Hyrule Warriors Definitive Edition: Test der Switch-Umsetzung
Test
Nintendo und Koei Tecmo ziehen auf der Nintendo Switch mit dem Zelda-Actionableger nun zum dritten Mal in den Kampf. Hyrule Warriors Definitive Edition enthält sämtliche zuvor veröffentlichten DLC-Inhalte, alle Neuerungen der Legends-Version für 3DS sowie bessere Grafik und Performance. Wie gut das Resultat ist und noch mehr, finden wir im Test heraus.
Inhaltsverzeichnis
In der heutigen Zeit sind Complete Editions, HD-Editions, Definitive Editions und wie sie alle heißen wahrlich keine Seltenheit, schließlich sind quasi alle großen Spiele-Hersteller auf den Wiederveröffentlichungs-Zug aufgesprungen. So auch Nintendo, das immer mehr Wii-U-Spielen nun auf der Switch eine zweite Chance ermöglicht. Während viele der Neuauflagen mit Verbesserungen aufwarten, verdienen allerdings nur wenige ihren Namenszusatz so sehr wie Hyrule Warriors Definitive Edition. Schon der ursprünglich im September 2014 für Wii U erschienene Mix aus Dynasty Warriors und Zelda bot einen immensen Umfang, der mit diversen DLC-Paketen und kostenlosen Updates nochmal reichlich erweitert wurde. Im März 2016 folgte mit der Legendary Edition eine 3DS-Umsetzung mit weiteren Verbesserungen, zusätzlichen Story-Missionen und Abenteuerkarten sowie noch einem Schwung neuer Charaktere und DLC-Add-ons. Die Switch-Fassung vereint nun all diese Inhalte in sich, ergänzt das mit verbesserter Grafik, Performance und der Möglichkeit, jederzeit zu zweit im Splitscreen-Koop spielen zu können.
Quelle: PC Games
In Hyrule Warriors treffen Zelda-Veteranen auf viele bekannte Gesichter der Serienhistorie. Die insgesamt 29 spielbaren Figuren umfassen aber auch Neuzugänge wie die blauhaarige Zauberin Lana.
Alles, was das Fan-Herz begehrt
Hyrule Warriors Definitve Edition richtet sich unmissverständlich an eingefleischte Zelda-Fans und zelebriert in jedem Aspekt des Spiels die reiche Serientradition. Das fängt bereits beim 29-köpfigen Charakterensemble an, das euch abseits von Serienheld Link (in drei Ausführungen) unter anderem in die Haut von weiteren Streitern des Lichts wie Zelda, Impa, Marin oder Midna sowie in die von diversen Fieslingen wie Ganondorf, Zanto oder Girahim schlüpfen lässt. Auch komplett neue Figuren wie die Magierin Lana, der Drachenritter Volga oder die muntere Linkle (quasi ein weiblicher Link) mischen mit und nehmen im etwa 25 bis 30 Stunden langen Story-Modus zentrale Rollen ein. Dieser verpasst dem altbekannten Gut-gegen-Böse-Storykonzept der Zelda-Spiele seinen eigenen Spin und versucht zu erklären, wieso all diese Personen aus verschiedenen Epochen und Welten zusammenfinden. Die Handlung ist beileibe nichts Besonderes oder gar irgendwie ausgeklügelt, doch unterm Strich spielt das auch keine Rolle. Der Reiz von Hyrule Warriors besteht auch in seiner Switch-Inkarnation viel mehr darin, mit seinen liebsten Zelda-Charakteren über die Schlachtfelder zu sprinten, die gegnerischen Fußsoldaten zu Tausenden mit klasse animierten Angriffen zu erledigen und sich mit den anderen Streitern zu im Kampf zu messen.
Monotone Schlachten
Und damit verbunden sind wir auch beim Knackpunkt eines jeden Warriors-Spiels angelangt: den Schlachten. Wie in den Dynasty-Warriors-Spielen besteht eure Hauptaufgabe meist darin, die Hauptleute der gegnerischen Streitmacht auszuschalten und Festungen an wichtigen Schlüsselpunkten zu erobern. Dazu vermöbelt ihr eure Widersacher mit Combos aus leichten und schweren Schlägen und verpasst ihnen hin und wieder eine schicke Spezialattacke. Etwas Abwechslung kommt durch die verschiedenen Move-Sets der Charaktere ins Spiel sowie die Kämpfe gegen Zelda-typische Riesenmonster wie König Dodongo oder Gohma.
Quelle: PC Games
Wie für Warriors-Spiele üblich, habt ihr es auch im Zelda-Ableger mit Tausenden von Gegnern pro Schlacht zu tun. Wirklich gefährlich sind aber nur die Hauptleute und Feldherren.
Auch bei den Missionstypen haben sich die Entwickler - vor allem im Abenteuermodus - so einiges einfallen lassen, um gegen die Monotonie anzukämpfen. So müsst ihr zum Beispiel Quizfragen in Form von Duellkämpfen lösen, schneller als euer Gegner Rubine im Kampf erbeuten, das echte Exemplar unter zahlreichen Doppelgängern ausfindig machen und vieles mehr. Doch letztlich spielt sich Hyrule Warriors mechanisch trotzdem immerzu sehr ähnlich. Wem das zu dröge ist, der wird auch auf der Switch nicht mit Hyrule Warriors warm. Wem das aber nichts ausmacht, dem bietet diese ultimative Version genug Umfang für mehrere Hundert Stunden unkomplizierten Action-Spaß, die vor allem im Koop wie im Flug vergehen.
Charmante Abenteuer
Den Löwenanteil bildet der gerade erwähnte Abenteuermodus mit seinen 9 umfangreichen Karten, die verschiedenen Zelda-Spielen richtig super nachempfunden sind. Das erste Abenteuer basiert etwa auf dem Seriendebüt vom NES, wobei die Karte identisch zu der damaligen ist. Die verschiedenen Sektoren stellen jeweils eine Schlacht dar und an vielen Orten verdient ihr euch für einen Sieg zusätzlich zu den üblichen Belohnungen auch Item-Karten (die wiederrum den Items des NES-Zelda entsprechen), mit denen ihr Secrets auf anderen Feldern offenlegt.
Quelle: PC Games
Die neun Karten des Abenteuer-Modus sind jeweils einem Zelda-Spiel und deren ursprünglicher Spielwelt nachempfunden. Auf der Termina-Karte kracht nach einiger Zeit etwa der Mond auf die Welt und zerstört diese wie in Majora's Mask.
Und wer schon das Original spielte, entdeckt die Geheimnisse sogar exakt an den gleichen Stellen wieder. Diese Liebe zum Detail legten die Entwickler bei allen Abenteuerkarten an den Tag, auf der Termina-Karte (Majora's Mask) stürzt beispielsweise nach einer bestimmten Anzahl an Schlachten der Mond auf die Erde und startet die Karte neu, während auf der Cocolint-Karte die Instrumente der Sirenen aus Link's Awakening zum Einsatz kommen und so weiter. Überhaupt werden Zelda-Liebhaber an allen Ecken und Enden mit charmanten Kleinigkeiten verwöhnt, seien es die unverwechselbaren Soundeffekte, die Kostüme (zu denen nun auch welche aus Breath of the Wild zählen), das Einbeziehen Zelda-typischer Items wie Bomben und Bumerang in die Kampfmechaniken oder das Sammeln von Rubinen.
Da steckt viel drin
Die sechseckigen Klunker sowie allerhand von Gegnern fallengelassene Materialien in verschiedenen Seltenheitsstufen kommen euch dann im Basar zu Gute. Dort schaltet ihr Verbesserungen für eure Spielfiguren frei oder nutzt die Kriegskasse, um sie im Trainingslager aufzustufen. Schade nur, dass die Upgrades völlig identisch für alle 29 Figuren sind, was die Charakterentwicklung sehr repetitiv gestaltet. Etwas motivierender ist da schon die Jagd nach Herzteilen und -containern, goldenen Skulltulas und anderen Sammelgegenständen im Story-Modus und den Abenteuerkarten. Darunter sind nun auch die ursprünglich in der 3DS eingeführten Feen-Gefährten sowie Nahrung und Kleidungsstücke, mit denen ihr eure Feen verbessert. Jede der Feen verfügt über ein magisches Element und verschafft euch bestimmte Vorteile im Kampf. Mit der Nahrung stuft ihr die Helferlein hoch, die Anziehsachen verbessern ihre Eigenschaften. Das ist zwar keine alles verändernde Neuerung, bietet aber zumindest noch eine Möglichkeit, um eure Recken besser auf die Schlachten einzustellen.
Quelle: PC Games
In Hyrule Warriors begnügt sich Zelda nicht mit einer Statistenrolle, stattdessen zieht sie mit ihrem Rapier munter mit in die Schlacht.
Merklich aufpoliert
Auch sonst hat sich im Vergleich zur Erstveröffentlichung auf der Wii U in der Definitive Edition so einiges getan. Da wären diverse Komfortanpassungen, um die Spielerfahrung flüssiger zu gestalten. Auf einigen großen Maps wurden etwa Eulenstatuen hinzugefügt, die ab ihrer Aktivierung dank Ocarina der Zeit als Schnellreisepunkte dienen. Außerdem könnt ihr nun wie in Fire Emblem Warriors zwischen verschiedenen Charakteren hin und her wechseln und den KI-gesteuerten Helden Marschbefehle erteilen.
Quelle: PC Games
Zu den neuen Charakteren gehört auch Linkle, die im Grunde eine muntere, weibliche Variante von Link ist und im Kampf auf Doppelarmbrüste setzt.
Im Abenteuer-Modus könnt ihr nun zudem Item-Karten für Rubine kaufen, wodurch deutlich weniger Grinding nötig wird. Nicht zu verachten sind auch die technischen Verbesserungen angefangen bei der höheren Auflösung im TV-Modus (1080p statt 720p) über die höhere Weitsicht, die wesentlich selteneren Pop-ins von Gegnern und Objekten und die etwas besseren Texturen bis hin zu der spürbar höheren Framerate - speziell im Koop. Selbst im Handheldbetrieb läuft die Schlachtplatte flüssiger als noch auf der Tablet-Konsole und sieht dabei sogar etwas besser aus. Trotz der grafischen Verbesserungen ist Hyrule Warriors aber noch ein großes Stück von der grafischen Oberklasse auf der Switch entfernt, insbesondere was die Spielwelt angeht.
Wie viele andere Spiele, die Nintendo von der Wii U nun auf die Switch bringt, ist auch Hyrule Warriors Definitive Edition eine gute Gelegenheit für alle, die den Zelda-Actionableger bisher verpasst haben. Wenn ihr die Schlachten mit Spitzohr Link und Konsorten hingegen bereits auf einer anderen Konsole bestritten habt, ist diese ultimative Fassung nur dann wirklich interessant, wenn ihr die DLC-Karten für den Abenteuermodus noch nicht erlebt habt und das nun bequem auf der Switch nachholen möchtet. Spielumfang bietet die Definitive Edition jedenfalls genug, um sich bis zum nächsten Zelda-Hauptspiel damit die Zeit zu vertreiben.
