Immortals: Fenyx Rising im Test: Genauso gut wie Zelda: Breath of the Wild?

Test Johannes Gehrling
Immortals: Fenyx Rising im Test: Genauso gut wie Zelda: Breath of the Wild?
Quelle: Microsoft Store

Mit Immortals: Fenyx Rising schickt Ubisoft ein Action-Adventure des noch jungen Subgenres "Wildlike" ins Rennen. Kann sich das Abenteuergame mit griechischer Mythologie gegen den Genre-Platzhirsch Zelda: Breath of the Wild beweisen? Im Test zu Immortals: Fenyx Rising verraten wir es euch.

Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, als zusammen mit der Nintendo Switch im März 2017 The Legend of Zelda: Breath of the Wild erschien, dass ebenjenes Spiel ein ganzes Subgenre von Nachahmern nach sich ziehen würde? Sogenannte "Wilkdlikes" imitieren die Formel, die das Zelda-Abenteuer so großartig macht, und dem das Game seinen außerordentlich guten Ruf zu verdanken hat. Auch Ubisoft will sich diesem Trend nicht entziehen, sondern lieber selbst mitmachen. Ergebnis dessen ist Immortals: Fenyx Rising, bis vor ein paar Monaten noch als "Gods & Monsters" bekannt. Das Action-Adventure bemüht sich um Eigenständigkeit; wer Breath of the Wild gespielt hat, erkennt aber dennoch sehr viele Gameplay-Elemente wieder. Das muss aber gar nichts Schlechtes sein und ist es auch nicht, denn Fenyx Rising macht jede Menge Spaß.

Von Göttern und Monstern

Der durch und durch böse Typhon hat die Goldinsel und damit auch die dort lebenden Götter unterworfen, hat sie gar in Bäume (Athena), Hühner (Ares) und andere unwürdige Tiere oder Dinge verwandelt und ihnen ihre Macht (Essenz) geraubt. Auftritt: Fenyx. Als titelgebende Heldin oder titelgebender Held, ihr habt die Wahl und könnt Geschlecht und Aussehen auch während dem Spiel jederzeit ändern, müsst ihr nun die Götter befreien und ihnen ihre Macht und somit wahre Form zurückbringen. Dafür bedanken sie sich mit ihrem Segen bei euch, im Grunde einfach besondere Fähigkeiten, die nützlich im Kampf sind. Am Ende tretet ihr dann somit gestärkt an, den bösartigen Typhon niederzuzwingen, dadurch die Goldinsel wiederherzustellen und selbst zu der Heldin oder dem Helden zu werden, die oder der ihr schon immer sein solltet. Bestimmung also, unabdingbares Schicksal.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Erzählt wird die komplett deutsch synchronisierte Story in erster Linie aus dem Off von Zeus und Prometheus, die sich für einen plumpen Scherz oder neckischen Seitenhieb nie zu schade sind. Manchmal zünden diese Jokes tatsächlich, oftmals ist der Humor aber auch recht infantil. Sicherlich Geschmackssache, ganz anders aber auch jeden Fall als beim sehr ernsten Breath of the Wild. Im Gegensatz zur englischen Fassung verzichtet die Deutsche Sprachausgabe zum Glück auf den griechischen Akzent. In der Preview-Fassung (noch ohne deutsche Synchronisation) waren wir davon nämlich eher genervt als angetan. Ein Highlight ist die Vertonung auf jeden Fall nicht, dafür bietet das Game andere Qualitäten.

Die Goldinsel

Besonders schön gestaltet und damit geradezu zum Erkunden einladend ist nämlich die Spielwelt, also die Goldinsel. Die besteht aus sieben Teilen, die sich deutlich voneinander unterscheiden, jede ist einer anderen Gottheit gewidmet. Ihr beginnt in der Region namens Schmetterfelsen von Hermes. Ein düsteres, finsteres, zerstörtes Gebiet, wo ihr an die Story herangeführt werdet und die allerwichtigsten spielerischen Grundlagen erlernt. Danach begebt ihr euch in Aphrodites Tal des ewigen Frühlings und bekommt direkt das krasse Kontrastprogramm. Hier erkundet ihr ein fruchtbares Tal mit vielen Gewässern, blühender Natur, Blumen, Wäldern, hübscher Architektur und der Halle der Götter, wo ihr Upgrades an Waffen, Fähigkeiten und Co. vornehmt. Dort endet dann auch der ausführliche Prolog, der gleichzeitig als Tutorial dient, und fortan steht euch die gesamte Spielwelt offen, die Story könnt ihr nun in beliebiger Abfolge durchspielen. Immortals: Fenyx Rising im Test: Genauso gut wie Zelda: Breath of the Wild? (11) Quelle: PC Games Immortals: Fenyx Rising im Test: Genauso gut wie Zelda: Breath of the Wild? (11)

Dabei erkundet ihr auch Ares Gebiet (Die Höhle des Krieges), im Grunde ein einziger großer Kriegsschauplatz mit riesigen Gebäuden und Skeletten längst verstorbener Monster. In Athenas Areal (Hain des Kleos) gilt wiederum Kontrastprogramm: Ein fruchtbarer Hain mit jede Menge Gold und Reichtum, Tempeln, Gewässern - wir fühlen uns hier am ehesten an Assassin's Creed Odysee erinnert, woraus Immortals: Fenyx Rising (jetzt kaufen 43,89 € ) im Grunde entstanden ist. In Hephaistos Schmiedelande ist die Welt geprägt von Mineralien und Ressourcen, Mienen, Steppen und mechanischen Gegnern. Zeus' Königsgipfel ist in der Ferne stets sichtbar: Ein großer Berg voll Schnee und Eis, das Erklimmen des Gipfels ist eine anspruchsvolle Aufgabe gegen Spielende. Zentral mittig in der Spielwelt befindet sich schließlich die Region des Oberbösewichts Typhon, ein lodernder Flammenberg beziehungsweise Vulkan, der besonders düster und gefährlich erscheint, drumherum verbrannte Landschaften. Passend also zum finalen Bosskampf des Spiels, der hier stattfindet.

Klettern und gleiten

So schön und grundsätzlich aufregend die Spielwelt ist, so sind uns hier doch ein paar deutliche Unterschiede zu Breath of the Wild aufgefallen. Die Beschäftigungsmöglichkeiten abseits von Story und ein paar Nebenquests sind nämlich auf Dauer nicht allzu motivierend. Zwar gibt es viele Gefechte zu meistern und Schätze zu heben, das läuft aber alles immer ziemlich ähnlich ab. Woran es deutlich mangelt sind NPCs mit interessanten Geschichten, für die man gerne den Pfad der Hauptgeschichte für einige Zeit verlässt wie im Zelda-Spiel. Generell existieren in Fenyx Rising abseits der Götter und Gegner quasi keinerlei nichtspielbaren Figuren.

Schön wiederum ist die Möglichkeit wie auch bei Zelda nach dem Prolog die Spielwelt jederzeit in beliebiger Reihenfolge zu erkunden. Auch Immortals setzt hierbei auf ein System aus Ausdauer der Spielfigur, die erweitert werden kann, sowie klettern und fliegen. Allerdings ist das Erklimmen von Bergen, Tempeln und Co. im Ubisoft-Wildlike wesentlich simpler als bei Zelda. Die Prämisse ist dieselbe: Alles, was ihr seht, könnt ihr auch erreichen. Bei Breath of the Wild kann dieses Unterfangen aber extrem schwierig bis geradezu unmöglich werden, wenn ihr noch zu schwach ausgerüstet seid und wenig Ausdauer habt. Bei Fenyx Rising hingegen ist das in nahezu allen Fällen auch wirklich gleich möglich - im Grunde bereits ab dem Punkt, wo ihr den Prolog beendet. Immortals: Fenyx Rising im Test: Genauso gut wie Zelda: Breath of the Wild? (10) Quelle: PC Games Immortals: Fenyx Rising im Test: Genauso gut wie Zelda: Breath of the Wild? (10)

Dynamische Kämpfe

Bis zu diesem Punkt haben wir Fenyx Rising nun schon mehrfach mit Breath of the Wild verglichen, vor allem, um Schwachpunkte des Ubisoft-Spiels aufzuzeigen. Nun soll erneut ein Vergleich erfolgen, doch in die andere Richtung. Beim Kämpfen nämlich kann Immortals richtig glänzen! Das soll nicht heißen, dass das Kampfsystem bei Zelda schlecht wäre, im Gegenteil. Die Gefechte im Ubisoft-Spiel sind aber noch ein Stück weiter spaßiger und dynamischer. Das liegt vor allem daran, dass Fenyx dank mystischer Schwingen auf dem Rücken in der Lage ist, den Kampf nicht nur am Boden auszufechten, sondern auch in die Höhe zu verlagern. Zudem ist die das Zusammenspiel von Angriff mit einer Vielzahl verschiedener Waffen und Fähigkeiten, Verteidigung und Ausweichen gefühlt besonders dynamisch. Wir haben uns mehrfach dabei ertappt, dass wir ein Storyziel zeitweise komplett aus den Augen verloren haben und stattdessen jeden Kampf antraten, dem wir über den Weg stolperten, ganz einfach deswegen, weil sich die Gefechte so wunderbar befriedigend anfühlen.

Auch interessant: Pokémon Schwert & Schild: Die Schneelande der Krone im Test!

Immortals: Fenyx Rising im Test: Genauso gut wie Zelda: Breath of the Wild? (13) Quelle: PC Games Immortals: Fenyx Rising im Test: Genauso gut wie Zelda: Breath of the Wild? (13) Gleichwohl sei an dieser Stelle gesagt: Fenyx Rising bietet mehrere Schwierigkeitsstufen zur Auswahl, die auch während des Spiels jederzeit geändert werden könne. Auf den mittleren bis hohen Stufen sind die Kämpfe ziemlich anspruchsvoll und der Game-Over-Screen gehört hierbei ganz klar zum Gameplay. Bevorzugt ihr einen flüssigeren Spielverlauf und seid nicht gerade erpicht auf besonders fordernde Herausforderungen, sei ein leichterer Schwierigkeitsgrad empfohlen. Dann nämlich ist Immortals: Fenyx Rising insgesamt leicht, der Anspruch steckt nämlich zum Großteil in den Kämpfen, weniger in den Rätseln. Und um auch diese Frage nicht unbeantwortet zu lassen: Nein, die Waffen nutzen sich nicht wie in Zelda ab!

  1. Seite 1 Immortals: Fenyx Rising im Test - Seite 1
  2. Seite 2 Immortals: Fenyx Rising im Test - Seite 2
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk