Hell Pie: Höllische 3D-Platformer-Action im Test - Seite 2
Test
Hell Pie im Test: Das bietet der Oldschool-3D-Platformer des deutschen Entwicklerstudios Sluggerfly.
Von aktuellen Memes bis hin zu Referenzen zu Klassikern (Monty Python lässt grüßen) wird jede*r Spieler*in die ein oder andere Anspielung finden, was sich auch in der beachtlichen Auswahl an Kostümen für Nate und Nugget widerspiegelt. Soweit vorweg: Fans von Electric Callboy (ehemals Eskimo Callboy) freuen sich besonders über einige der Skins für das Himmel-und-Hölle-Duo.
Die Spielwelten sprühen vor Kreativität und sind trotz des allgegenwärtigen Ekelfaktors echte Hingucker. Lichtgestaltung, Musik, NPCs und Nebenmissionen wurden thematisch an die jeweiligen Level angepasst. Doch so liebevoll die Welten auch designt sind, Hell Pie ist nichts für Menschen mit empfindlichen Mägen. Trotz des Cartoonstils, der an familienfreundliche Klassiker wie die Spyro-Serie oder die Rayman-Abenteuer erinnert, geht es gewalttätig zu; Blut, Fäkalien und Erbrochenes sind eure ständigen Begleiter. Bon appétit!
In diesem Artikel
Temperaturschwankungen in der Hölle
Hell Pie ist ein absurder 3D-Platformer, der Genrefans sicherlich viel Freude bereitet, doch einige Macken trüben das Spielerlebnis. Probleme, die (vermutlich) noch behoben werden, sind Bugs wie ruckelnde Gegner, auch wenn die Framerate konstant hoch ist, Bosskämpfe die neugestartet werden müssen, weil sie nicht in die nächste Phase übergehen und Clipping-Fehler.
Schade ist zudem, dass manche der wirklich witzigen Mono- und Dialoge der NPCs etwas untergehen, da ihr oft schnell durch die Spielwelt rast, aber die Sprechblasen nur im direkten Umfeld der jeweiligen NPCs lesen könnt. Um jedes Gespräch zu begutachten, müsst ihr bei fast jedem NPC einen Stopp einlegen, was den Spielfluss stört.
Bildergalerie
Einer der größeren Kritikpunkte ist, dass manche Spielwelten deutlich kleiner ausfallen und weniger Details bieten als andere, was besonders zum Ende des Games hin immer auffälliger wird. Auch die Bosskämpfe variieren stark in Qualität, Länge und Schwierigkeit und sind oft nicht wiederholbar. Darüber hinaus sind auch die spärlichen Puzzle-Aufgaben ohne großen Denkaufwand zu meistern. Aufgrund dieser Punkte steigt auch der Schwierigkeitsgrad nicht sanft an, sondern verläuft kreuz und quer.
Heißer Kuchen oder doch kalter Kaffee?
Hell Pie ist ein schöner Indie-3D-Platformer mit viel Charakter, Witz und Körperflüssigkeiten. Die Liebe zum Detail, die das deutsche Studio Sluggerfly in das Spiel gesteckt hat, ist durchgehend spürbar und der Humor wird genauso oft direkt wie auch subtil verpackt. Die Hauptstory ist in vier bis fünf Stunden durchgespielt, doch ihr entdeckt immer wieder neue Dinge und werdet als Completionist circa 17 Stunden Spaß haben, da es eine Menge Achievements und Collectibles zum Einsammeln gibt.
Meinung
Wer also einen intuitiven, flüssigen 3D-Platformer mit viel South-Park-Humor und ohne Jugendfreigabe sucht, wird Freude mit Nate, Nugget und ihrer Suche nach den Zutaten für den Kuchen der Hölle haben. Somit ist Hell Pie einer der interessantesten Indie-Platformer zwischen Himmel und Hölle, zumindest für diesen Sommer.
