Haus über Kopf

Test

Peter Sanderson (Steve Martin) ist ein durch und durch angepasster Mensch des Establishments: Er ist bieder, nett und ein bekennender Workaholic. Privat läuft es für den erfolgreichen Steuer-Anwalt weniger rosig: Er ist frisch geschieden und kann immer noch nicht verstehen, wieso ihn seine Frau bloß verlassen hat. Einen Neubeginn verspricht er sich vom Blind-Date mit einer Chat-Bekanntschaft aus dem Internet.

Doch was dann vor ihm steht, ist nicht wie erwartet eine gebildete, blonde Anwältin, sondern die schlagfertige, derbe und dicke schwarze Ex-Knastschwester Charlene (Queen Latifah). Sie braucht seine Hilfe, damit sie ihr Verfahren neu aufrollen kann. Als er sich weigert, nistet sich Charlene bei Peter ein und wirbelt sein Leben gehörig durcheinander.

Reichlich unkoordiniert gestaltet sich auch der Audiokommentar im Bonusmaterial der Disc. Regisseur Alan Shankman und Autor Jason Filardi albern die meiste Zeit sinnlos herum. Infos zum Film und den Dreharbeiten kommen da nur sporadisch vor. Ihr anfänglicher Enthusiasmus ist schnell verbraucht und stellenweise entstehen längere Pausen.

Sehr witzig gestaltet sich das Special "Der Pate des Hop", das von niemand Geringerem als Eugene Levy (Jason Biggs? Vater in "American Pie") handelt. In drei Minuten wird der frankokanadische Schauspieler zur Überfigur des kanadischen Hip-Hop hochstilisiert, der Queen Latifah viele Tipps zur Bühnenperformance geben musste.

Amüsant ist auch die vier Minuten lange "Gag Reel" in der nicht nur die typischen Versprecher zu sehen sind. Die deleted Scenes machen unkommentiert wenig Sinn. Bei einigen kann man kaum nachvollziehen, warum gerade sie rausfliegen mussten. Außerdem findet sich ein 16-minütiges Making of, das zwar einerseits sehr viel aus dem Film verrät, andererseits aber mehr Informationen bietet als der Audiokommentar. Last but not least ist auch das Musikvideo "Better than the Rest" von der Hip-Hop-Diva Queen Latifah zu sehen. MS

Fazit

Film-Check: Hinter Steve Martins Slapstick-Humor und Queen Latifahs markigen Sprüchen verbirgt sich eine laute, übertriebene, mit ihren Seitenhieben auf die Diskriminierung Farbiger typisch amerikanische Komödie, die themenbedingt und auch durch den Hip-Hop-Slang in Deutschland kaum funktionieren kann. Beim Großteil der Gags springt der Funke einfach nicht über.
DVD-Fazit: Die Hoffnung, endlich wieder einen guten Film mit Steve Martin zu sehen, erfüllt sich bei "Haus über Kopf" nicht. Die nur mittelmäßig amüsante Komödie legt ihren Schwerpunkt mehr auf Schwarz-Weiß-Malerei als auf Originalität. Auf der technischen Seite liegt die Scheibe im gu- ten Mittelmaß. Das Bonusmaterial ist teils recht witzig, teils jedoch völlig überflüssig.

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