Head of State

Test

Chris Rock will US-Präsident werden. Lohnt es sich, für die DVD die Werbetrommel zu rühren?

Offenbar haben es viele Comedy-Stars aus den USA irgendwann einmal satt, immer nur vor der Kamera zu agieren. Nach Eddie Murphy und Martin Lawrence versucht sich nun auch Chris Rock ("Dogma") als Drehbuchautor, Filmemacher und Produzent.

In seinem Regiedebüt übernahm er gleich auch noch die Hauptrolle als Mays Gilliam -- ein trotteliger, aber engagierter Lokalpolitiker, dem das Wohl der Bürger am Herzen liegt. Als Mays seine Arbeit und seine Freundin Kim (Robin Givens) verliert, ist er am Boden zerstört. Doch der nächste Job wartet schon auf ihn.

Nachdem die beiden Präsidentschaftskandidaten der demokratischen Partei bei einem Unfall ums Leben kommen, will die Parteiführung nicht sang- und klanglos untergehen und fasst einen wagemutigen Plan: Gilliam soll als erster Farbiger für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika kandidieren.

Mit der Unterstützung seines großen Bruders Mitch (Bernie Mac, "Drei Engel für Charlie -- Volle Power") stellt sich Mays tapfer der ehrenvollen Aufgabe und kann tatsächlich Befürworter und Sponsoren für seinen Wahlkampf gewinnen. Doch da regt sich plötzlich Widerstand aus den eigenen Reihen ...

Billige Kalauer und originelle Gags halten sich in dieser Komödie die Waage. Und spätestens nach der dritten Wiederholung hat sich auch der Running Gag mit Mays´ Ex-Freundin Kim totgelaufen.

Das Bonusmaterial der Disc ist spärlich und obendrein recht werbelastig ausgefallen. Während des 12-minütigen Making ofs schwärmen die Beteiligten vorwiegend von der tollen Zusammenarbeit und davon, wie hervorragend Chris Rock die anspruchsvolle Aufgabe als Regisseur und Hauptdarsteller doch gemeistert habe. Interessante Aufnahmen, Anekdoten oder Informationen sind hier dünn gesät.

Nicht viel besser gestaltet sich der Regiekommentar. Chris Rock hat offensichtliche Probleme, adäquate Bemerkungen abzugeben und hangelt sich schwerfällig von Szene zu Szene. Man könnte fast glauben, dem US-Komiker seien die Witze ausgegangen. So wird das nichts mit "Chris Rock for President!" MN

Fazit

Film-Check: Das Regiedebüt des nicht gerade für Political Correctness bekannten Chris Rock ist nicht mehr als ein seichter Klamauk, dem es an Biss fehlt. Von dem amerikanischen Stand-Up-Comedian hätten wir eine schonungslosere Satire mit deutlich mehr schwarzem Humor erwartet. Gerettet wird der Film letztendlich durch einige gute Gags und den Aufritt von Bernie Mac.
DVD-Fazit: Die Komödie hat mit ihren übertriebenen Albernheiten viel an Potential verschenkt. Vielleicht hätte sich Chris Rock besser nur auf die Hauptrolle konzentrieren und den Regiestuhl sowie das Drehbuchschreiben anderen überlassen sollen. Bei der Umsetzung auf DVD weiß die gute Bildqualität zu überzeugen. Ton und Bonusmaterial sind durchschnittlich ausgefallen.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk