Retro Special zu Harvest Moon, Seite 2
Special
Retro-Special zu Harvest Moon: Bringt die Kühe in ihren Stall und holt das Korn in den Speicher: Wir werfen einen Blick zurück auf Harvest Moon für SNES, die wohl kultverdächtigste Farmer-Simulation aller Zeiten. Aber aufgepasst, das bedeutet für euch ganz schön harte Arbeit!
Auf dieser Seite
Zur Auswahl stehen im ersten Harvest Moon die Blumenzüchterin Nina, Bardame Eva, Mechanikerin Ann, die tierbegeisterte Ellen und Maria, die Tochter des Bürgermeisters. Je öfter ihr euch mit eurem Herzblatt unterhaltet und ihr passende Geschenke überreicht, desto schneller steigt ihre Zuneigung.
Quelle: PC Games
Der Winter ist schön anzusehen, spielerisch gibt es in dieser Zeit aber insgesamt am wenigsten zu tun. Hoffentlich habt ihr genügend Heu für eure Tiere gesammelt.
Sind alle Bedingungen erfüllt und das Herz eurer Freundin erobert, steht einer Heirat und der Gründung einer Familie fast nichts mehr im Wege. Wie gesagt, fast. Damit der Wonneproppen auch genügend Platz zum Toben hat, muss vorher das Eigenheim ausgebaut werden. Kostet die erste, zum Heiraten nötige Erweiterung gerade mal 250 Holzscheite und 5.000 Goldtaler, muss es für die Familienvariante im Anschluss gleich doppelt so viel sein. Zwingend notwendig, um das Spiel zu beenden, ist eine Heirat nicht. Allerdings erhaltet ihr so am Ende eine bessere Version des Abspanns, von dem es viele Varianten gibt. Auch arbeitsversessene Großgrundbesitzer, die für Romantik nicht viel übrig haben, kommen dabei nicht zu kurz.
Quelle: PC Games
Irgendwann im Sommer schlägt auf eurem Land der Blitz ein, was einen Zugang zu den Tunneln der Erntewichtel öffnet. Diese helfen euch im Spielverlauf weiter.
Während Volksfeste und Sonderveranstaltungen fest im Kalender stehen, kann es in Harvest Moon zu Zufallsereignissen kommen, welche erheblichen Einfluss auf das Spiel haben. Gemeint sind damit aber nicht die hin und wieder auftretenden Regenfälle, dank der ihr euch an diesem Tag das Gießen sparen könnt. Im Sommer kann es nämlich zu hochgefährlichen Wirbelstürmen kommen, welche nicht nur eure Felder verwüsten, sondern euch auch für einen Tag daran hindern, eure Tiere im Stall zu verpflegen. Schlägt jedoch der Blitz auf eurer Farm ein, solltet ihr euch genau umsehen. Durch den großen Knall wird nämlich ein Zugang zu den Höhlen der Erntewichtel freigelegt, die euch im Verlauf der kommenden Monate mit besseren, leistungsfähigeren Werkzeugen ausstatten können. Ein wenig Fantasy steckt also auch in Harvest Moon.
Höhen und Tiefen
Quelle: PC Games
Eines der großen Ziele im Spiel ist die Heirat mit einem der Mädchen aus dem Dorf. Zwingend notwendig ist das aber nicht. Wer möchte, kann auf die romantischen Aspekte des Spiels auch getrost pfeifen.
Dank seines innovativen Spielprinzips und der wunderschönen Grafik (vor allem im Herbst und Winter) entwickelte sich Harvest Moon schnell zu einem echten Hit für das Super Nintendo und stellt heute so etwas wie den letzten "großen" Titel auf dem SNES dar. Bis auch Europäer Spaten und Hacke in die Hand nehmen durften, verging wie üblich viel Zeit: Erst am 29. Januar 1998 veröffentlichte Nintendo das zu dem Zeitpunkt schon anderthalb Jahre alte Spiel auch hierzulande. Der Überraschungserfolg ebnete den Weg für eine bis heute sehr beliebte, allerdings auch nicht fehlerfreie Serie.
So konnte Harvest Moon, natürlich aufgrund seiner Thematik, nie wirklich sein leicht monotones Spielprinzip hinter sich lassen. Auch andernorts schwankte das Gamedesign: Bereits im ersten Harvest Moon kann man seine Kühe mithilfe einer Glocke zu sich rufen und so nach draußen auf die Weide schicken. Aufgrund einer fehleranfälligen Wegfindung ist man am Ende aber froh, wenn alle Wiederkäuer zurück im Stall sind, aus dem man sie fortan nie wieder herauslässt. Erst späteren Fortsetzungen gelang es, mühselige Arbeiten im Spiel zu verbessern.
Befand sich Natsumes Genre-Mischung aus Rollenspiel, Dating-Sim und Strategie zu Zeiten des GBA und Gamecube auf der Höhe seiner Zeit, fiel die Serie kurz darauf in ein kreatives Loch. Die Teile sowohl für Nintendo DS als auch für Wii und Ableger für PC und Playstation konnten nicht mehr an die früheren Erfolge anknüpfen. Für ordentlich Verwirrung sorgt zudem ein Namenswechsel, der 2013 vollzogen wurde. Bis dato wurden alle Titel der Serie außerhalb Japans unter dem Namen Harvest Moon vermarktet.Im selben Jahr übernahm der Entwickler Marvelous Entertainment zwar das US- und Europa-Marketing, die Namensrechte lagen allerdings nach wie vor bei Natsume. Aus diesem Grund musste Marvelous ihr aktuelles Spiel auf den Titel Story of Seasons ändern, während Natsume von nun an seine "eigenen" Harvest Moon-Spiele macht. Der große Einfluss der Serie ist trotz aller Misserfolge in den vergangenen Jahren aber nicht von der Hand zu weisen.
Harvest Moon ebnete nicht nur den Weg von Spielen wie Animal Crossing oder Rune Factory, sondern gilt auch als Grundlage des erfolgreichen Facebook-Spiels FarmVille und sogar des deutschen Erfolgsgaranten Der Landwirtschaftssimulator. Und dann ist da ja noch diese kleine, feine Spiel namens Stardew Valley, welches den Geist der Reihe erfolgreich in die Neuzeit gebracht hat ...
