Infernal Affairs

Test

Hongkongs Schauspielerelite gibt sich die Ehre. Andrew Laus packender Auftakt seiner düsteren Triadentrilogie, die nicht ganz zu Unrecht als Asiens Antwort auf "Der Pate" gilt

Schon seit Jahren ist Oberinspektor Wong (Anthony Wong Chau-Sang) hinter Sam (Eric Tsang) her. Doch bislang konnte Wong dem mächtigen Hongkonger Triadenboss und Drogenhändler nie etwas Konkretes nachweisen. Nach einer gescheiterten Geheimoperation wird dem hochrangigen Polizisten auch klar, warum: Sam hat einen Maulwurf ins Dezernat eingeschleust.

Ausgerechnet den aufstrebenden Inspektor Lau (Andy Lau) stellt man Wong zur Seite, um den Verräter ausfindig zu machen. Was Wong nicht weiß: Lau wurde in jungen Jahren von Sam auf die Polizeiakademie geschickt, um auf diese Weise eine perfekte Doppelidentität aufbauen zu können. Dieses Mal soll Lau Sam nicht nur dabei helfen, Wong endgültig abzuschütteln. Es ist auch seine Aufgabe, einen Spion aufzuspüren, der wiederum für Wong in Sams Organisation schnüffelt.

Bei dem Spitzel in Sams Reihen handelt es sich um Yan (Tony Leung Chiu-Wai). Dass dieser in Wahrheit Polizist ist, weiß bisher nur Wong. Die Suche nach den Verrätern auf beiden Seiten des Gesetzes treibt Lau und Yan unaufhaltsam einer tödlichen Konfrontation entgegen ...

Wer bereits mit den Werken von Regisseur Andrew Lau vertraut ist, weiß, dass dessen Filme qualitativ stark schwanken. Während ein paar seiner "Young and Dangerous"-Streifen eine echte Bereicherung für das Honkong-Kino waren, entpuppte sich z.B. "Wesley's Mysterious File" trotz seiner Topbesetzung als große Enttäuschung.

Daher hätte Lau wohl kaum einer zugetraut, dass er mit "Infernal Affairs" den Kinohit des Jahres 2002 in der ehemaligen britischen Kronkolonie landen und sich so einen Platz in den Annalen des modernen Hongkong-Movies sichern würde. Der von Lau in Zusammenarbeit mit Alan Mak ("A War Named Desire") gedrehte Cop-Thriller konnte auf den "22nd Annual Hong Kong Film Awards" stolze sieben Trophäen abräumen.

Das dürfte nicht zuletzt an der perfekten Besetzung gelegen haben: Tony Leung Chiu-Wai und Andy Lau gelten als zwei der herausragendsten und erfolgreichsten Schauspieler Asiens. Angesichts eines solchen Erfolges waren Fortsetzungen natürlich unumgänglich: Während "Infernal Affairs II" die Jugendjahre von Yan und Lau aufarbeitet, setzt die Story des dritten Teils kurz nach den Ereignissen des Originalfilmes an.

Darüber hinaus ist ein US-Remake bereits in Planung und wird unter der Regie von Martin Scorsese im Jahr 2005 in die US-Kinos kommen. Die Hauptrollen der in "The Departed" umbenannten Adaption werden Matt Damon und Leonardo DiCaprio übernehmen.

viele Verleih-Discs bieten wenige bis gar keine Boni. Umso mehr erfreut es, dass "Infernal Affairs" nicht nur über Infos zu Cast & Crew verfügt, sondern sogar einen deutsch untertitelten Audiokommentar beinhaltet. Neben den beiden Regisseuren kommen hierbei auch Autor Felix Chong und einige Schauspieler zu Wort, unter ihnen die Hauptakteure Leung und Lau. Bis dato musste man auf ein solches Feature bei asiatischen Filmen hierzulande immer verzichten.

Die Kauf-DVD setzt da noch eins drauf. Die "Infernal Affairs"-Doppel-DVD wird sich an der Ausstattung der Code-3-Fassung orientieren. Demnach sind darauf ein Making of sowie ein alternatives Ende zu finden. Neben verschiedenen Trailern und TV-Spots kann die Bonusdisc mit Fotogalerien und einem Outtake-Video aufwarten. Die ab Mitte Oktober erhältliche Verkaufsversion wird die Special Features der Verleih-DVD -- also Bio- und Filmografien zu Cast & Crew sowie den hörenswerten Audiokommentar zu"Infernal Affairs" -- natürlich ebenfalls beinhalten. FE

Fazit

Film-Check: Es bedarf nicht unbedingt einer innovativen Geschichte, um das Publikum zu fesseln. Das stellen Andrew Lau und Alan Mak unter Beweis. Ihr geradliniges Movie bietet ein packendes, bis zur letzten Minute spannendes Filmerlebnis. Geboten wird alles, was zu einem modernen Thriller gehört. Zudem glänzt der Streifen mit einigen der besten Schauspieler Hongkongs.
DVD-Fazit: Ein sehenswerter, gut gemachter Thriller aus Fernost, der nicht nur Verehrern des asiatischen Kinos ans Herz gelegt sei. Zudem überzeugt die Scheibe durch ihre audiovisuelle Qualität. Bild und Ton liegen auf hohem Niveau. Bei der Aussicht auf die üppig ausgestattete Verkaufsfassung dürfte allen Liebhabern von Hongkong-Filmen das Wasser im Munde zusammenlaufen.

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