacher in Deutschland die Plätze 1 - 3 der Liste der umsatzstärksten Filme aller Zeiten zu erobern. Das sagt viel über die Fähigkeiten des Regisseurs, Drehbuchautors, Produzenten und Oscar-Gewinners aus.

Kino ist erfolgreicher denn je - trotz Pandemie, Inflation und Energiekrise

Hinter der Kinobranche liegen harte Monate und Jahre. 2020 zog die Corona-Pandemie den Betreibern von Lichtspielhäusern (und beileibe nicht nur denen) die Existenzgrundlage abrupt unter den Füßen weg. Und noch bis ins Jahr 2022 bedeuteten (sicherlich dringend nötige) weltweite Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie schmerzhafte Einschnitte für das Geschäft mit den Kinotickets. Kaum gehören die Corona-Bestimmungen offensichtlich der Vergangenheit an, trifft die durch den brutalen russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ausgelöste Energiekrise und damit verbundene Inflation die Branche mit voller Wucht.

In den letzten Monaten wäre es nur allzu verständlich gewesen, wenn Menschen aufgrund steigender Heizkosten und Lebensmittelpreise auf einen Kinobesuch, der teilweise mehr als 10 Euro pro Person zu Buche schlägt, schlichtweg verzichtet hätten. Streaming-Dienste wie Netflix, Disney Plus oder Sky bieten unzählige Filme und Serien für den Preis einer einzigen Kinokarte pro Monat. Doch entgegen aller Befürchtungen platzen die Kinosäle der Welt seit Dezember Woche für Woche aus allen Nähten. Wie kann das sein?

Wieso man James Cameron als besten Filmemacher aller Zeiten einordnen "muss"!

Der derzeitige Erfolg des Kinos hat einen Namen: James Cameron! Man muss seine Filme nicht mögen und kann trotzdem neidlos anerkennen, dass Avatar - The Way of Water trotz der katastrophalen Rahmenbedingungen seit Wochen jeden anderen Film an den Kinokassen in Grund und Boden stampft. Offenbar hat der kanadische Filmemacher mit seinem Blockbuster ein Kinoerlebnis geschaffen, dessen Qualitäten so herausragend zu sein scheinen, dass es die Massen unabhängig von Kultur und Ländergrenzen auch lange nach dem Anfangs-Hype in Scharen in die Kinos lockt.

Dass dies ohne bunt verkleidete, vor Greenscreens umher hampelnde Superhelden möglich ist, wertet diesen Erfolg noch weiter auf. Ein Erlebnis zu schaffen, dass in dieser Form nur im Kino möglich ist, zahlt sich offenbar aus. Das bewies auch der phänomenale Erfolg von Top Gun: Maverick, den man an dieser Stelle nicht unterschlagen darf.

Berücksichtigt man jetzt noch Meisterwerke wie Aliens - Die Rückkehr (1986) oder Terminator 2 - Tag der Abrechnung (1991), dann sollte es wirklich nicht mehr schwerfallen, James Cameron als "besten", ja vielleicht sogar wichtigsten Filmemacher für das Medium Kino anzuerkennen. Wenn es um moderne Blockbuster geht, ist für mich persönlich sein Landsmann Denis Villeneuve aufgrund von Werken wie Dune oder Blade Runner 2049 der weitaus fähigere Filmemacher. Doch James Cameron hat dank Avatar - The Way of Water das Kino mal eben vor dem möglichen Untergang gerettet. Und dafür gebührt ihm berechtigterweise die volle Anerkennung als bester Filmemacher aller Zeiten.

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