Hyper Light Drifter – Special Edition im Test: Warum ihr euch die Reise des Drifters auf der Switch nicht entgehen lassen dürft
Test
Bereits 2016 wurde Hyper Light Drifter nach einer unglaublich erfolgreichen Kickstarter-Kampagne auf mehreren Plattformen veröffentlicht. Zwei Jahre später hat es das Action-Adventure nun in Form einer Special Edition auch auf die Switch geschafft. Im Test haben wir für euch nachgeschaut, ob das Abenteuer, das euch in eine detailreiche Pixelwelt entführt, in den letzten Jahren an Charme einbüßen musste oder auf der Nintendoschen Konsole gar neue Höhen erreicht hat.
Inhalt
"Es spielt sich so, als hätte man die besten Teile aus Zelda: A Link to the Past und Diablo entnommen und weiterentwickelt." Mit diesen Worten präsentierte Alex Preston 2013 sein Projekt Hyper Light Drifter auf Kickstarter, bevor es drei Jahre später schließlich veröffentlicht wurde. Das Action-Adventure, das sich seitdem großer Beliebtheit erfreut, beweist jetzt auf der Switch erneut, dass Preston mit seiner damaligen Aussage nicht übertrieben hatte.
Mit überlegter Schwertführung
Quelle: PC Games
Jeder Boss erfordert eine andere Taktik. Mit dem Dash weicht ihr beispielsweise dem Hanged Man aus, einem flinken Schwertkämpfer aus dem westlichen Wald.
Lange nachdem eine gleißende Explosion nahezu alles Leben ausgelöscht hat, macht ihr euch als Drifter auf den Weg, die Welt von ihrer düsteren Vergangenheit zu befreien und das mysteriöse Übel zu töten. Dafür aktiviert ihr gemeinsam mit eurem fliegenden Begleiter sechzehn gut versteckte Module, stellt euch sieben starken Bossen und erkundet vier grandios gestaltete, weitläufige Gebiete, in denen zahlreiche Monster lauern. Wer kein Gefühl für Geschick und Timing hat, segnet in Hyper Light Drifter schnell das Zeitliche, denn die Gegner sind nicht nur angriffslustig und intelligent, sondern wissen auch eure Schwächen gnadenlos auszunutzen. So seid ihr etwa für einen Moment unbeweglich, wenn euer Begleiter euch heilt oder euer Schwert sich nach einem Dreifachschlag auflädt. Siegreiche Drifter stürzen sich folglich nicht gedankenlos ins Getümmel, sondern reagieren mit der passenden Bewegung oder Attacke auf die individuellen Angriffsmuster ihrer Feinde. Diese situationsbedingte Dynamik garantiert unabhängig von eurem Können und Fortschritt gleichbleibend spaßige und herausfordernde Kämpfe.
Faszinierend, flüssig, fair
Quelle: PC Games
An vielen Stellen lohnt es sich, kurz Platz zu nehmen und die unglaublichen Aussichten zu bestaunen.
Durch die äußerst faire Respawn-Zeit der Gegner habt ihr oftmals auch eure Ruhe. Dann macht es besonders Spaß, mit eurer zentralen Fähigkeit, dem Dash, zügig lange Strecken zurückzulegen oder auf entfernte Plattformen zu preschen. Dabei wird die Reichweite des Dashs automatisch an das Ziel angepasst, was dazu führt, dass ihr frei und flüssig die Welt erkunden könnt, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren. Nicht selten lohnt es sich jedoch, auch mal stehen zu bleiben und vor dem Hintergrund dezenter Musik die unglaublich schönen Pixelszenerien zu bestaunen. Bei so viel Schönheit verschlägt es selbst den NPCs die Sprache: Dass Hyper Light Drifter fast gänzlich ohne Wort und Schrift auskommt, trägt zwar viel zur Atmosphäre bei, führt stellenweise aber auch dazu, dass man sich den Sinn diverser Gegenstände selbst zusammenreimen muss.
Freies Abdriften gestattet
Quelle: PC Games
Für gelbe Ausrüstungsteile, die ihr in Verstecken findet oder nach dem Besiegen von starken Gegnern erbeutet, erhaltet ihr bei Händlern wertvolle Aufwertungen.
Ob ihr direkt Kurs auf den Endboss nehmt oder auf der Suche nach den zusätzlichen Modulen, Schlüsseln und Monolithen eurer Sammelleidenschaft frönt, ist euch überlassen. Dass Hyper Light Drifter hier keine strikte Linie vorgibt, beugt insbesondere bei den Bossbegegnungen einiges an Frust vor. Wer von den durchaus fordernden, in Phasen kämpfenden Gegnern wiederholt ins digitale Nirvana geschickt wird, widmet sich einfach anderen Aufgaben oder nutzt seine Zeit dazu, stärker zu werden. Dafür erwirbt man in der Stadt im Austausch gegen sammelbare Ausrüstungsteile mehrere Aufwertungen, die sich positiv auf die eigene Fortbewegung, Bewaffnung und Heilung auswirken. Die Upgrades sind nicht nur äußerst lohnenswert, sondern bereichern auch das weitere Spiel- und Kampfgeschehen, da sich der Drifter mit zunehmenden Fähigkeiten komplexer spielt.
Eine Welt, viele Möglichkeiten
Quelle: PC Games
Auf eurer Reise erzählen NPCs stumm ihre Geschichten. Die Bilder sind Basis zahlreicher Fantheorien über die Drifter-Welt.
Nach etwa zwanzig Stunden liegt der Endboss auf normaler Schwierigkeitsstufe, euer Abenteuer ist damit jedoch längst nicht zu Ende: Auf der weitläufigen Weltkarte warten zahlreiche Orte darauf, von euch entdeckt zu werden. Dabei spielt Hyper Light Drifter sowohl mit dem Bildausschnitt als auch mit der festen Kameraperspektive, um Geheimnisse zu verstecken. Zudem gibt es mehrere Challenges, die euer Können abseits der Hauptgeschichte auf die Probe stellen. Wer sich traut, rettet auf schwerer Stufe mit zwei statt fünf Lebensbalken erneut die Welt oder schlüpft gar in die Rolle eines anderen Charakters. Die Standorte der Items und Module bleiben dabei jedoch unverändert - der Reiz, sich erneut ins Geschehen zu stürzen, liegt demnach einzig und allein in der erhöhten Schwierigkeit. Teamfähige Drifter können jedes Abenteuer übrigens jederzeit im Koop bestreiten, wobei die Steuerung mit jeweils einem Joy-Con leider mehr schlecht als recht gelöst ist. Mit zwei Controllern steht einer gelungenen Reise zu zweit aber nichts im Wege. Einzig den separaten Boss-Rush-Modus könnt ihr nur allein bestreiten. In Bestzeit stampft ihr hier alle Hauptbosse des Spiels wiederholt in Grund und Boden. Dass man den Boss Rush nicht unterbrechen kann, sorgt gleichermaßen für Druck und Motivation.
Eigentlich keine Frage
Hyper Light Drifter schafft es, eine tolle Balance zwischen Herausforderung, Fairness und Unterhaltung zu schaffen. Kleine Schnitzer wie gelegentliche Lags oder eine überraschend schlechte Menü-Übersetzung fallen da kaum ins Gewicht. Wer das Spiel auf einem anderen System besitzt, sollte übrigens trotzdem einen Blick auf den Switch-Port werfen. Dieser bietet nämlich neue Inhalte. Alle anderen sollten ohnehin mit dem Drifter auf Reisen gehen.
