Vorschau zu Children of Morta: Charmantes Action-RPG mit Potenzial, aber offenen Fragen

Special Sascha Lohmüller
Vorschau zu Children of Morta: Charmantes Action-RPG mit Potenzial, aber offenen Fragen
Quelle: 11 Bit Studios 

Ein kleiner Familienbetrieb auf großen Diablo-Pfaden - wir haben das Action-Rollenspiel Children of Morta mit schicker Retro-Optik bei einem Besuch des Publishers angespielt und verraten euch in der Vorschau, was uns gut gefallen hat und welche offenen Fragen es noch gibt.

Manche Familien haben es nicht leicht. Die Baldwins etwa leiden noch heute darunter, dass am Tag der Talentvergabe nur Alec anwesend war. Schlechte Laune auch bei den Tyrells aus Game of Thrones - die sind nämlich alle tot. Die Familie rund um Vater John in Children of Morta hat ebenfalls so ihre Probleme, denn die Sippschaft hat die Aufgabe, den namensgebenden heiligen Berg Morta zu beschützen. Neuerdings geschehen dort jedoch gruselige Dinge und eine Art Verderbnis breitet sich im Umkreis des sakralen Hügels aus. Logisch also, dass sich John samt Bagage aufmacht, um den Grund für die Geschehnisse herauszufinden. Diablo lässt grüßen: In den prozedural generierten Dungeons findet ihr Obelisken, die euch Buffs spendieren – ähnlich wie die Schreine bei der Blizzard-Konkurrenz. (1) Quelle: PC Games  Diablo lässt grüßen: In den prozedural generierten Dungeons findet ihr Obelisken, die euch Buffs spendieren – ähnlich wie die Schreine bei der Blizzard-Konkurrenz. (1)

Mehr zur Geschichte wollte uns Publisher 11 Bit Studios (Frostpunk) bei einem Besuch in unseren Redaktionsräumen nicht erzählen, denn: Anders als bei anderen Genrevertretern wie Diablo stehen in Children of Morta Story und Charaktere im Vordergrund, gar nicht so sehr eine etwaige Lootspirale. Vielmehr wollen die Entwickler Dead Mage eine emotionale Geschichte erzählen, mit viel Lore und diversen Entscheidungsmöglichkeiten, die sich nur schwer in ein klassisches Schwarz-Weiß-Moralschema pressen lassen. Ein Beispiel: So kann es etwa vorkommen, dass ihr einen Vater auf eurer Reise trefft, der euch um Hilfe bei der Rettung seiner Tochter bittet. Die nämlich liegt im Sterben und kann nur von einer Maschine am Leben gehalten werden - welche unpraktischerweise in Auflösung begriffen ist. Für die Ersatzteile müsst ihr jedoch Wesen töten, die euch gar nicht feindlich gesinnt sind, sondern einfach nur in Frieden existieren wollen - ein Dilemma, das nicht ungewollt an Shadow of the Colossus erinnert.

Am Wörtchen "Maschine" habt ihr es sicher auch schon erkannt: Die Welt von Children of Morta ist keine klassische Bilderbuch-Fantasy, sondern eher eine Mischung aus düsterem Dark-Souls-Setting und Steam­punk-Elementen. Zudem wird an einigen Stellen die Herkunft der Macher deutlich - Dead Mage haben ihren Sitz zwar in Texas, aber auch eine Handvoll iranischer Entwickler mit an Bord. Entsprechend finden sich hier und da einige interessante orientalische Motive - spannend! Abgerundet wird der positive Ersteindruck in Sachen Präsentation übrigens durch einen Erzähler, der mit seiner tiefen Stimme an wohlige Bastion-Zeiten erinnert. Vater John haut eigentlich als Tank mit seinem Schwert um sich, während er Attacken mit dem Schild abblockt. Dieser Schwerter-Regen kann aber auch geskillt werden. Quelle: PC Games  Vater John haut eigentlich als Tank mit seinem Schwert um sich, während er Attacken mit dem Schild abblockt. Dieser Schwerter-Regen kann aber auch geskillt werden.

Morta Kombat

Das Gameplay hingegen ist ein relativ klassisches Hack & Slay mit ein paar Twinstick-Shooter-Elementen. Aus der Iso-Sicht steuert ihr euer Familienmitglied durch die prozedural generierten Dungeons, trefft NPCs, sammelt Loot und folgt der wie schon erwähnt im Vordergrund stehenden Geschichte samt all ihren kleinen Nebenquests. Je nachdem, welchen Charakter ihr gerade ausgewählt habt, stellt sich der Kampf anders dar. Vater John etwa ist ein klassischer Tank. Er hält viel aus, kann Angriffe mit seinem Schild blocken und per Knopfdruck schwingt er sein Schwert in die von euch gewählte Blickrichtung. Töchterchen Linda hingegen schwört auf Pfeil und Bogen, liegt dafür aber auch deutlich schneller im Staub. Hier kommt es auf schnelles Ausweichen an, während ihr mit dem zweiten Analog-Stick Pfeile auf eure Gegner regnen lasst - das macht Laune, spielt sich etwas taktischer als andere Action-RPGs und ist vor allem auch dezent kniffliger.

Andere Familienmitglieder waren in unserer Demo-Version noch nicht freigeschaltet, aber die jüngste Tochter soll beispielsweise eine Reise, Reise: Dieser düstere Wald ist das erste Gebiet, das ihr besucht. Später warten unter anderem noch eine Wüste und eine Steampunk-Tech-Welt auf euch. Quelle: PC Games  Reise, Reise: Dieser düstere Wald ist das erste Gebiet, das ihr besucht. Später warten unter anderem noch eine Wüste und eine Steampunk-Tech-Welt auf euch. Feuermagierin sein, die sich erneut ganz von Papa und Schwesterchen unterscheidet. Jeder der Charaktere verfügt zudem über einen eigenen Level, unterschiedliche Spezialattacken und sogar einen Talentbaum - so sollte sich jeder Spieler irgendwann den für seinen Spielstil passenden Kämpfer zusammenbauen können. Wechseln werdet ihr trotzdem in regelmäßigen Abständen. Zum einen müssen eure Charaktere regelmäßig ruhen, etwa wenn sie das Zeitliche segnen oder zu lange der Verderbnis des Berges ausgesetzt waren. Zum anderen erfordert jeder Bosskampf eine besondere Taktik, weswegen es ratsam ist, auch mal jemand anderen aus der Familien-Bande auszuprobieren, sofern ihr nicht weiterkommt. Hin und wieder begleitet euch übrigens auch einer der Verwandten als KI-gesteuerter NPC auf euren Reisen, dies aber nur an einigen von der Story vorgegebenen Punkten. Alternativ holt ihr euch einen realen Mitstreiter hinzu und bestreitet das komplette Spiel im Koop-Modus - die Stärke der Monster wird in diesem Fall einfach dynamisch nach oben skaliert.

Als Hub für euer gesamtes Abenteuer dient das traute Familien-Heim, das ihr nach und nach erweitert. Dann schmiedet euch der Onkel beispielsweise neue Rüstungen, während Großmutter euch mit gebrauten Tränken versorgt. Oma hat zudem noch ein weiteres Geheimnis: Im Keller befindet sich ein Portal-Raum, von dem aus ihr die unterschiedlichen, Biome genannten Zonen erreicht - neben dem von uns gespielten Wald erwartet euch unter anderem noch eine Wüste oder eine technisierte Steampunk-Gegend. Ab Sommer dieses Jahres könnt auch ihr dann die Geschicke der Wächter-­Familie leiten.

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