PC-Aufrüstung: Flaschenhals und Grafikkarte
Special
Wir haben rund um die PC-Aufrüstung eines PCs für Gaming viele Tipps dazu, wie man sich eine passende Kombination aus Prozessor, Mainboard, RAM und Grafikkarte auswählt. Dabei haben wir zu allen Komponenten auch eine Kaufberatung eingebaut und bieten euch einige Beispiel-Zusammenstellungen aus CPU, Mainboard und RAM jeweils mit und ohne Grafikkarte.
Flaschenhals und Grafikkarte
Wichtig für die Spieleleistung ist ein guter Mix aus CPU- und Grafikkarten-Power. Sofern man nicht sowieso ein extrem hohes Budget hat und bei beiden Produktkategorien in die Vollen greifen kann, muss man sich hier Gedanken machen, wie viel vom Aufrüstungsbudget man für die Grafikkarte ausgibt und wie viel man in die CPU-Kombi steckt - oder ob man vielleicht ohnehin nur die CPU-Kombi oder nur die Grafikkarte neu kauft. Falls man nicht genau weiß, ob man besser eine neue Grafikkarte oder lieber eine neue CPU-Kombi kaufen soll, sollte man sich genau informieren, ob beim aktuellen PC eher die Grafikkarte oder die CPU der klare Schwachpunkt ist.
Einen gewissen Anhaltspunkt dazu haben wir euch schon zuvor rund um Prozessoren gegeben: Ab einem Core i5 für den Sockel 1151 ist die CPU noch nicht so schwach, als dass sie einer sehr starken, modernen Grafikkarte im Weg stehen würde. Vor dem oftmals befürchteten Flaschenhals muss man sich daher keine großen Sorgen machen. Was genau ist mit Flaschenhals aber überhaupt gemeint?
In diesem Artikel
Dies wollen wir am folgenden Beispiel klären: Eine CPU schafft in einem bestimmten Spiel, egal wie stark die Grafikkarte ist, maximal 60 FPS - mehr als 60 FPS sind also nicht drin. Wenn nun schon eine Grafikkarte wie die Nvidia GeForce RTX 3050 gut genug für 60 FPS ist, würde das Leistungsplus von stärkeren Grafikkarten komplett verpuffen. In dem Fall wäre die CPU ein klarer Flaschenhals. Etwas völlig anderes sind Fälle, in denen die CPU zwar für weniger FPS sorgt, aber nicht das Leistungsplus von starken Grafikkarten verhindert. Nehmen wir an, eine CPU hat zusammen mit der RTX 3050 eine Leistung von 60 FPS. Mit der 40 Prozent schnelleren RTX 3060 erreicht die CPU zum Beispiel 80 FPS - das sind etwa 40 Prozent mehr FPS, also hat die CPU die Grafikkarte nicht ausgebremst.
Es gibt natürlich auch Fälle, in denen eine Grafikkarte zwar wegen der CPU nicht ihr volles Leistungsplus entfalten kann, das Leistungsplus aber auch nicht komplett verpufft. Hier wäre die CPU dann im übertragenen Sinne ein Flaschenhals, der aber relativ dick ist und die Leistung nicht komplett bremst. So oder so kann aber eine bessere CPU so gut wie immer noch ein paar FPS obendrauf legen. Je älter die aktuelle CPU, desto höher ist das potenzielle FPS-Plus durch eine neue, moderne CPU - sofern die Grafikkarte nicht zu langsam ist.
Quelle: PC Games Hardware
Die AMD Radeon RX 6600 bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für Full-HD-Gaming, obwohl sie wegen der Preiskrise mehr als 400 Euro kostet.
Aber wie erkennt man, ob die aktuelle Grafikkarte noch immer gut genug ist? Hier kommt wieder die CPU ins Spiel, denn wenn ihr trotz einer oben schon näher beschriebenen, ausreichenden CPU oder gar mit einer aktuellen Top-CPU selbst bei niedrigen Detailstufen in Full-HD kein flüssiges Gaming mehr erlebt, wird es mit hoher Sicherheit an der Grafikkarte liegen. Als Einstieg für eine sinnvolle Aufrüstung empfehlen wir aktuell mindestens eine AMD Radeon RX 6600 oder Nvidia GeForce RTX 3060. Dies bedeutet allerdings, obwohl beide Grafikkarten bereits bei WQHD (2560x1440 Pixel) nicht mehr eine Empfehlung für eine längere Nutzungsdauer sind, eine Investition von mindestens 440 Euro. Denn die Grafikkarten-Preise sind nach einer langen Zeit, in der sie wegen der Covid-Pandemie extrem stark gestiegen waren, zwar seit Jahresanfang im Sinkflug. Die Flughöhe ist aber noch immer relativ hoch.
Wer weniger als 400 Euro ausgeben will, muss sich entweder eine Nvidia GeForce RTX 3050 für 380 Euro anschaffen, die schon 25 Prozent langsamer als die AMD Radeon RX 6600 ist, oder sich eine AMD Radeon RX 6500 XT besorgen, die sogar nur etwa halb so schnell wie die RX 6600, allerdings auch schon unter 250 Euro im Handel zu finden ist. Auf der nächsten Seite findet ihr eine ausführliche Übersicht, die euch zeigt, welche aktuellen Grafikkarten-Reihen derzeit beim Preis-Leistungs-Verhältnis zu empfehlen sind. Außerdem haben wir dort noch eine Tabelle, die euch zeigt, was ein Aufrüstungs-Set aus verschiedenen Grafikkarten in Verbindung mit den schon vorher von uns vorgeschlagenen CPU-Kombis kostet. Denn natürlich lässt sich jede unsere CPU-Kombis mit allen denkbaren Grafikkarten paaren.
