Iron Harvest: Mit Volldampf voraus - Vorschau zum Steampunk-Echtzeitstrategiespiel
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Mit großen Schritten schreitet die Entwicklung von Iron Harvest 1920+ voran. Wir konnten nun die Alpha-Version des vielversprechenden Steampunk-Echtzeitstrategiespiels ausprobieren und verraten euch in unserer Vorschau, wie viel Potenzial wir in dem überaus erfolgreichen Kickstarter-Projekt aus Deutschland sehen.
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Auch wenn noch so viele Fachexperten es seit Jahren behaupten, das Echtzeitstrategiegenre wird in absehbarer Zeit ganz bestimmt nicht in die Rente geschickt. Bestes Beispiel dafür war die unglaublich erfolgreiche Kickstarter-Kampagne von Iron Harvest (jetzt kaufen 41,35 € / 5,99 € ) 1920+, die sage und schreibe knapp 1,3 Millionen anstatt der eigentlich veranschlagten 450.000 US-Dollar im April für das vielversprechende RTS-Projekt einbrachte. Dass es dem Bremer Studio King Art Games (Book of Unwritten Tales, Die Zwerge) gelingen könnte, der Company of Heroes-Reihe starke Konkurrenz zu machen, davon durften wir uns nun anhand einer Closed-Alpha-Version überzeugen.
Iron Harvest in der Vorschau: Alternative Geschichtsschreibung
Wer zuvor weder etwas von dem polnischen Künstler Jakub Rózalski und seiner Fantasiewelt "World of 1920+", noch von dem Brettspiel Scythe gehört hat, muss Iron Harvest nicht gleich als unspielbar oder uninteressant abschreiben. Die Entwickler wollen zwar in insgesamt drei Kampagnen ähnlich wie einstmals Warcraft 3 oder Command & Conquer: Tiberium Wars eine spannende Story erzählen, vor allem ist aber das ziemlich abgedrehte Szenario wichtig. Rózalskis alternative Geschichtsschreibung ist im Jahr 1920 angesiedelt. Nach dem Ersten Weltkrieg stehen die Reiche der Sachsen, Polen und Russen kurz vor dem Krieg. In Sachsen möchte die sogenannte Fenris-Bewegung - ähnlich wie die Nazis in der Realität - den für sie ungenügenden Friedensschluss revidieren, in Russland will der charismatische Grigori Rasputin einen Aufstand gegen Zar Nikolaj anzetteln und der frisch gegründeten Republik Polonia kommt die innenpolitische Schwäche der beiden Nachbarn gerade zupass. Abgedreht ist Rózalskis Fantasiewelt aber nicht so sehr wegen der politischen Situation, sondern dank der vielen Steampunk-Elemente in seinem Universum. Statt Panzern und Maschinengewehrtrupps kämpften nämlich haushohe Mechs, Tesla-Soldaten und Spinnenbein-Artillerien auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges - und bereiten sich nun auf die nächste globale Auseinandersetzung vor.
Quelle: PC Games
Gegen die Mech-Einheiten kann die Infanterie entweder Granaten oder Geschütze einsetzen.
Die von uns gespielte Alpha von Iron Harvest 1920+ war vom Umfang her noch sehr schmal und sollte lediglich verdeutlichen, wohin die Reise der Entwickler spielmechanisch und grafisch gehen soll. Dafür standen uns zum einen eine Herausforderungsmission zur Verfügung und zum anderen eine Skirmish-Schlacht gegen den Computer. Kampagnenmissionen oder Mehrspielergefechte waren dagegen nicht Teil der Alpha-Fassung, ebenso bekamen wir die versprochenen Helden-Charaktere noch nicht zu Gesicht und auch die Truppenauswahl war mit acht unterschiedlichen Einheiten noch recht knapp bemessen. Das hat uns aber nicht überrascht, schließlich soll Iron Harvest 1920+ erst Ende nächsten Jahres erscheinen.
Iron Harvest in der Vorschau: Company of Heroes lässt grüßen
In der Herausforderungsmission galt es, insgesamt zehn Angriffswellen der sächsischen Streitkräfte zurückzuschlagen. Anfangs bekommen wir es noch mit wenigen Infanterie-Trupps zu tun, in den letzten Wellen beharken uns hingegen zahlreiche Kampfläufer und Mech-Tanks. Ähnlich wie in der Company-of-Heroes-Reihe stehen uns nur wenige Gebäudetypen für die Basis zur Verfügung und auch die Anzahl unserer Truppen übersteigt selten die einer kleinen Kompanie. Auch das Ressourcenmanagement ist fast identisch mit Relics RTS-Reihe: Damit wir Stahl (für die Infanterie) und Öl (für mechanische Einheiten) ernten, müssen wir Sektoren auf der Karte besetzt halten. In den Kämpfen sollten wir ebenso auf die Deckung achten und zudem die Spezialfertigkeiten wie etwa Granaten unserer Truppen optimal einsetzen. Wer also bereits Erfahrungen mit der Company-of-Heroes-Reihe gesammelt hat, wird sich in Iron Harvest 1920+ sogleich heimisch fühlen.
Bei dem Skirmish-Gefecht ging es darum, gegen einen KI-Kontrahenten zu kämpfen und entweder als erster eine bestimmte Menge Siegespunkte zu sammeln oder die feindlichen Truppen komplett zu vernichten. Die Siegespunkte bekam man, indem man strategische Positionen auf der recht übersichtlichen Karte einnahm und besetzt hielt - auch hier lässt Company of Heroes nett grüßen. Am auffälligsten in der Skirmish-Schlacht war es, dass man kaum von einem KI-Gegner reden konnte, sondern eher von einem vorgegeben Script, dem die feindlichen Einheiten stets gefolgt sind. Ausgeprägt war das vor allem dann, wenn wir mit Mech-Einheiten Punkte auf der Karte besetzt hielten und der Computer alle zwei Minuten Infanterie auf ein Selbstmordkommando gegen unsere unbezwingbaren Blechbüchsen schickte. Da es aber bei der Alpha ja um eine Art Demo handelt, machen wir uns vorerst noch keine Sorgen um die KI-Fähigkeiten von Iron Harvest 1920+. Immerhin war die Wegfindung in der frühen Fassung fast ohne Fehl und Tadel und ebenso ging das Schere-Stein-Papier-Prinzip in puncto Truppentypen gut auf.
Quelle: PC Games
Wie in Company of Heroes müssen wir Ressourcenpunkte besetzen, damit wir Stahl und Öl ernten.
Insgesamt hinterließ die Alpha bei uns einen runden Eindruck, insbesondere die detaillierte und liebevolle Grafik und die gewollte Nähe zur Company-of-Heroes-Reihe hat uns richtig gut gefallen. Natürlich müssen die Entwickler noch eine Menge Arbeit in ihr vielversprechendes Projekt stecken. Wie abwechslungsreich die Kampagnenmissionen werden, wie gut das Balancing der unterschiedlichen Fraktionen im Mehrspielermodus ausfällt und wie viele taktische Möglichkeiten die Truppentypen schlussendlich bieten, werden wir erst im nächsten Jahr erfahren. Festhalten lässt sich jedoch, dass Fans von Echtzeitstrategiespielen à la Company of Heroes den Titel auf jeden Fall auf dem Radar behalten sollten.
