I, Tonya: Review zum knallharten Eisläufer-Biopic mit Margot Robbie

Test Elke Eckert
I, Tonya: Review zum knallharten Eisläufer-Biopic mit Margot Robbie (1)
Quelle: DCM

Basierend auf der wahren Geschichte der Eisläuferin Tonya Harding und dem Blacklist-Drehbuch von Steven Rogers inszeniert Regisseur Craig Gillespie "I, Tonya". Harding galt im Eislauf als große amerikanische Olympiahoffnung, fand nach dem im Film thematisierten Vorfall aber nie mehr zu altem Ruhm zurück. Ihre Geschichte startet diese Woche in den deutschen Kinos, während das Biopic in Amerika schon letztes Jahr veröffentlicht und Nebendarstellerin Allison Janney dafür sogar mit einem Oscar geehrt wurde.

Tonya Harding ist seit ihrer Kindheit eine begnadete Eisläuferin und verfolgt ihre Karriere mit allen Mitteln. Als erste amerikanische Eisläuferin meistert sie während eines Wettbewerbs gleich zwei Mal den dreifachen Axel, der als einer der schwersten Sprünge überhaupt gilt, und erregt so auch international Aufsehen. Doch ihre Konkurrenz schläft nicht und in ihrem Heimatland beginnt vor allem Konkurrentin Nancy Kerrigan zu ihr aufzuschließen. Vor Hardings Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer sorgt dann ein Attentat auf Kerrigan beim Training für die US-Meisterschaften für Schlagzeilen. Die Hinweise führen zu Hardings langjährigem Freund Jeff Gillooly und schnell werden Vorwürfe laut, dass auch Tonya etwas mit der Aktion zu tun haben könnte.

Die Machart dieses Films passt zu dem Milieu, in dem er spielt - beides ist schonungslos, ungeschliffen und extrem direkt. Was wirklich geschah, zumindest aus der subjektiven Sicht der handelnden Personen, erfährt man gewissermaßen aus erster Hand. Die Protagonisten sprechen häufig in die Kamera und nehmen dabei kein Blatt vor den Mund. Regisseur Craig Gillespie legt viel Wert auf Authentizität, was sich an den Originalaufnahmen im Abspann gut überprüfen lässt. Bestens aufgelegte Schauspieler erledigen den Rest: Allison Janney ist der Prototyp der eiskalten Eislaufmutter und Hauptdarstellerin Margot Robbie zeigt vor allem in den ruhigen Szenen, was sie kann. Manchmal sind die Einblicke in Tonyas Leben allerdings so intim und brutal, dass sie nur schwer auszuhalten sind.

Fazit:
Sehr direkt und ohne Weichzeichner: Craig Gillespies Biopic ist grotesk-komisch, oft aber auch knallhart

Wertung zu I, Tonya

Wertung:

7.0 /10
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