Jede Menge Kohle

Test

Das Ruhrgebiet hat viele prominente Gesichter. Atze Schröder, Ralf Richter, Herbert Knebel, Willy Thomczyk, Herbert Grönemeyer, Rudi Assauer, Helge Schneider und Hape Kerkeling sind Repräsentanten einer Region, die vor über 100 Jahren zum kulturellen Schmelztiegel wurde. Bei solchen Aufzählungen wird eine Ruhrpott-Persönlichkeit fast immer vergessen: Adolf Winkelmann.

Aufgewachsen in Dortmund, versuchte sich der Sohn einer Sekretärin und eines Speditionskaufmanns bereits früh an Kurzfilmen. Nach Arbeiten für Fernsehen und Theater gab Winkelmann mit "Die Abfahrer" 1978 sein Spielfilmdebüt. Drei Jahre später folgte "Jede Menge Kohle".

Detlev Quandt spielt darin den Bergmann Katlewski, der aus seinem Alltag ausbrechen will. Nachdem er tagelang unter Tage verschwunden ist, taucht er in Dortmund wieder auf. Ab da führt er ein außergewöhnliches Aussteigerleben. In der aufgeschlossenen Ulli (Uli Heucke) findet Katlewski eine Seelenverwandte, die ihm Unterschlupf gewährt. Für eine gemeinsame Zukunft fehlt nur eins: das nötige Geld.

Winkelmanns Mut, den Film in Cinemascope und mit Dolby Stereo-Ton zu filmen, wurde mit zwei Bundesfilmpreisen belohnt. Für die DVD wurde das Original-Negativ neu abgetastet.PK n

Fazit

Film-Check: Adolf Winkelmann zeichnet das Porträt eines Außenseiters, der einen unkonventionellen Weg einschlägt, um sein Spießerleben hinter sich zu lassen. Dabei beweist der Regisseur ein gutes Auge für eine detaillierte Milieudarstellung und überrascht mit ironisch-trockenem Humor. Wer mit einem sehr trägen Erzähltempo nichts anfangen kann, sollte diesen Streifen aber meiden.
DVD-Fazit: Winkelmanns Film sieht auf dieser DVD wahrscheinlich besser aus als zum Kinostart. Der Ton stellt zufrieden, ein Making of wäre schön gewesen.

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