Iron Harvest in der Vorschau: Wir haben die neue Saxony-Kampagne angespielt

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Iron Harvest in der Vorschau: Wir haben die neue Saxony-Kampagne angespielt
Quelle: PC Games

Das RTS-Game Iron Harvest wird von vielen Fans des Genres sehnsüchtig erwartet. So durften wir euch bereits einen Einblick in das Gebaren der schwarz-roten Killermaschinen der Rusviets geben, einer der drei spielbaren Fraktionen. Mit der Saxony-Kampagne kommt nun eine neue Geschichte rund um den geheimnisvollen Kommandanten Gunther von Duisburg, seine beiden Wölfe Nacht und Tag und den übermütigen Prinzen Wilhelm hinzu. Wir verraten euch, worum sich die Geschichte drehen wird, und erläutern euch zudem das Gameplay mit den Einheiten der sächsischen Monarchie. Inklusive Video!

Die Zeit der eisernen Ernte rückt immer näher, denn schon im September kommt die Vollversion des Echtzeitstrategiespiels Iron Harvest auf den Markt. Das Datum ist gut zu merken, denn das Bremer Studio King Art Games hat hier einen netten Marketingtrick gewählt: Setzt man zwei Punkte in der prominenten Jahreszahl 1920, dem Jahr, in dem die Story in der alternativen Geschichtsschreibung des Spiels angesiedelt ist so erhält man 1.9.20, das geplante Releasedatum von Iron Harvest. In verschiedenen Anspielphasen konnten die Fans mittlerweile drei verschiedene Fraktionen kennenlernen: Polania, Rusviet und Saxony, allerdings nur in einzelnen Missionen.

Wir durften nun auch die ersten drei Kampagnen-Kapitel zum stolzen sächsischen Imperium ausprobieren und sagen euch, was euch erwartet, welche Handlung erzählt wird und welche Figuren ihr dort kennenlernt.

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Jawohl, mein Kommandant!

Auf dem isometrischen Schlachtfeld müssen wir gut taktieren, um nicht von den Feinden überrannt zu werden. Quelle: PC Games Auf dem isometrischen Schlachtfeld müssen wir gut taktieren, um nicht von den Feinden überrannt zu werden. Bei Iron Harvest (jetzt kaufen 41,35 € / 5,99 € ) handelt es sich um ein klassisches RTS ohne viel Schnickschnack, ganz im Stile von Company of Heroes und Co. In isometrischer Perspektive führen wir als Kommandant ein Heer aus verschiedenen militärischen Einheiten in die Schlacht - im Singleplayer gegen den Computer, im Multiplayer gegen die Streitkräfte anderer Spieler. Eine strategische Karte zeigt uns dabei wichtige Punkte und Feinde in der unmittelbaren Umgebung an, die es zu bekämpfen gilt. Dazu müssen wir die individuellen Fähigkeiten unserer Einheiten geschickt einsetzen, um den Gegner zu vernichten. Auch die Umgebung lässt sich dafür nutzen: Hinter Gebäuden, Mauern und Gräben können sich unsere Truppen vor den Angriffen des Feindes schützen, indem wir sie mit einem Klick in Deckung ziehen. Je nach Mission lassen wir in unserem Militärstützpunkt neue Einheiten ausbilden, die Ressourcen wie Öl und Eisen benötigen. Diese Produktionsmittel können wir auf der Karte sammeln oder mit Gruben abbauen.

Die sächsischen Fraktion hat, wie auch die anderen Parteien, sehr geringen Basenbau: Es gibt nur ein paar wenige Gebäude, die mithilfe von Stacheldraht, Mienen und anderen Elementen abgesichert werden können. Auch die Grundeinheiten der Infanterie sind, wie bei allen Fraktionen, identisch.

Statt panischem Geklicke fordern die Schlachten einen mit jeder Menge Taktik. Man muss gut auf seine Einheiten aufpassen und kann sie nicht einfach verheizen, zum einen, da sie einiges an Ressourcen erfordern, zum anderen, da sie nach und nach in verschiedene Ränge aufsteigen können: Verliert man dauernd seine Männer, muss man neue ausbilden, die wieder auf der niedrigsten Stufe starten. Statt impulsiven Angriffen ist also Strategie erforderlich, besonders in der Saxony-Kampagne, denn die ist schon zu Beginn knackig schwer.

Um die Sachsen in der Kampagne zum Sieg zu führen, bewegen wir uns durch lebensfeindliche, verschneite Maps und setzen uns gegen die Armeen von Polania und Rusviet zur Wehr. Dazu erhalten wir klassische militärische Aufgaben wie die Eroberung und anschließende Verteidigung eines Stützpunkts oder einen erfolgreichen Rückzug in die Basis.

Die Exoskelett-Einheit 'Eisenhans' sieht nicht nur imposant aus, sondern ist auch mit mächtigen, weitreichenden Kanonen ausgestattet. Quelle: PC Games Die Exoskelett-Einheit "Eisenhans" sieht nicht nur imposant aus, sondern ist auch mit mächtigen, weitreichenden Kanonen ausgestattet. Besonders prägend für die sächsische Kompanie ist ihre Exoskelett-Einheit. Zwar besitzt jede Fraktion so eine Halb-Mensch-halb-Mech-Division, die Infanterie-Abteilung Pkp 17 "Eisenhans" ist jedoch in ihrer düsteren Gestaltung besonders imposant und einprägsam. Sie besitzt eine geringe Truppengröße von gerade einmal drei Soldaten und ist dank der schweren Rüstung relativ langsam, mit ihren weitreichenden, alles durchdringenden Kanonen ist sie allerdings eine wertvolle Waffe im Kampf. Mitten im Schlachtgetümmel zwischen flinken Gegnern sollte man sie jedoch nicht positionieren.

'Grimmbart' ist einer der Mechs des sächsischen Imperiums, die in Sachen Design durchweg eher kastenartig sind. Quelle: PC Games "Grimmbart" ist einer der Mechs des sächsischen Imperiums, die in Sachen Design durchweg eher kastenartig sind. Zudem stehen uns natürlich auch besondere Mech-Einheiten zur Verfügung, die nicht nur durch ihre imposanten, heroischen Namen wie Grimbart, Erlkönig oder Wotan glänzen. Wie bei den Maschinen der Rusviets haben wir auch beim sächsischen Imperium die Wahl zwischen leicht gepanzerten, wendigeren Vertretern wie der Stiefmutter oder mächtigen wandelnden Festungen wie dem Kaiser. Je nach Taktik steuern wir so flexiblere, ungeschütztere Maschinen, oder schwere, langsame Panzer, die dafür beinahe undurchdringbar sind. Alle sächsischen Mechs sind bezüglich ihrer Namen an deutsche Märchen oder die germanische Mythologie angelehnt.

Keine leichte Kost

Der ungestüme Prinz Wilhelm und der düstere Kommandant Gunter von Duisburg sind die beiden ungleichen Protagonisten in der Sachsen-Kampagne. Quelle: PC Games Der ungestüme Prinz Wilhelm und der düstere Kommandant Gunter von Duisburg sind die beiden ungleichen Protagonisten in der Sachsen-Kampagne. Iron Havest ist mehr als nur ein wildes, auf Krachbumm getrimmtes Kriegsgetümmel. Wer nur nach einem netten Zeitvertreib nebenbei sucht, wird hier vermutlich nicht fündig werden, denn die düstere Dieselpunkwelt ist alles andere als lebensfroh. Basierend auf einer Idee des polnischen Künstlers Jakub Różalski erweckt das Spiel eine alternative Geschichte in Europa nach dem Ersten Weltkrieg zum Leben. Die zerrütteten Nationen tragen eine Vielzahl kleinerer Konflikte mithilfe von riesigen Mechs aus und dieser Krieg ist dreckig, was sich auch in der Erzählweise von Iron Harvest widerspiegelt: Die Kampagnen sind atmosphärisch, ihre Figuren tiefgründig und unsere mörderischen Taten geht oft nicht ohne moralische Bedenken einher. All das ist nicht immer leicht zu verdauen und das ist auch gut so.

Ähnlich nachdenklich zeigt sich auch die Saxony-Kampagne, die wir nun anspielen durften. Die Fraktion ist an das deutsche Kaiserreich in den letzten Zügen der Monarchie angelehnt - ein mächtiges Volk mit hochmoderner Industrie, das nach dem Weltkrieg aber auch von Unzufriedenheit und umstürzlerischen Gedanken gezeichnet ist.

Der erste Blick in die Gedanken des Kommandanten Gunter von Duisburg bietet eine düstere, blutige Kriegsvision. Quelle: PC Games Der erste Blick in die Gedanken des Kommandanten Gunter von Duisburg bietet eine düstere, blutige Kriegsvision. Auf den ersten Blick wirkt die Geschichte der Sachsen etwas weniger gefühlsbetont als die der rebellischen Polanians, die in einem dramatischen Kampf ihre Heimat verteidigen wollen. Dennoch tritt die Handlung der Sachsenkampagne erwachsen, düster und politisch auf den Plan, vor allem dank ihrer geheimnisvollen Hauptfigur, dem Kommandanten Gunter von Duisburg. Der gealterte Kriegsveteran ist wortkarg, hat viel erlebt und ist schwer durchschaubar. Schon die erste Zwischensequenz zeigt, dass ihn der Krieg mehr gezeichnet hat, als seine Miene verrät.

Bei einem friedlichen Weihnachtsfest zwischen Sachsen und Rusviets macht Prinz Wilhelm den Vorschlag, die Feinde einfach aus dem Hinterhalt zu vernichten. Quelle: PC Games Bei einem friedlichen Weihnachtsfest zwischen Sachsen und Rusviets macht Prinz Wilhelm den Vorschlag, die Feinde einfach aus dem Hinterhalt zu vernichten. Ein Gegengewicht zu Gunter bildet der übermütige junge Prinz Wilhelm, der nach und nach immer mehr gegen den Kommandanten aufzubegehren scheint. Die psychische Belastung des Krieges scheint dem Adelssohn schwer zuzusetzen und seine Methoden werden immer impulsiver und unmenschlicher. Der aufkeimende Konflikt zwischen den beiden Männern zeigt sich bereits zu Beginn der Sachsen-Kampagne und lässt vermuten, dass es sich dabei um den roten Faden der Geschichte handeln wird. Diese politische Fehde wird nonlinear und mit großen Zeitsprüngen zwischen den einzelnen Story-Sequenzen erzählt, die noch deutlicher machen, wie sehr sich der zu Beginn noch so euphorische Prinz Schritt für Schritt durch die Schrecken des Krieges verändert.

Zwischen Ruhm, Ehre und Denglisch

Der persönliche Mech von Prinz Wilhelm und Gunters gigantische Maschine Brunhilde ziehen mit in die Schlacht. Quelle: PC Games Der persönliche Mech von Prinz Wilhelm und Gunters gigantische Maschine Brunhilde ziehen mit in die Schlacht. Wie schon Ana und Lech Kos, die beiden steuerbaren Hauptfiguren in der Polania-Kampagne, bietet uns die Saxony-Kampagne mit Gunter und Prinz Wilhelm zwei einzigartige Charaktere mit besonderen Fähigkeiten auf dem Schlachtfeld. Auf den ersten drei Maps treten die beiden allerdings nicht als Infanterie-Einheiten, sondern mit ihren persönlichen Mechs auf. Prinz Wilhelm steuert einen etwas wendigeren, metallenen Koloss, während sich Gunter in einem riesigen Panzer mit Namen Brunhilde befindet. Während beide über starke Geschütze verfügen, muss besonders Brunhilde taktisch eingesetzt werden. Nicht nur, dass der Mech sämtliche Infrastruktur plattwalzt, die sich im Weg befindet - manchmal auch die, die man eigentlich noch nutzen wollte -, er ist auch ausgesprochen langsam und schwerfällig. Dafür kann Brunhilde eine Menge Schaden einstecken und austeilen.

Gunter von Duisburg ist mit den Methoden seines Kaisers zunehmend unzufrieden und kehrt ihm immer mehr den Rücken zu. Quelle: PC Games Gunter von Duisburg ist mit den Methoden seines Kaisers zunehmend unzufrieden und kehrt ihm immer mehr den Rücken zu. Im Gegensatz zur kruden Optik der Polania-Einheiten, die passenderweise stets so wirken, als hätte man sie aus alten Teilen zusammengeschmolzen, sind die sächsischen Divisionen stolz und imposant. Gerade das kann man allerdings auch als leichtes Manko gegenüber den anderen Fraktionen sehen: Die Sachsen sind die Tonangeber, die coole Clique, die Machthaber und dadurch zwar edel, aber nicht unbedingt sympathisch.

Im Kontrast zu ihrer gelebten Arroganz steht ihre etwas holprige englische Aussprache mit deutschen Akzent. Auch die anderen Fraktionen wurden mit entsprechendem nationalen Akzent synchronisiert.
Das Denglisch des sächsischen Imperiums ist gewöhnungsbedürftig und lässt einen manchmal fast ein wenig Schmunzeln - ein netter Kontrast zu ihrer Vollkommenheit und eine gut gewählte Macke, die den Strahlemännern ein wenig die Perfektion nimmt.
Der erzählte Konflikt zwischen Kommandant und Prinz baut Spannung auf. Das sächsische Imperium ist auf den ersten Blick wie erwähnt langweilig tadellos, unter der Oberfläche schlummert jedoch weitaus mehr.

Nach diesem ersten Einblick dürfen wir jedenfalls gespannt sein, wie die Saxony-Kampagne weitergeht und was das ganze Spiel zu bieten hat, wenn es in wenigen Wochen für den PC erscheint.

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