Homeworld 3 auf der Gamescom gespielt: Versteckspiele im Weltraum

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Homeworld 3 auf der Gamescom gespielt: Versteckspiele im Weltraum
Quelle: Gearbox

Wir hatten die Gelegenheit auf der Gamescom 2022 Homeworld 3 nicht nur zu sehen, sondern auch zwei Missionen der Kampagne selbst zu spielen. Dabei lernten wir ein interessantes neues Feature kennen und waren von der schicken Optik begeistert!

Dass die Entwickler von Relic Entertainment heute eine so guten Ruf als Experten für Echtzeitstrategiespiele genießen, geht unter anderem auch auf Homeworld aus dem Jahre 1999 zurück. Das Spiel gilt als eines der ersten, das das Strategiegenre in den dreidimensionalen Raum verlagerte und eine ganz neue taktische Ebene eröffnete. Plötzlich konnten Feinde nicht nur von links oder rechts, sondern auch von oben oder unten kommen. Heute hat Relic nichts mehr mit Homeworld zu tun, da die Rechte an der Serie schon vor fast zehn Jahren an Gearbox Software übergegangen sind. Die haben die Serie wiederum in die Hände von Blackbird Interactive gelegt, das von ehemaligen Entwicklern von Homeworld gegründet wurde.

Nach der Veröffentlichung der Remaster-Collection der ersten beiden Teile, arbeitet das Team nun seit einigen Jahren an der Fortsetzung, von der sie schon nach der Fertigstellung des zweiten Teils geträumt haben. Wir haben die Macher auf der Gamescom 2022 besucht und zwei Missionen der Strategiehoffnung gespielt.

Schicker Weltraum

Homeworld 3 setzt mindestens 100 Jahre nach den Ereignissen des zweiten Teils an. Nachdem die legendäre Anführerin Karan S'Jet ein uraltes Netzwerk von Hyperraumtoren aktiviert hat, beginnt für die Hiigaraner ein goldenes Zeitalter. Das ändert sich als eine unbekannte Finsternis, die einfach nur die Anomalie genannt wird, in der Galaxis ausbreitet. Um ihr Volk zu beschützen, bricht Karan S'Jet mit einer Flotte auf, um der Anomalie entgegenzutreten. Sie kehrt jedoch nie mehr zurück. In Homeworld 3 schlüpft jetzt ihre Nachfolgerin Imogen S'Jet in die Rolle von Fleet Command und wir müssen mit ihr das Rätsel über das Verschwinden von Karan lösen und einen Weg finden, die Anomalie zu besiegen.

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Herzstück des Spiels ist wie gewohnt die packende Echtzeitstrategie in allen Dimensionen des Raums, mit dem Mutterschiff als Basis für unsere Operationen. Grafisch haben die Entwickler von Blackbird Interactive hierfür bereits großartige Arbeit geleistet. Der Weltraum, in dem wir uns bewegen, sieht wunderschön aus und die Modelle der Schiffe glänzen mit gestochen scharfen Texturen und schicken Effekten. Zusammen mit den ikonischen Funksprüchen und der vertrauten Musik entsteht hier bereits wieder Homeworld-Atmosphäre, wie sie sein soll. Neben dem vertrauten Gefühl gibt es aber auch Neues zu entdecken. So haben die Entwickler Objekte, die früher höchstens im Hintergrund zu sehen waren, direkt in die Schlachtfelder integriert. Asteroidenfelder oder die Trümmer gewaltiger Schiffe werten die Karten optisch gehörig auf.

Hide and Seek

Diese Objekte dienen jedoch nicht nur der visuellen Gestaltung, sondern sind Teil einer der wichtigsten Gameplay-Neuerungen. Das Team spricht dabei vom "strategischen Terrain". Das bedeutet, dass die Umgebung jetzt sehr intelligent für Deckungsstrategien genutzt werden kann. Damit ein Jägergeschwader von einer mächtigeren Fregatte nicht schon im Anflug aufgerieben wird, nutzen wir jetzt also schwebende Trümmer, um uns außerhalb der Sichtlinie zu nähern. Das Schöne dabei ist, dass die Schiffe in der Regel sehr intelligent selbst die vorhandenen Objekte in der Umgebung nutzen. Wir befehlen unseren Jägern etwa einen Angriff auf eine Fregatte. Sobald unser Geschwader die erste Welle geflogen ist, manövrieren sie sich automatisch hinter einigen Trümmerteilen in Deckung, um sich dort für die nächste Angriffswelle in Stellung zu bringen.
Homeworld 3 in der Gamescom-Vorschau. (6) Quelle: Gearbox Homeworld 3 in der Gamescom-Vorschau. (6) Auch wenn wir einer Flotte einen Bewegungsbefehl an eine bestimmte Stelle erteilen, versuchen die Schiffe auf dem Weg dorthin so viel Deckung wie möglich zu nutzen. Dabei gibt es neben den Objekten, die einfach die Sicht blockieren, auch größere Strukturen, in denen wir uns sogar vor den feindlichen Sensoren verstecken können. Der Gedanke hinter der automatischen Nutzung der Umgebung durch die KI unserer Schiffe ist laut Entwicklern das Bestreben, den nötigen Input des Spielers zu minimieren. Damit ist nicht gemeint, dass man dem Spieler das Spiel aus der Hand nehmen will. Aber unnötiges und kleinteiliges Rumgeklicke soll vermieden werden.

Bildergalerie

Steuerungsprobleme

Dass der Spieler immer noch mehr als genug zu tun hat, merken wir dann auch recht schnell in unserer Demo. Während der zweiten und dritten Mission der Kampagne können wir uns wieder mit dem Befehligen einer Flotte vertraut machen und die neue Deckungsmechanik ausgiebig ausprobieren. So ganz ohne Tutorial in das Geschehen geschmissen zu werden, erweist sich da als etwas problematisch. Im dreidimensionalen Raum die Übersicht zu behalten, dürfte gerade für Neueinsteiger erst einmal eine Herausforderung sein. Die Steuerung wirkte auf uns auch noch etwas zu kompliziert. So mussten wir die rechte Maustaste gedrückt halten, um die Kamera zu bewegen. Für einen Bewegungsbefehl an ein Schiff drücken wir zunächst die rechte und dann zur Bestätigung die linke Maustaste.
Homeworld 3 in der Gamescom-Vorschau. (9) Quelle: Gearbox Homeworld 3 in der Gamescom-Vorschau. (9)

Am meisten Probleme bereitete uns jedoch das Anvisieren von feindlichen Schiffen, besonders bei den kleinen Jägern. Um unserer Flotte den Angriffsbefehl zu geben, versuchen wir mit einem Rechtsklick einen vorwiegend ziemlich kleinen Bereich zu treffen, was entweder aufwendiges Neupositionieren der Kamera oder Millimeterarbeit mit der Maus erfordert. Bei beweglichen Zielen ist das jedoch gar nicht so einfach. Im Gespräch mit den Entwicklern wird aber auch schnell klar, dass man sich dieses Problems bereits bewusst ist und über verschiedene Lösungsansätze nachdenkt. Bereits jetzt ist im Spiel eine Funktion integriert, mit der wir einfach einen Rahmen über den Bildschirm ziehen können, der unseren Schiffen einen Angriffsbefehl gegen alle Feinde in diesem Bereich erteilt.

Die Gamescom-Demo war aber auch erst ein kleiner Einblick in alles, was Homeworld 3 (jetzt kaufen / 53,99 € ) in der fertigen Version zu bieten haben wird. So haben wir noch nichts vom Mehrspieler-Modus gesehen, der auch eine Koop-Funktion bieten wird. Außerdem haben die Macher während ihrer Präsentation einen neuen Rogue-Like-Modus angedeutet, ohne etwas über dessen Inhalt oder Funktionsweise zu verraten. Bis zum Release ist aber auch noch einige Zeit, um diese Aspekte des Spiels zu zeigen. Bisher grenzen die Entwickler den Release nur grob auf die erste Jahreshälfte 2023 ein.

Meinung

Homeworld 3 wird von Blackbird Interactive entwickelt, das von ehemaligen Entwicklern von Relic Entertainment gegründet wurde. Den Vertrieb übernimmt Gearbox Publishing. Der Release ist bisher für die erste Jahreshälfte 2023 auf Steam und im Epic Games Store vorgesehen. Was gefällt euch an Homeworld? Schreibt es uns in den Kommentaren.

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