Indiana Jones and the Fate of Atlantis

Special

Ta, Ta, Ta-Taaaaaa ... Zu schade, dass Zeitschriften nicht musizieren können, sonst würde Ihnen diese Seite jetzt die Indy-Titelmelodie vorschmettern. Der vierte Teil der Indiana-Jones-Reihe war und ist ein Meilenstein der PC-Spiele.

Gäbe es eine ewige Bestenliste der Computerspiele, Indiana Jones and the Fate of Atlantis wäre ein sicherer Kandidat für die vordersten Plätze. Wir erinnern uns: Zu Beginn der 90er-Jahre waren die Adventure-Macher aus dem Hause LucasArts auf dem Zenith ihres Könnens. Damals waren Adventure eines der beliebtesten Genres auf dem PC, und Spieler schlugen sich mit Rätselklassikern wie Monkey Island 2, Space Quest 4 oder Legend of Kyrandia die Nächte um die Ohren.

Point and Klick

Egal, aus welchem der großen Studios ein Adventure kam: Das Spielprinzip war -- bis auf einige Feinheiten -- fast immer gleich: Wir steuern Helden wie Roger Wilco, Guybrush Threepwood oder eben Indiana Jones per Mausklick durch liebevoll gepixelte 2D-Bildschirme, sammeln Items ein und führen Multiple-Choice-Gespräche mit anderen Figuren. Die Mannen von LucasArts hatten bereits einige Jahre vor Indy 4 mit der Rätsel-Engine »Scumm« und dem Sound-System »iMuse« einen eigenen Standard für Grafik-Adventures geschaffen, der noch bis Mitte der 90er-Jahre (etwa im unterschätzten The Dig) Anwendung fand.

Atlantis is calling

In Indys viertem virtuellen Abenteuer stützen sich die Macher erstmals nicht auf eine Filmvorlage, sondern erfinden eine völlig neue Geschichte, die sich allerdings eng an den Story-Vorgaben der Kinoabenteuer orientiert. So bekommt es der unerschrockene Archäologe wieder einmal mit Hitlers Schergen und übellaunigen Bewohnern der Geisterwelt zu tun. Ebenfalls ein Standard in jeder Indy-Story: Eine attraktive weibliche Begleiterin, die Indy aus allerlei Gefahren retten muss, und mit der er sich sarkastische Wortduelle liefert. Die Dame heißt in diesem Fall Sophia Hapgood und ist eine Mischung aus Wissenschaftlerin und Kartenlegerin. Sie glaubt außerdem fest an die Existenz des verlorenen Kontinents Atlantis und steht in Kontakt mit dem Geist von Nur-Ab-Sal, einem Gottkönig der versunkenen Stadt.

Wie üblich sind Sophia und Indy nicht die einzigen, die sich für Atlantis interessieren. Ein Nazi-Obermotz namens Kerner ist ebenfalls auf der Suche nach der Insel, schließlich soll es in der Stadt das sagenhafte Element Orichalcum im Überfluss geben, das die Nazis als unerschöpflichen Treibstoff für ihre Kriegsmaschinerie nutzen wollen.

Die guten alten Verben

Um mit unseren beiden Helden Atlantis zu finden und die Welt vor den Nazis zu retten, gehen wir in klassischer Adventure-Manier vor. Mit dem Mauszeiger steuern wir Indy durch gepixelte Landschaften von Island bis Nordafrika. In jedem Bildschirm kann unser Held mit Objekten interagieren und Gegenstände einsammeln. Fahren wir mit dem Cursor über solch einen Gegenstand, erscheint am unteren Bildrand eine Textzeile mit einer kurzen Beschreibung des Items. Mithilfe der neun Aktionsverben interagiert Indy mit seiner Umwelt. Wollen wir etwa einem anderen Charakter einen Gegenstand geben, formen wir den Satz »Gebe Gegenstand XY Charakter XY« per Mausklick: Zunächst klicken wir auf »gebe«, dann auf den Gegenstand in unserem Inventar und schließlich auf den Charakter, der das Objekt von Indy überreicht bekommen soll.

Das Besondere an Indy 4 sind allerdings nicht die kniffeligen Rätsel, die witzigen Dialoge oder die geniale Sprachausgabe der CD-Version. Denn das Adventure bietet unterschiedliche Lösungswege und motiviert so -- auch heute noch! -- zum mehrmaligen Durchspielen. Etwa nach einem Drittel der Story stellt Sophia uns vor die Wahl, wie wir die kommenden Abenteuer angehen wollen. Neben dem Standardmodus, in dem Indy und Sophia gemeinsam losziehen, können wir uns für den Rätselweg entscheiden, in dem Mr. Jones allein bleibt und besonders viele Kopfnüsse knackt. Der Actionmodus schließlich enthält Kampfeinlagen, in denen Indy Nazischergen die Birne weich klopft. Diese Sequenzen laufen als ein Mini-Prügelspiel ab, in dem wir mit der Tastatur Indys Schläge steuern und gegnerische Attacken blocken. Egal, für welchen Weg wir uns entscheiden: Am Ende kommen Indy und Sophia in Atlantis wieder zusammen, um die Rätsel der Stadt im Doppelpack zu lösen.

Sascha Gliss

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