Grafikkarten Leistung, Netzteile und Länge
Special
In Zeiten der Corona-Pandemie ist Gaming eine Beschäftigung, die einen Zuwachs erfährt - dies betrifft natürlich auch PC-Spiele. Wir beraten euch daher, was den Kauf einer geeigneten Grafikkarte für moderne Spiele angeht, und bieten neben einer Einordnung von Preis und Leistung auch 40 Grafikkarten-Modelle von 140 bis 800 Euro in einer Marktübersicht.
Grafikleistung: Anhand von Daten ablesbar?
Bei Herstellern oder auch auf Preisvergleich-Websites findet sich die Rechenleistung einer Grafikkarte, die man in FLOPS angibt. Dies ist allerdings kein Messwert, der sich durch Leistungstests ergibt, sondern ein Wert, der rechnerisch aus einigen der technischen Daten einer Grafikkarte hergeleitet wird. Dies hat zur Folge, dass die Rechenleistung nur ein Indiz, aber kein verlässlicher Wert für die Spiele-Leistung ist. Diese Thematik hatten wir auch schon rund um die mit 12 TFLOPS eingeordnete Leistung der Xbox Series X in einem Special vom Februar sowie einem weiterem Special im März besprochen.
In diesem Artikel
Es gibt viele Beispiele bei modernen Grafikkarten, bei denen ein Modell in Spielen schneller ist als ein anderes Modell, obwohl letzteres die höhere Rechenleistung hat. Dies zeigt, dass je nach dem, um welche Architektur es sich handelt, eine Grafikkarte aus ihrer Rechenleistung quasi mehr herausholen kann als eine andere.
Quelle: Zotac
Eine Nvidia GeForce GTX 1660 Super (hier von Zotac) taktet höher als eine AMD RX 5700, ist aber deutlich langsamer.
Ein weiterer Faktor, der dies unterstreicht, ist der Takt einer GPU. Wer glaubt, dass höhere Taktwerte automatisch besser sind, der irrt. So ist eine AMD RX 5700 etwa 30 Prozent schneller als eine Nvidia GeForce GTX 1660 Super, obwohl letztere den höheren Boosttakt bietet. Es gibt aber einen Fall, bei dem man am Taktwert durchaus die Mehrleistung einer Grafikkarte ablesen kann, nämlich dann, wenn man zwei Grafikkarten mit der gleichen GPU betrachtet. Von einer Grafikkarte wie der GeForce GTX 1660 Super oder AMD Radeon RX 5600 XT gibt es ja jeweils diverse Partner- oder auch Custom-Grafikkarten zur Auswahl. Hat ein Modell der RX 5600 XT, beispielsweise von Asus, einen um 5 Prozent höheren Takt als ein anderes Modell von MSI, dann wird die Asus-Grafikkarte also in etwa 5 Prozent mehr FPS liefern können. Ansonsten, also für die Frage, welche Grafikkarten-Serie man auswählt, gilt aber: Schaut euch Tests an oder vertraut auf Zusammenfassungen und Kauftberatungen von Websites und Magazinen, die ihr gut kennt. Genau eine solche Kaufberatung, bei der wir auch die aktuellen Grafikkarten-Serien einordnen und Kauftipps geben, bieten wir euch nämlich gleich - nachdem wir noch kurz Tipps zu Netzteilen, der Länge und älteren PCs geben..
Netzteil-Leistung und Länge beachten
Viele Hersteller von Grafikkarten empfehlen Netzteile mit Werten wie 600 Watt oder auch mehr. Nötig ist dies aber nicht - sofern ihr ein Markennetzteil habt. Denn in diesem Falle reichen bei einem guten Modell 450 Watt problemlos aus, mit 500 Watt seid ihr bei einem normalen Gaming-PC auf der sicheren Seite selbst mit einer starken CPU und mehreren Laufwerken und Lüftern. Die Ursache für die übertriebene Empfehlung der Grafikkartenhersteller ist vor allem, dass es günstige Netzteile gibt, die angeblich 500 Watt liefern, dies aber nicht stabil auf Dauer beherrschen. In Einzelfällen kann es dann passieren, dass "ein 500 Watt-Netzteil" doch nicht ausreicht und die Grafikkarte als vermeintliche Ursache reklamiert wird. Um dies zu vermeiden, wird bei der empfohlenen Watt-Zahl gerne etwas hochgegriffen, da selbst ein eher schlechtes Netzteil nicht mehr scheitert, wenn es mit 600 Watt oder mehr als Leistung vermarktet wird.
Quelle: Asus
Etwas über 30 Zentimeter lang ist beispielsweise die Asus ROG Strix RX 5700 OC.
Ein zweiter Grund ist, dass es in Sonderfällen am Ende sogar doch sein kann, dass mehr als echte 500 Watt benötigt werden - zum Beispiel bei einem PC mit vielen Zusatzkomponenten (viele Festplatten und Lüfter) und dazu noch einer besonders stromhungrigen CPU, die zusätzlich noch übertaktet wurde. Unsere Empfehlung: Sofern ein Netzteil zwei 8 Pin-PCIe-Stecker bietet und 450 bis 500 Watt Nennleistung hat, dabei nicht unbedingt deutlich unter 50 Euro kostet, könnt ihr auch eine High-End-Grafikkarte in eurem PC betreiben. Wichtig ist dabei aber noch ein weiteres Detail, das wir auch schon in der Überschrift dieses Abschnitts vermerkt haben: die Länge der Grafikkarte. Zwar bieten moderne Gehäuse nur in seltenen Fällen zu wenig Platz. Ab etwa 28 Zentimeter Grafikkarten-Länge kann es aber in manch einem Gehäuse eng werden. Informiert euch also darüber, wie lang eine Grafikkarte sein darf, um noch in das PC-Gehäuse zu passen. Zur Not könnt ihr auch nachmessen, wie viel Platz von der vorderen Kante eurer aktuellen Grafikkarte bis zu dem Bereich vorne im Gehäuse ist, an dem eine lange Grafikkarte anstoßen würde. Addiert dann diesen Abstand zur Länger eurer aktuellen Grafikkarte und zieht vorsichtshalber 0,5 bis 1,0 Zentimeter als Puffer ab. Hinweis: bei manchen Gehäusen kann man einen Bereich des Festplattenkäfigs entfernen, damit mehr Platz für eine Grafikkarte vorhanden ist. In der Regel bleiben dann trotzdem mindestens zwei Einbauplätze für Festplatten übrig.
