In seinem Kriegsdrama schildert Regisseur Sam Mendes auf authentische Weise, was junge US-Marines 1990 im ersten Golfkrieg erlebten
Reizthema
Fünfzehn Jahre nach Ende des ersten US-Golfkriegs wagte sich der für "American Beauty" mit dem Regie-"Oscar" ausgezeichnete Sam Mendes an die Verfilmung eines Stoffes, der im Amerika des George W. Bush für Diskussionsstoff sorgen sollte. Tatsächlich nahmen amerikanische Kritiker den Film gemischt auf. Philip Wuntch von den Dallas Morning News brachte es auf den Punkt: "Jarhead" werde vielen Zuschauern gefallen, manch einer dürfte sich jedoch am Kopf kratzen. Jeder aber werde Fragen stellen.
Das Einspielergebnis lag unter den Erwartungen. Bei Kosten von 72 Mio. Dollar spielte der Film in den USA nur 62 Mio. wieder ein (weltweit 97 Mio.). Ein Grund für dieses Resultat könnte gewesen sein, dass im Vorfeld der Eindruck eines Actioners im Stile von "Black Hawk Down" entstanden war. Wer mit diesen Erwartungen ins Kino ging, konnte nur enttäuscht werden.
Universal veröffentlichte den Film in zwei Versionen auf DVD, wobei die Single-Disc der ersten Scheibe der 2-Disc Limited Edition entspricht. Letztere Umsetzung lag DVD VISION zum Test vor. Auf Disc 1 gibt es gleich zwei filmbegleitende Kommentare. Im ersten geht Sam Mendes ausführlich auf viele Aspekte der Produktion ein, im zweiten kommen Anthony Swofford sowie der Drehbuchautor und Vietnamveteran William Broyles Jr. zu Wort. Als ehemalige Soldaten berichten sie von ihren Kampferfahrungen und schildern, wie sie diese im Skript unterbrachten.
Hinter "Swoffs Fantasien" (6:14) stecken vier witzige entfernte Szenen, die "Jarhead" eine satirischere Note gegeben hätten. Zu den ungekürzten Interviews aus dem Film (16:39) gibt es ebenso wie zu den elf regulären deleted Scenes einen optionalen Kommentar von Regisseur Mendes und Cutter Walter Murch.
Die Bonus-Disc wurde mit drei gelungenen Dokus versehen, zu denen Mendes jeweils eine Einleitung spricht. Die "Jarhead-Tagebücher" (30:41) ermöglichen Einblicke in die Dreharbeiten, "Background" (30:53) vertieft diese. Nachdenklich stimmt "Semper Fi: Das Leben nach dem Korps" (35:59). Darin lernen wir einige Veteranen kennen und erfahren, wie problematisch ihre Rückkehr ins Zivilleben war.
