Hell Let Loose: Taktik-Shooter im Zweiten Weltkrieg. Kann das überzeugen?
Special 44,99 €
Am 6. Juni startete Hell Let Loose auf Steam in die Early-Access-Phase. Der teambasierte Ego-Shooter präsentiert den Zweiten Weltkrieg aus der Sicht der Alliierten und der Achsenmächte. Vor allem aber ist die Absprache mit dem eigenen Team überlebenswichtig. Wie sich der Titel aktuell schlägt, erfahrt ihr in diesem Early-Access-Check.
Immer mehr Studios greifen in die Vergangenheit, wenn es um das Setting ihrer Spiele geht. Dabei ist vor allem der Zweite Weltkrieg sehr begehrt. Das erkennt man zum Beispiel an bekannten Shootern wie Battlefield 5 oder Call of Duty World War 2. Nun wagt sich auch ein weiterer Entwickler an das umstrittene Thema und präsentiert einen Online-Shooter, bei dem vor allem eines zählt: Absprache. Wer sich mit seinem Team nicht verständigt, hat bereits die Runde verloren. In diesem Early-Access-Check zeigen wir euch, wie Spieler in Hell Let Loose (jetzt kaufen / 44,99 € ) sprichwörtlich durch die Hölle müssen.
Auf dieser Seite
Das Spielprinzip
Hell Let Loose versetzt euch in die Lage eines Soldaten der Alliierten beziehungsweise der Achsenmächte. Ihr tretet einem sechsköpfigen Squad bei und zieht auf einem riesigen Schlachtfeld in den Krieg. Die Server bieten dabei Platz für bis zu 100 Spieler, also 50 gegen 50. Derzeit enthält Hell Let Loose vier unterschiedliche Karten. Diese Maps spiegeln die realen Schauplätze des Zweiten Weltkriegs wieder. Im Kern ähneln sich diese Schlachtfelder aber. Auf jeder Karte gibt es bestimmte Einsatzziele, die von den Spielern eingenommen werden müssen.
Wer sich mit seinem Squad und dem Rest eures Teams nicht abspricht, hat sofort verloren, denn Kommunikation und Absprache ist das oberste Gebot in Hell Let Loose. Leider beginnt da auch schon das erste Problem: Nicht alle Spieler halten sich an dieses Gebot. So kommt ihr meist in einen Squ
Quelle: Black Matter
Die Karten zeigen historische Schauplätze.
ad (wir spielten immer auf den deutschen Servern), die euch verstehen, aber nicht antworten. Das führt dann natürlich zu eingeschränkter Kommunikation und letztendlich zur Niederlage. Das Spiel ist also definitiv nichts für Casual Player oder für Leute, die nicht gerne mit fremden Menschen reden wollen. Aber nicht nur Absprache ist wichtig in diesem Spiel, sondern auch Beobachtung. Ihr erkennt Verbündete nämlich nur dann, wenn ihr lange genug auf sie zielt, was in einer heißen Auseinandersetzung nicht immer möglich ist. Bevor ihr also einen eurer Teammitglieder nicht aus Versehen über den Jordan schickt, solltet ihr euch die Uniformen einprägen und ab und zu auf die Karte schauen, um Freund von Feind zu unterscheiden. Nehmt ihr einen Spieler zudem unter Beschuss, wird euch kein Hitmarker gegeben, behaltet also immer die vermeintliche Leiche im Auge.
Das Klassensystem
So ziemlich jeder Online-Shooter bietet den Spielern mehrere Klassen zur Auswahl. Auch Hell Let Loose erlaubt es euch, aus insgesamt 14 unterschiedlichen Rollen eine zu wählen. Jede Klasse erfüllt dabei eine andere Aufgabe. Der Sanitäter zum Beispiel kümmert sich um die Verwundeten, während der Offizier den Trupp anführt und Befehle vom Kommandanten entgegennimmt. Der Kommandant ist ein einziger Spieler pro Team, der den Squads Aufgaben zuweist, den strategischen Überblick behält und falls nötig euch mit Versorgungskisten unterstützt. Jedoch fällt der klassische Aspekt der Ausrüstung weg, denn Hell Let Loose hat den Klassen ein festes Equipment zugewiesen. Fast jede Rolle besitzt
Quelle: Black Matter
Sanitäter und Offiziere haben eine Pistole als Nebenwaffe.
als Waffe einen Karabiner, es gibt aber eine spezielle MG-Einheit für die Leute, die doch mehr Wums als Verstand einsetzen wollen.
Apropos Wums, damit euer Squad auch nur den Hauch einer Chance gegen die vernichtende Wirkung eines Panzers hat, steht euch der Antipanzersoldat mit einem Raketenwerfer zur Seite. Die Waffen eurer Klassen kommen ohne Visiere, auch der Scharfschütze. Das Handling ist aber dennoch akkurat und ebenso realistisch umgesetzt. Für gewöhnlich wird man beim ersten Schuss schon außer Gefecht gesetzt, solltet ihr am Torso getroffen werden. Eure Gliedmaßen halten ein bisschen mehr aus, aber auch nur bedingt. Trifft die Kugel den Kopf, ist es eh schon vorbei. Als Standardausrüstung für jede Rolle erhaltet ihr jedoch einen Verband, mit dem ihr euch bei Verletzungen selbst heilen könnt. Wurdet ihr außer Gefecht gesetzt, kann euch nur ein Sanitäter mit seiner Wunderheilspritze wiederbeleben.
Schöne Grafik, schlechter Sound
Hell Let Loose basiert auf der Unreal Engine 4, was dem Spiel einen realistischen Look gibt. Die Texturen sind scharf und in der Ferne verschwimmt nichts. Auf fast jeder Karte scheint die Sonne - außer auf der Winter-Map. Dort ist eure Sicht mehr als nur vernebelt. In dieser Suppe einen Gegner zu treffen, ist wie im Lotto zu gewinnen. Trifft das Sonnenlicht auf Metall oder Glas wird es reflektiert. Alles in allem bietet der Weltkriegs-Shooter ein überaus schönes und realistisches Ambiente, was man aber vom Sound nicht sagen kann.
Viele der Geräusche sind
Quelle: Black Matter
Dank Unreal Engine wirkt der Weltkriegs-Shooter grafisch schön.
entweder zu leise oder viel zu laut. Steht man direkt neben einen Artillerie-Einschlag, verliert man beinahe das Gehör. Befindet man sich aber ein paar Meter entfernt, hört man gerade mal das Geschoss anfliegen, aber nicht auftreffen. Versucht man sich mitten im Gefecht mit seinen Teamkollegen zu verständigen, hört man mit Glück nur Gemurmel, weil auch die Waffen zu laut eingestellt sind. Zudem bieten die Einstellungen in Sachen Audio nicht viel. Mittels eines Balkens kann man nur die Geräusche als Ganzes verändern. Glücklicherweise kann man die Lautstärke des Voice-Chats ebenfalls verstellen.
Gähnende Leere auf dem Schlachtfeld
Damit ein Multiplayer-Spiel wirklich Spaß macht, braucht man eins: Mitspieler. Wer sich nun erhofft, eine epische Schlacht in Hell Let Loose hinzulegen, am besten noch auf einem deutschsprachigen Server, der hofft leider vergeblich. Das große Problem bei diesem Titel ist nicht etwa die ausbaufähige Kommunikation unter den Spielern, sondern das allgemeine Fernbleiben jener. Laut Steam-Charts spielen nicht einmal 2.000
Quelle: Black Matter
In Hell Let Loose könnt ihr auch Panzer fahren.
Menschen den Weltkriegs-Shooter. Es gibt einige aktive Server aus den Vereinigten Staaten beziehungsweise aus Russland, was sich natürlich am hohen Ping bemerkbar macht. Gerade einmal ein deutscher Spieleserver sticht aktuell mit circa 60 Spielern hervor, aber auch da bekommt man nur mit etwas Glück einen vollen Squad zusammen, bei dem alle Soldaten sich gegenseitig verstehen.
Early-Access mit erfolgsversprechender Roadmap
Laut Entwickler Team 17 möchte man in zwölf Monaten den Early-Access-Status verlassen und das Spiel dann als vollwertigen Titel veröffentlichen. Bis dahin will man die Spieler mit vielen Erweiterungen bei Laune halten, es gibt sogar eine Roadmap. Bereits im Juli möchte man beispielsweise eine weitere Map veröffentlichen. Neben dieser neuen Location will man viel am Gameplay und die Akustik verbessern. Es ist auch ein Kosmetik-System geplant. Ob dies aber kostenpflichtig wird, ist bis dato noch nicht bekannt. Das Entwicklerstudio ist vor allem auf eine Neuerung besonders stolz: den Flammenwerfer! Wie diese Waffe der Zerstörung im Spiel umgesetzt wird, bleibt ein Geheimnis, das erst bei Veröffentlichung enthüllt wird. Die Updates werde man in einem Abstand von sechs bis acht Wochen hochladen. Wann genau aber welche Neuerungen dem Spiel hinzugefügt werden, ist unbekannt. Zwischen diesen Updates gibt es immer wieder Patches zur Fehlerkorrektur.
Quelle: Black Matter
Eure Waffen haben kein Visier, nur Kimme und Korn.
Fazit
Hell Let Loose hat viel Potential und könnte ein interessanter Team-Shooter werden. Aus heutiger Sicht kann aber das Spiel nur mit einem großem "Aber" empfohlen werden, denn die geringe Spieleranzahl und schlechte Kommunikation innerhalb des Teams raubt einem meist den Spaß. Der Titel befindet sich noch im Early-Access, es kann sich also noch vieles verändern. Ob sich Hell Let Loose in Zukunft verbessert, zeigt sich erst durch Updates.
