Headsets: Kopfhörer oder Headset? Surroundsound
Special
Headsets erlauben es dem Gamer, klanglich in das Spiel einzutauchen und mit anderen Spielern direkt zu kommunizieren. Zudem bekommt man für sein Geld meist einen besseren Klang als mit ähnlich teuren Lautsprechern. In unserem Special erklären wir euch wichtige Dinge rund um Headsets: Die Bauweisen (offen und geschlossen), Anschlussmöglichkeiten, Surroundsound, das Stichwort Impedanz und mehr.
Headset oder Kopfhörer?
Headsets sind praktisch, wenn man zumindest ab und an auch mal ein Mikrofon benötigt. Ansonsten bekommt man zum gleichen Preis klanglich gesehen ein besseres Ergebnis, wenn man einen Kopfhörer anstelle eines Headsets wählt. Dies gilt aber nicht pauschal, denn wie bei jeder modernen Technik-Produktkategorie gibt es Modelle mit einem guten und einem nicht so guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
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Manch ein Headset für 70 Euro kann also besser klingen als der ein oder andere Kopfhörer für 70 oder gar 100 Euro. Mit etwas Mühe findet man aber bei Kopfhörern die bessere Klangqualität im Vergleich zu ähnlich teuren Headsets.
Quelle: Superlux
Der bewährte Superlux HD668-B für knapp 30 Euro ist ein Beispiel für einen günstigen Kopfhörer, der klanglich auch mit vielen deutlich teureren Produkten mithalten kann.
Aber auch diejenigen, die ein Mikrofon wünschen, können durchaus besser bedient sein, wenn sie Kopfhörer und ein separates Mikrofon kaufen. Hier gilt es dann aber, sich über die möglichen Mikrofone zu informieren - mehr dazu erfahrt ihr später zum Thema Broadcasting. Vor allem bei USB-Headsets gibt es allerdings den Vorteil, dass man es mit nur einem einzigen Stecker an jeden PC anschließen kann, auch wenn er kein Front-Audio bietet. Die meisten für Gaming gedachten USB-Headsets mit eigenem Treibermenü bieten zudem auch das, was man von modernen Soundkarten und Onboardsound-Menüs kennt: eine Surroundsound-Simulation. Diese beschreiben wir als nächstes.
Surroundsound
Früher gab es noch echte 5.1-Kopfhörer, die drei Stecker hatten, um Surroundsound zu bieten. Die Stecker schloss man an die Soundkarte an, und zwar an die Audio-Buchsen für den Front- und Rear-Sound sowie an die Buchse für den Center-Speaker und Subwoofer - bei Headsets kam noch der Mikrofonstecker als vierter Stecker hinzu. Im Treibermenü der Soundkarte aktivierte man dann den Surroundsound-Modus - genau so, wie man es auch bei 5.1-Boxensets tut, die drei (oder je nach Steckerart auch sechs) Stecker verwenden. In den solchen 5.1-Kopfhörern sind mehrere Membranen eingebaut, die ähnlich wie die Boxen eines Surroundboxensets angeordnet waren, so dass der Sound physikalisch gesehen innerhalb der Kopfhörermuscheln in der Tat eher von vorne oder hinten kam. Solche Kopfhörer waren allerdings wegen der zusätzlichen Bauteile bei gleichem Preis klanglich deutlich schlechter als normale Stereo-Kopfhörer. Echte Surroundkopfhörer, die also wirklich für jede der Surroundtonspuren eigene Membranen haben, gibt es heutzutage so gut wie gar keine mehr. Headsets oder Kopfhörer, die mit 5.1 beworben werden, sind so gut wie immer USB-Modelle, bei denen über den Soundchip eine Surroundsound-Simulation berechnet wird, bei der auch auf Stereo-Geräten ein Surroundsound-Eindruck entsteht.
Quelle: Edifier
Inzwischen eher aus der Mode: 5.1-Boxensysteme für den PC. Denn dank Software-Algorithmen bekommt man auch mit deutlich günstigeren Stereokopfhörern einen guten Raumklang und spart zudem viel Platz.
Denn im Laufe der letzten Jahre entwickelte sich parallel zum Surroundsound-Boom bei Heimkino-Anlagen auch Software, die es ermöglichte, auf Stereo-Boxensystemen oder Stereo-Kopfhörern einen Surroundsound zu bieten. Bei Kopfhörern funktioniert dies besonders gut, da es ja in sich geschlossene Systeme sind. Bei einem Boxenset gibt es zahlreiche Störfaktoren, die ein ordentliches Ergebnis sehr erschweren: Möbel und Wände reflektieren den Schall, und die Abstände der Ohren zu den Boxen sind nicht immer identisch. Bei einem Kopfhörer aber sitzen die Ohrhörermuscheln ja auf den Ohren - es gibt keine unberechenbaren Reflexionen, der Abstand zum Trommelfell der Ohren ist immer gleich. Dass sich der Sound dann wirklich nach "Surround" anhört, man also wirklich manche Geräusche eindeutig als "von hinten links" und andere "von vorne rechts" orten kann, liegt an komplizierten Algorithmen, die den in einem Spiel berechneten Sound oder auch den 5.1-Sound eines Filmes analysieren und dann einzelne Frequenzen leicht versetzen oder mit bestimmten Effekten versehen. Viele moderne Spiele erledigen diese Simulation inzwischen selbst, wenn man es in den Soundoptionen aktiviert. Ansonsten bietet die Treibersoftware der Soundkarte beziehungsweise des Onboardsounds oder bei USB-Kopfhörern/Headsets eine eigene Treibersoftware die passenden Optionen.
