Sieben Mörder müsst ihr sein: Capcom schickt euch auf eine Reise in die Abgründe der menschlichen Seele. Erschreckend, einzigartig -- krank!
S chräge Gestalten sind für Videospielredakteure nichts Neues: Ob größenwahnsinniger Entwickler oder fanatischer Genre-Anhänger -- man trifft im Laufe der Zeit auf so einige Sonderlinge. Der Held von "Killer 7" jedoch schießt den Vogel endgültig ab, geistern doch im Kopf von Harman Smith gleich sieben Persönlichkeiten umher, die der senile Rollstuhlfahrer (!) bei Bedarf als Ersatzkörper verwendet.
Wozu der Rollentausch? Ganz einfach, die Erde wird von lachenden Bösewichtern namens Heaven Smile bedroht -- und nur Mr. Smith beziehungsweise seine Persönlichkeiten können das Unheil abwenden.
Spitzbuben auf Schienen
Ihr findet schon die Story reichlich absurd? Dann wartet mal, bis ihr "Killer 7" gespielt habt! Der Action-Cocktail wirft nämlich alle Kontroll-Konventionen über Bord und schockt euch mit einer eigenartigen Steuerung. Statt frei in den Polygon-Levels herumzulatschen, wandelt das skrupellose Septett ausschließlich auf vorgegebenen Pfaden. Nur an Abzweigungen entscheidet ihr, in welcher Richtung es weitergehen soll.
Aufgelockert wird das stupide Linienlaufen durch Kämpfe mit zahlreichen Monstern. Per Schultertaste wechselt ihr in die Ego-Sicht und lasst eure Knarre sprechen. Übrigens: Wer präzise zielt, genießt bei "Killer 7" höheres Ansehen. Trefft ihr die glühende Schwachstelle eines Schurken, zerplatzt der Kerl und ein Schluck Blut wandert auf euer Konto. Seltsam, aber praktisch: Mit dem Lebenssaft wertet ihr Charakterattribute wie Angriffskraft oder Nachladetempo auf.
Obwohl die Schießereien im Zentrum stehen, warten auch Rätsel. Meist müsst ihr zwischen den Helden hin und her wechseln, um die Puzzles zu meistern. Während Coyote etwa Schlösser knackt, räumt nur Mask schwere Gegenstände aus dem Weg. ? Thorsten Küchler
