Hollow Knight im Test: Original-Test zur PC-Fassung (März 2017)
Test
Warum das wunderschöne 2D-Abenteuer zu den besten Metroidvanias aller Zeiten zählt, klärt unser Test.
Achtung: Ab hier lest ihr unseren originalen Test zu Hollow Knight, den wir im März 2017 veröffentlicht haben. Der nachfolgende Text spiegelt also nicht die Verbesserungen der später veröffentlichten kostenlosen DLCs wider.
Quelle: PC Games
Mit seinem gelungenen, hochwertigen Grafikstil hebt sich Hollow Knight mühelos von der Indie-Konkurrenz ab.
Es ist verdammt schwer geworden, in der Flut an Metroidvanias überhaupt noch aufzufallen. Perlen wie Ori and the Blind Forest, Shadow Complex, Guacamelee!, Axiom Verge oder Dust: An Elysian Tail haben die Messlatte in den letzten Jahren eben verdammt hoch gelegt! Doch das wunderbare Hollow Knight beweist in unserem Review, dass das Genre immer noch für eine Überraschung gut ist.
In diesem Artikel
Hollow Knight im Test: In den Ruinen einer Insektenwelt
Auf den ersten Blick macht das 2D-Action-Adventure wenig neu, es spult gekonnt die üblichen Formeln ab, die man von Metroidvanias kennt und schätzt: Eine verzweigte Welt erkunden, Upgrades sammeln, neue Bereiche erschließen, stärker werden, Bosse besiegen. Das mag nicht innovativ sein, doch das gleichen die erstklassige Umsetzung und die faszinierend morbide Spielwelt locker wieder aus!
Quelle: PC Games
Überall in der Welt sind derart putzige Raupenbabys versteckt. Wenn wir sie befreien, belohnt uns ihr Vater mit Geld, Upgrades und Amuletten.
In Hollow Knight, das wir bereits in unserem großen Spieleperlen-2017-Special vorgestellt haben, begleitet man einen kleinen behörnten Ritter durch ein unterirdisches Insektenreich. Unter der Erde breitet sich ein verschachteltes System abwechslungsreicher Schauplätze aus, darunter Kristallminen, Säureseen, Pilzwälder, bizarre Bienennester und einiges mehr. Ruinen verlassener Städte, verfallene Bahnschächte und Massengräber voller abgestorbener Körperschalen erzählen stumm die Geschichte einer längst verschwundenen insektoiden Zivilisation - wie es zu dem Untergang kam und welche Rolle unser kleiner Held in der düsteren Handlung spielt, erfahren wir im Verlauf von rund 20 Spielstunden.
Damit ist Hollow Knight im Genre-Vergleich schon fast aberwitzig lang: Wer wirklich alles entdecken, sämtliche Upgrades sammeln und jedes Geheimnis lüften will, sollte besser 30 Stunden einplanen! Es gibt sogar vier verschiedene Endsequenzen, wobei das beste Finale in erster Linie Jump&Run-Profis vorbehalten sein dürfte - um am Ende den Weißen Palast mit seinen knüppelharten Sprungsequenzen zu packen, braucht es Nerven wie Drahtseile!
Hollow Knight im Test: Viel zu entdecken
Quelle: PC Games
Dank neuer Fähigkeiten - hier der Dash - erschließt unser Held neue, vorher unzugängliche Levelbereiche.
Hollow Knight legt großen Wert auf den Erkundungsaspekt und nimmt uns dabei kaum an die Hand: Spielerführung ist dezent und selten, in der Regel ist man ganz auf sich allein gestellt, um die riesige Welt zu erkunden. Eine Ingame-Karte hilft zwar bei der Orientierung, allerdings sind dort nur die nötigsten Infos eingezeichnet. Wer beispielsweise eine brüchige Stelle im Boden oder ein unerreichbares Upgrade entdeckt, muss sich den Standort schlichtweg merken, bis er die nötigen Fähigkeiten erhält - die Karte hilft hier nicht weiter! Beim Entdecken genießt man dafür deutlich mehr Freiheiten als beispielsweise in Ori, denn in welcher Reihenfolge man die Gebiete erforscht und ob man manche Bereiche einfach ignoriert, ist dem Spieler überlassen. Zwar gibt es natürliche Hindernisse, die sich nur mit bestimmten Fähigkeiten überwinden lassen, doch in vielen Fällen kommt man auch mit etwas Geschick und Geduld ans Ziel.
Quelle: PC Games
In den Nahkämpfen geht's zur Sache! Zum Glück sammelt unser Held durch Gefechte neue Energie, mit der er jederzeit seine Lebenspunkte auffüllen kann.
Viele dieser Fähigkeiten kennt man schon vom Genre, es sind typische Talente wie Doppelsprung, Wandsprung oder Dash, mit denen man deutlich flotter durch die Levels kommt. Doch selbst derart gerüstet muss man noch sehr viel Zeit für Backtracking, also für das Abwandern alter Routen einplanen - schon allein weil die Speicherpunkte nur spärlich verteilt sind. Zwar gibt es auch ein cooles Schnellreisesystem, doch bis man dafür alle Stationen freigeschaltet hat, vergeht viel Zeit. Totz des vielen Backtrackings lohnt es sich aber, die Welt genau zu erkunden - es wimmelt nur so vor motivierenden Überraschungen und Verstecken!
Quelle: Team Cherry
Hollow Knight profitiert von einer durchdachten, präzisen Steuerung.
Hollow Knight im Test: Bissige Erdbewohner
Quelle: PC Games
Hollow Knight bietet mehr als 30 Stunden Spielspaß, wenn man wirklich alle Items, Verstecke und Geheimnisse entdecken will.
Unterwegs treffen wir auf eine Menge liebenswerter Kreaturen, die uns mehr über die Geschichte und Spielwelt erzählen, Items zum Kauf anbieten oder wichtige Upgrades liefern. Der Großteil der Welt ist aber mit bisswütigen Wesen bevölkert, über 130 cool designte Käfer, Fliegen, Spinnen, Monsterpilze und sonstiges Getier haben sich die Entwickler ausgedacht! Hinzu kommen rund 30 Bossgegner, oft in Form gewaltiger, Äxte und Lanzen schwingender Schabenritter und anderer Riesenviecher. Die meisten dicken Brocken sind mit ein paar Kniffen gut zu packen, allerdings gibt es keine Checkpoints vor Bosskämpfen und der letzte Speicherpunkt liegt oftmals weit entfernt - wer ins Gras beißt, muss also den ganzen Weg zurücklatschen. Das kann auch mal für Frust sorgen!
Um sich das Leben etwas leichter zu machen, sucht man die Spielwelt nach 36 Amuletten ab. Diese Schmuckstücke liefern starke Boni wie härtere Panzerung, Regeneration oder Konterattacken, allerdings darf man nur wenige gleichzeitig ausrüsten. Wer also an einem Boss scheitert, sollte einfach mal eine andere Kombination aus Amuletten ausprobieren! Leider müssen wir aber das gesamte Spiel mit nur einem Schwert, der Standardwaffe bestreiten - die lässt sich zwar aufleveln, bleibt spielerisch aber immer gleich.
Quelle: Team Cherry
Solche rasenden Käfer dienen uns als Schnellreisesystem.
Hollow Knight im Test: 2D zum Verlieben
Das Hüpfen und Kämpfen geht klasse von der Hand: Mit einem Gamepad spielt sich Hollow Knight die meiste Zeit über ausgezeichnet! Nur der "Pogo-Sprung", durch den man mittels Schlägen nach unten über Hindernisse balanciert, fällt etwas hakelig aus. Hinzu kommen seltene Performance-Einbrüche oder ein unschönes Stottern, sobald unser Held ins Wasser springt - derartige technische Schnitzer sollte das Entwicklerstudio unbedingt noch mit Patches beheben, sie sind dem sonst so prächtigen Spiel nicht angemessen. Visuell ist Hollow Knight nämlich eine Augenweide: Wunderschön gezeichnete 2D-Charaktere agieren vor liebevoll gestalteten Hintergründen, die dank Parallax-Scrolling für tolle räumliche Tiefe sorgen. Hinzu kommen zig animierte Details wie plätschernder Regen, rieselnde Steine oder umherschwirrende Pilzsporen, die den 2D-Grafiken ordentlich Leben einhauchen. Die wunderschöne Musikuntermalung steht der Optik in nichts nach und unterstreicht gekonnt die unheimliche, oft bedrückende Atmosphäre, die unsere Streifzüge durch die unterirdische Insektenwelt begleitet.
Quelle: PC Games
Trotz der meist präzisen Steuerung fallen einige Geschicklichkeitspassagen ziemlich knifflig aus.
Hollow Knight ist nur auf Englisch erhältlich und kostet faire 15 Euro - das macht es zu einem echten Top-Titel zum Sparpreis! Derzeit ist das Spiel nur für PC verfügbar, allerdings arbeiten die Entwickler bereits an einer Umsetzung für Nintendo Switch. Weitere Plattformen wie Xbox One oder PS4 wollen die Entwickler nicht ausschließen.
