Heroes of the Storm: Unser originaler Test von Juni 2015
Test
Hier lest ihr unseren ursprünglichen Test-Artikel, den wir vor zwei Jahren zum Release von Heroes of the Storm veröffentlicht haben.
Anfangs waren sie ja noch zu belächeln, Blizzards erste Gehversuche im MOBA-Sektor. Doch aus einer kleinen Map für Starcraft 2, die später in Blizzard Allstars umbenannt wurde, sollte Jahre später tatsächlich ein vollwertiges Spiel entstehen. Und was für eins! Heroes of the Storm nimmt sich konsequent die Einsteiger vor, denen MOBAs stets zu verbissen, zu hardcore waren - wer also bislang einen Bogen um Dota 2 und League of Legends gemacht hat, darf Heroes of the Storm bedenkenlos eine Chance geben.
Klassisches Konzept, clever entschlackt
Quelle: PC Games
Auf drei Pfaden (Lanes) marschieren KI-gesteuerte Einheiten, die wir für Erfahrungspunkte bekämpfen.
Auf den ersten Blick unterscheidet sich Blizzards neues Free2Play-Spiel kaum von stinknormalen MOBAs: Zwei Teams mit je fünf Spielern treten auf symmetrisch angelegten Maps gegeneinander an. Dabei gilt es, automatisch agierende KI-Truppen zu erledigen, gegnerische Stellungen einzureißen und schließlich die Feindbasis zu plätten. Was macht das Ganze aber so zugänglich? Dass Blizzard an den richtigen Stellen ausmistet. Im Gegensatz zu vielen anderen MOBAs gibt's in Heroes of the Storm nämlich keinen Shop, in dem wir neue Ausrüstung und Upgrades für unseren Helden kaufen. Gold als sammelbare Währung fällt damit weg, genauso wie die Möglichkeit, dem gegnerischen Team den Gewinn vorzuenthalten (Denies). Stattdessen sammeln die Teams für jeden besiegten Gegner Erfahrungspunkte, die auf ein gemeinsames Konto fließen. Bedeutet: Alle Spieler eines Teams steigen gleichzeitig im Level auf, dürfen sich so regelmäßig aus einem kleinen Menü neue Fähigkeiten aussuchen und den Helden so der eigenen Spielweise anpassen. All das sorgt nicht nur dafür, dass Einsteiger zügig ins Spiel finden, auch die Action kommt dadurch kaum zum Erliegen - Tempo, taktisches Gruppenspiel und blitzschnelle Reaktionen führen zum Sieg.
Bei Release umfasst Heroes of the Storm sieben toll designte Maps, am 30. Juni kommt mit dem Diablo-Update Eternal Conflict sogar schon die achte hinzu. Jede Karte bietet ein eigenes Missionsziel, das man nie aus dem Blick verlieren sollte: So sammeln wir auf der Map Schwarzherzbucht etwa Golddublonen ein, um damit einen Geisterpiraten zu bestechen - haben wir genug Zaster beisammen, lenkt der Untote seine Schiffskanonen auf die Feindbasis und pustet ein paar Gebäude für uns weg. Cool und witzig gemacht!
Heldenmix für jeden Geschmack
37 wild gemischte Helden aus sämtlichen Blizzard-Marken sind derzeit im Angebot, sodass für jeden Spielertyp der passende Charakter dabei sein sollte. Azmodan aus Diablo 3 stärkt beispielswiese KI-Verbündete und schleudert Feuerbälle auf große Distanzen (mordsgefährlich für flüchtende Gegner!), Nova aus Starcraft 2 flitzt dagegen unsichtbar über die Map und gibt tödliche Schüsse aus ihrem Snipergewehr ab. Selbst die drei fröhlichen Wikinger aus dem Super-Nintendo-Klassiker The Lost Vikings sind mit von der Partie! Neue Helden schalten wir entweder mit Gold frei, das wir im Laufe der Partien verdienen, oder aber wir zahlen mit echten Euros - nötig ist das aber nicht; wenn man etwas Geduld mitbringt und fleißig spielt, ist regelmäßig ein neuer Charakter drin. Zumal Blizzard für tägliche Zufallsquests (z. B. "Spiele drei Matches mit einem Krieger") weitere Goldbelohnungen spendiert.
Quelle: PC Games
Während Tychus und Falstad zwei Oger-Söldner abwehren, eilen wir (links oben) in Gestalt eines riesigen Pflanzenmonsters zu Hilfe.
Faires Free2Play
Quelle: PC Games
Neue Helden dürfen wir mit Spielgold freischalten. Kosmetische Inhalte ohne spielerischen Nutzen (neue Kostüme und Reittiere) gibt's dagegen nur gegen echte Euros.
Als Free2Play-Titel ist Heroes of the Storm komplett ohne Echtgeldeinsatz spielbar. Einzig für viele kosmetische Optionen - zum Beispiel Kostüme oder Reittiere - muss man tief in den Geldbeutel greifen. Wer aber ohnehin keinen Wert auf solche visuellen Sperenzchen legt, spart sich die Kohle und spielt ganz einfach gratis. Fair: Pro Woche sind sieben zufällig ausgewählte Helden kostenlos spielbar. Alle Charaktere können wir zudem in einem KI-Trainingsmodus testen, bevor wir uns für einen Kauf entscheiden. Spätestens ab Rang 30 sollten wir nämlich wissen, wie sich die Klassen spielen, denn hier wird der Heldenliga-Modus freigeschaltet, in dem man Siegpunkte verdienen oder verlieren kann. Weil man es da nicht mehr mit Anfängern zu tun hat, werden die Matches direkt fordernder und spaßiger - allerdings muss man sich auch auf wehleidige Teammitglieder und selbsternannte Experten gefasst machen, die im Text-Chat ihre Meinung absondern und Mitspieler scharf kritisieren. Das hält man entweder aus - oder man schaltet das Geschwätz einfach ab und genießt ein ausgezeichnetes Spiel in Ruhe.Noch mehr zu Heroes of the Storm findet ihr auf unserer Themenseite und in unserer großen Alpha-Vorschau.
