Hitman 3: Ein mörderisch guter Absch(l)uss, Agent 47 - Seite 2

Test Michael Grünwald
Hitman 3: Ein mörderisch guter Absch(l)uss, Agent 47 - Seite 2
Quelle: IO Interactive

IO Interactive bringt mit Hitman 3 die "World of Assassination"-Trilogie zu ihrem Ende. Das Stealth-Abenteuer setzt nahtlos die Geschichte des Vorgängers fort und stellt Agent 47 vor seine vielleicht größte Herausforderung: Vertrauen. Hitman 3 ist ein nahezu perfekter Ausklang der Reihe und macht verdammt viel richtig. Warum man sich tagelang in den riesigen Sandbox-Welten verlieren kann, lest ihr in unserem Test.

Wie es sich für ein Hitman-Spiel gehört, findet Agent 47 in den riesigen Sandbox-Welten auch im dritten Teil wieder so einige Waffen, Werkzeuge und andere Objekte, um seine Ziele zu eliminieren. In den Händen eines Killers können selbst Bananen oder Gummientchen eine gefährliche Spielerei werden. Das Schusswaffen-Arsenal, das 47 zur Verfügung steht, reicht von der klassischen schallgedämpften Pistole bis hin zu Schrotflinten und Sturmgewehren. Wer seine Augen in manchen Schauplätzen aufmacht, kann mit etwas Glück sogar die ein oder andere antike Kanone finden.

Die Wahl der Qual

Mit einer Kanonenkugel und etwas Schießpulver lässt sich ein Ziel auf diese Weise vielleicht mit einem großen Knall ausschalten. Doch ein richtiger Auftragsmörder sucht natürlich immer nach der einen wahren Herausforderung: lautloser Killer werden. Nur derjenige, der unbemerkt alle Zielpersonen ausschaltet, wird die höchste Bewertung nach der jeweiligen Mission bekommen. Im Endeffekt sind unserem Vorgehen jedoch kaum Grenzen gesteckt: Ob wir eine Person ganz klassisch mit der Klaviersaite erdrosseln, einen von langer Hand geplanten Mord ausführen, oder aber doch die Hau-Drauf-Variante mit ganz viel Kawumms wählen, alle Wege führen zum Ziel. Wie ihr eure Zielpersonen auslöscht, liegt ganz in eurem Ermessen. Manchmal reicht schon ein einfacher Schubser. Quelle: PC Games Wie ihr eure Zielpersonen auslöscht, liegt ganz in eurem Ermessen. Manchmal reicht schon ein einfacher Schubser.

Sind das Zombies oder Menschen?

Mit der letzten Möglichkeit meinen wir natürlich die rohe Waffengewalt. Da sich aber die Steuerung im Vergleich zu Hitman 2 nicht verändert hat, ist hier weiter Vorsicht geboten. Die Hitman-Reihe setzt ihre Prioritäten ganz klar auf die Stealth-Mechaniken und schwächelt daher bei der Waffensteuerung. Das Zielen wirkt trotz einschaltbarer Zielhilfe sperrig und ungelenk. Die NPC reagieren plump, sobald es zu einem Feuergefecht kommt, und schießen wild drauflos, ohne Deckung zu suchen. Ein bisschen mehr Hirn für unsere Gegner wäre wünschenswert gewesen. Außerdem hat unser Protagonist noch immer keine richtigen Animationen beim Türöffnen spendiert bekommen. Stattdessen fasst 47 nur in die Richtung der Tür und öffnet diese wie von Geisterhand.

Dafür besitzt unser Agent ein neues permanentes Hilfsmittel: Und zwar ein Handy mit Kamera-Funktion. Ja, auch unser liebenswerter Glatzkopf ist mittlerweile im 21. Jahrhundert angekommen. Mit der Kamera des Smartphones lassen sich nicht nur Beweise fotografieren, sondern auch elektronische Schalter scannen, um beispielsweise in versteckte Bereiche vorzudringen. Mit einem Brecheisen hebeln wir außerdem Schlösser zu Abkürzungen in den jeweiligen Schauplätzen auf, damit wir uns im nächsten Durchlauf nervige Wege von A nach B sparen und direkt die kürzeste Route wählen können. Sehr praktisch! Die Türsteher des Berliner Clubs mögen wohl keine gut gekleideten Auftragsmörder.  Quelle: PC Games Die Türsteher des Berliner Clubs mögen wohl keine gut gekleideten Auftragsmörder. 

Ein echter Hitman braucht keine Hilfe

Wie vorhin schon einmal angesprochen: Nur ein richtiger Stealth-Meister schafft es, die Aufträge als lautloser Killer abzuschließen. Hitman 3 bietet uns allerdings wieder bestimmte Hilfsmittel, um diesem Vorhaben näherzukommen. So schlägt uns das Spiel beispielsweise an den meisten Orten Story-Missionen vor, durch die wir leichter an unsere Zielpersonen herankommen. Folgen wir diesen Leitfäden, sollte es für die erfahrenen Auftragsmörder unter uns ein Leichtes sein, eiskalt zuzuschlagen. Für ein realistischeres Spielgefühl lassen sich diese Hilfen in den Optionen abschwächen oder sogar ganz abschalten. Neben den Story-Missionen werden auch noch unzählige Herausforderungen angezeigt, die anteasern, welche Gelegenheiten sich in dem jeweiligen Level noch bieten. Auf den ersten beiden der drei Schwierigkeitsgrade kann zusätzlich zu den automatischen Speichervorgängen jederzeit manuell gespeichert werden. Auf der letzten Stufe ist dies nur noch einmalig möglich. Sollte 47 doch einmal das Zeitliche segnen oder unsere Verkleidung auffliegen, können wir an fair gesetzten Punkten neu starten. Wie töte ich mein Ziel im nächsten Durchlauf? In Hitman 3 habt ihr unzählige Möglichkeiten, den perfekten Mord zu begehen. Quelle: PC Games Wie töte ich mein Ziel im nächsten Durchlauf? In Hitman 3 habt ihr unzählige Möglichkeiten, den perfekten Mord zu begehen.

Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter

Hitman 3 weckt wie schon die Vorgänger den Ehrgeiz. Jeder noch so kleinen Spur wird nachgegangen, um vielleicht eine andere Chance auf den perfekten Mord zu bekommen. In den meisten Locations gibt es über 20 Möglichkeiten, unsere Zielpersonen loszuwerden und noch viel mehr Herausforderungen durch die wir uns Erfahrungspunkte erspielen. Diese schalten neue Startpunkte, neue Verkleidungen oder neue Agentur-Verstecke frei, an denen Agent 47 Waffen, Sprengsätze oder Gift bunkern und im Verlauf der Mission aufsammeln kann. Selbst nach Abschluss der Hauptstory bietet Hitman 3 noch enorm viel Wiederspielwert. Da gibt es zum einen die Escalation-Missionen, die Entwickler IO Interactive bereitstellt. Auf den bekannten Karten ändern sich unsere Zielpersonen und dementsprechend muss auch unsere Vorgehensweise angepasst werden. Ganz ähnlich läuft es beim Auftragsmodus. Hier kann sich Community selbst austoben. Jeder Spieler kann Zielpersonen, Outfits und Gadgets festlegen und diesen Auftrag für den Rest der Auftragskiller-Welt veröffentlichen. Auch der Sniper-Assassin-Modus feiert ein Comeback, allerdings ohne eigene Locations. Neben Himmelstein sind vorerst nur die beiden Maps Hantu Port und Sibirien aus der Hitman 2-Erweiterung enthalten. Sehr schade, da der Spielmodus schon im Vorgänger äußerst kurzweilig war und die Planung eine ordentliche Ladung Feingefühl benötigte. Ein paar zusätzliche Karten mit Agent 47 als heimlichem Scharfschützen hätten Hitman 3 sicher gutgetan. Die Masse an NPCs ist gewaltig. Ein paar Klone mischen sich jedoch immer noch In die Menge. Quelle: PC Games Die Masse an NPCs ist gewaltig. Ein paar Klone mischen sich jedoch immer noch In die Menge.

Einer für alle, alle für einen

Mit der kostenlosen Implementierung der Level aus den beiden Vorgängern sorgt IO Interactive jedoch für noch mehr Wiederspielwert. Mit dem Kauf von Hitman 3 ist es möglich, die komplette Reboot-Reihe am Stück zu spielen. Technisch gesehen läuft das Finale der Trilogie einwandfrei. In unserem Test kamen nur minimale Bugs vor. Einmal nahmen es die Wachen beispielsweise ganz genau und filzten unseren Agenten lieber zweimal, bevor ihm der Eintritt in einen Raum gewehrt wurde - durchaus verständlich. Hin und wieder sprechen zudem zwei Personen zur selben Zeit, was verwirrend und nervig sein kann, vor allem, wenn es sich um storyrelevante Gespräche handelt. Doch alles in allem ist Hitman 3 das beste Meuchelmörder-Spiel, welches wir bisher in die Finger bekommen haben.

Hitman 3 ist für PC, PS5, PS4, Xbox Series X, Xbox One und Nintendo Switch erhältlich. Die Switch-Fassung ist nur digital via einer Cloud-Lösung spielbar.

Meinung

Wertung zu Hitman 3 (PC)

Wertung:

9.0 /10

Wertung zu Hitman 3 (PS5)

Wertung:

9.0 /10

Wertung zu Hitman 3 (XBO)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Tolle SchauplätzeTiefgründige und gelungene StoryRiesige Sandbox-WeltenExtrem hoher WiederspielwertSchöne LichteffekteGewaltiger UmfangHilfen frei zu- und abschaltbarNeuerungen gut implementiert
Schwache KISchwammige Steuerung in FeuergefechtenKeine neuen Sniper Assassin-MissionenKeine deutsche Sprachausgabe"Nur" sechs Level
Fazit

Toller Abschluss für die Trilogie, der wenig neu, aber alles besser macht

Bildergalerie

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