CPU-Kaufberatung: Sockel, Chipsätze und Übertaktung

Special Antonio Funes
CPU-Kaufberatung: Sockel, Chipsätze und Übertaktung
Quelle: PC Games Hardware

In unserem Prozessor-Special erklären wir euch einiges rund um CPUs zu Themen wie SMT, Hyperthreading, Takt, Sockeln und Chipsätzen. Auch für diejenigen, die eine CPU übertakten wollen, haben wir ein paar Ratschläge parat. Außerdem haben wir 15 CPUs von AMD und Intel als Kauftipps von 100 bis gut 500 Euro für euch vorbereitet.

Neue CPU: Sockel- und Chipsatz-Auswahl

Wer sich heute eine neue CPU kauft und mit seinen Anwendungen nicht im Profi-Bereich arbeitet, sollte bei Intel auf den Sockel 1151 v2 und bei AMD auf den Sockel AM4 zurückgreifen. Dies sind die beiden aktuellen "Mainstream"-Sockel. In einigen wenigen Fällen lohnt es sich eventuell noch, sein altes Mainboard zu behalten und nach passenden, im Zweifel auch gebrauchten CPUs zu suchen.

Der Sockel ist die Vorrichtung auf einem Mainboard, in die der Prozessor eingelegt wird. Das Mainboard muss den gleichen Sockel wie die CPU bieten, ansonsten passt der Prozessor allein rein mechanisch nicht hinein.

Hier sieh man einen AMD Ryzen im Sockel des Mainboards montiert, bevor der Kühler aufgesetzt wurde. Quelle: PC Games Hardware Hier sieh man einen AMD Ryzen im Sockel des Mainboards montiert, bevor der Kühler aufgesetzt wurde. Ein Sonderfall ist der Sockel 1151 und 1151 v2: Mechanisch sind beide identisch, aber CPUs ab der Core i-8000er-Serie laufen nur auf Mainboards mit dem Sockel 1151 v2, die Sockel 1151-CPUs der Familien Core i-6000 und i-7000 wiederum laufen nur auf dem normalen Sockel 1151 und nicht auf 1151 v2. Glücklicherweise kann man den Sockel auch am Chipsatz erkennen, und dieser ist wiederum bei fast allen Mainboards im Namen des Modelles zu erkennen. Folgende Chipsätze und Sockel, die allesamt mit DDR4-RAM arbeiten, sind derzeit für uns relevant:

  • Sockel AMD AM4 mit den Chipsätzen A320, B350, B450, X370, X470 und X570
  • Sockel Intel 1151 v2 mit den Chipsätzen B360, B365, H310, H370, Q370, Z370 und Z390

Was Intel betrifft: Für den Sockel 1151 gibt es auch noch neuwertige CPUs im Handel, trotzdem empfehlen wir den Sockel 1151 v2. Der "Enthusiasten"-Sockel 2066 sollte von privaten Nutzern am besten ignoriert werden, da die erschwinglichen CPUs nicht besser als Sockel 1151 v2-Modelle sind, dafür sind aber die Mainboards deutlich teurer. Die teuren Sockel 2066-CPUs bringen wiederum in Spielen keinen oder nur sehr kleine Vorteile - der Nutzen solcher CPUs liegt eher bei bestimmten Profi-Anwendungen. Gleiches gilt für die AMD Sockel TR4 und sTRX4. Der AMD Sockel AM4 hingegen weist ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis aus und stellt aktuell unseren klaren Kauftipp für private Nutzer und Gamer dar, sofern man sich nicht auf Intel versteift.

Übertakter: Intel-Besonderheiten und AMDs X570-Chipsatz

Intel-Käufer benötigen zum Übertakten eine CPU, die ein K im Modellnamen hat, wie beispielsweise einen Core i5-9600KF oder Core i7-8700K.

MSI MPG Z390 Gaming Pro Carbon AC: Solides 200-Euro-Mainboard für den Sockel 1151 v2 mit ordentlichen Übertakungsoptionen Quelle: MSI MSI MPG Z390 Gaming Pro Carbon AC: Solides 200-Euro-Mainboard für den Sockel 1151 v2 mit ordentlichen Übertakungsoptionen Das F steht übrigens bei Intel-CPUs für Modelle, die keine IGP (eingebaute Grafikeinheit) bieten. Da man als Spieler ohnehin eine separate Grafikkarte verwendet, kann man mit solchen F-CPUs je nach Modell auch sparen, egal ob es nun einen normale F-CPU oder eine übertaktbare KF-CPU ist. Zudem sollte man beim Mainboard nicht zu sehr sparen, wenn man übertakten möchte. Bei Intel empfehlen wir Preise ab etwa 130 Euro für den Sockel 1151 v2, wobei es wichtig ist, dass das Mainboard einen Z-Chipsatz (Z370 oder Z390) hat. Bei AMD sieht es preislich ähnlich aus, allerdings sollte man für einen Ryzen 3000-Prozessor als Übertakter am besten einen X570-Chipsatz nehmen. Dieser Chipsatz ist nativ kompatibel zu den neueren Ryzen-CPUs und liefert im Zweifel den Strom stabiler als ältere Chipsätze wie der B450 oder X470. Bei älteren Chipsätzen kann es zudem vorkommen, dass das Mainboard - wenn es schon vor etwa Juli 2019 produziert wurde, noch gar kein BIOS hat, das einen Ryzen 3000 erkennen kann. Für diesen Fall gibt es Abhilfen, wie ihr auch in unserem Special über mögliche Probleme beim CPU-Wechsel nachlesen könnt. 100 Prozent sicher kann man aber nur beim Griff zu einem X570-Mainboard sein, die aber nicht unter 140 bis 150 Euro zu haben sind. Übertakter wählen am besten eher eine Preisklasse ab 180 Euro. Ohnehin wichtig zum Übertakten ist ein guter CPU-Kühler. Bei Luftkühler geht es dabei ab etwa 35 bis 40 Euro los -unser letztes Special zu CPU-Kühlern findet ihr hier.

  1. Seite 1 CPU-Kaufberatung: Alte CPUs, SMT und Hyperthreading
  2. Seite 2 CPU-Kaufberatung: Der Takt macht die Musik
  3. Seite 3 CPU-Kaufberatung: Sockel, Chipsätze und Übertaktung
  4. Seite 4 CPU-Kaufberatung: 15 CPUs als Kaufempfehlung
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