Jetzt machen SNKs Bitmap-Helden auch in der dritten Dimension Ernst: Das zweite 3D-King of Fighters hat es in sich.
SNK ist einer der letzten großen Verfechter klassischer 2D-Tradition. Aber auch die Kampfsport-Experten aus Osaka sind sich der traurigen Tatsache bewusst, dass etliche Spieler flache Bitmap-Grafiken heute fälschlicherweise für überholt und überflüssig halten.
Die langweiligen Bosskämpfe gegen Brocken wie diesen erfordern lediglich stumpfes Tastenhämmern.
Daher wagten die Schöpfer der traditionsreichen "King of Fighters-Serie" vor etwa zwei Jahren den riskanten Schritt in die dritte Dimension: Aus liebevoll gezeichneten 2D-Sprites wurden ordentlich animierte 3D-Objekte, die Spielmechanik hat sich ebenfalls geändert. Wo vorher in erster Linie taktisches Vorgehen und ein geschicktes Händchen beim Ausführen der kniffligen Spezialmanöver gefragt waren, darf der Spieler jetzt auch mit typischem 3D-Buttonmashing dem Gegner ellenlange Kombos verpassen. Kurzum: "King of Fighters: Maximum Impact" war ein netter Genre-Hybride, der Elemente aus der 2D- und der 3D-Welt recht ordentlich vermischte.
Jetzt aber richtig!
Überraschungsgast: Unter den vielen geheimen Kämpfern befindet sich auch Metal Slug-Söldnerin Fio.
Nun legt Teil zwei in jeder Beziehung einen drauf. Die Grafik ist besser, die Kämpferauswahl größer, und die zahlreichen Geheimnisse halten den Spieler zusammen mit der ausgezeichneten Spielbarkeit ordentlich bei der Stange. Klar, die PS2-Genre-Referenzen von Namco und Sega sehen hübscher aus, trotzdem weiß der zweite 3D-"King of Fighters" zu gefallen. Die Figuren sind klasse modelliert und kommen in zahlreichen Kostüm-Variationen daher, die pyrotechnischen Knallereien bei den Special-Moves zaubern Spezialeffekte auf den Bildschirm.
Er kann's immer noch: Altstar Terry Bogart überzeugt mit flotter Beinarbeit, Mignon geht da erstmal in Deckung.
Die Animationen der Figuren sind zudem stimmig und sauber -- eine grundsolide Sache. Die lästigen Zwischensequenzen des Erstlings sind über Bord geflogen, jetzt dürfen Sie auch im Story-Modus ohne Zwangspausen prügeln -- gut so, die belanglose Story um das Verbrechersyndikat hat sowieso keinen interessiert, die kurzen Konversationen, die manche der Figuren vor dem Kampf führen, sind schon interessanter. Dank stimmigem Charakterdesign, einigen interessanten Spielmodi und einer Menge an freispielbaren Bonusfiguren werden auch Prügel-Neulinge gut unterhalten. Zwar müssen sich die Verfasser der deutschen Texte eine gewisse Schludrigkeit vorwerfen lassen, dafür sorgt der 60Hz-Modus für Vollbild und Originalgeschwindigkeit.
