Grafikkarten: Große Preisanalyse und Kaufberatung - Entspannung in Sicht?

Special Antonio Funes
Grafikkarten: Große Preisanalyse und Kaufberatung - Entspannung in Sicht?
Quelle: PCGH

Nachdem Nvidia nun die GeForce RTX 3070 Ti und 3080 Ti seit einigen Tage auf den Markt gebracht hat, werfen wir einen allgemeinen Blick auf den Grafikkartenmarkt. Seit Ende Mai sind zahlreiche Grafikkartenreihen um 20 Prozent und mehr im Preis gefallen - trotzdem ist das Preisniveau noch hoch. Wir analysieren genau und bieten eine aktuelle Kaufberatung.

Grafikkarten: Aktuelle Marktanalyse

Der Grafikkartenmarkt leidet seit Monaten unter einen chronischen Unterversorgung. Begonnen hatte der Engpass mit dem Release der ersten RTX 3000-Modelle von Nvidia im September 2020. Seitdem sank die Verfügbarkeit, und zwar auch die anderer Grafikkarten-Serien - die Preise stiegen wiederum immer weiter an. Doppelte Preise für Gamer-Grafikkarten im Vergleich zum Herbst 2020 sind quasi zum Normalfall geworden.

Seit Anfang dieses Monats sinken die Preise aber erstmals wieder ein klein wenig.

Zum Teil macht dies dann schnell 200 Euro und mehr aus. Wir schauen uns daher die aktuelle Lage genauer an und versuchen, auf Basis der Preise eine kleine Grafikkarten-Kaufberatung anzubieten. Einleitend beschreiben wir zunächst die Entwicklung seit Herbst 2020 und die Ursachen, die dabei mit im Spiel sind.

Warum Grafikkarten zum Luxusgut wurden

Die heftigen Preissteigerungen seit etwa September 2020 haben viele Gründe, wobei man von außen betrachtet nur mutmaßen kann, welcher der Faktoren einen größeren oder kleineren Einfluss auf die hohe Nachfrage und ein (zu) niedriges Angebot hatte. Vier Dinge sind hier zu nennen: Auch die Playstation 5 von Sony und Microsofts Xbox Series X sind wegen Produktionsproblemen schwer zu bekommen. Quelle: Gamespress / Sony Auch die Playstation 5 von Sony und Microsofts Xbox Series X sind wegen Produktionsproblemen schwer zu bekommen.

  • Nachfrage durch Gamer: Wegen der Corona-Pandemie sind weltweit mehr Menschen zu Hause geblieben als üblicherweise. Viele Freizeitaktivitäten waren ab etwa April 2020 kaum mehr oder gar nicht möglich. Die Zahl an Menschen, die Gaming als Zeitvertreib in Betracht ziehen, ist daher stark gestiegen. Logischerweise stieg daher die Nachfrage nach Grafikkarten. Hinzu kam, dass viele, die schon länger am PC spielen, auf die neue RTX 3000er-Generation gewartet hatten. Nachdem diese Grafikkarten aber sofort ausverkauft waren, musste manch einer, dessen bisherige Grafikkarte mittlerweile selbst für moderate Ansprüche zu schwach geworden war, trotzdem irgendeine neue Grafikkarte unterhalb der RTX 3000-Serie suchen. Dies führte zu einem direkten Nachfragekonflikt mit Neu-Gamern, die als Einsteiger zuerst nach etwas erschwinglicheren Modellen als ausgerechnet der RTX 3000er-Reihe Ausschau hielten.
  • Nachfrage durch Miner: Es ist umstritten, wie hoch der Einfluss der sogenannten Miner ist. Miner nutzen Hardware, um beim Berechnen der Blockchains für Kryptowährungen zu helfen, wofür sie dann mit der entsprechenden Kryptowährung entlohnt werden. Es ist aber klar, dass es Miner gibt, die für manche dieser Währungen auch im großen Stil Gamer-Grafikkarten aufgekauft haben, da deren Rechenleistung rentabel genug für dieses Vorhaben ist. So berichtet die PC Games Hardware über einen Anteil von 25 Prozent, den Miner bei Grafikkartenkäufen im ersten Quartal 2021 zu verantworten haben. Ein Beweis dafür, dass Miner die Preise beeinflussen können, ist die Tatsache, dass manche Grafikkarten-Serien deutlich teuer verkauft wurden als andere, die in Games eigentlich stärker sind. Der einzig plausible Grund ist, dass die entsprechenden Serien für bestimmte Miningaufgaben besser geeignet sind als die in Games stärkeren, günstigeren Grafikkartenreihen.
  • Nachfrage nach Chips: Auch andere Produkte wie Tablets, Notebooks und Unterhaltungselektronik abseits von GPUs wurden stärker nachgefragt. Es entstand im Laufe der Monate eine Art Bestellstau, und GPUs für Gamer stehen dabei etwas weiter hinten, was das Sichern von Produktionskapazitäten angeht. Selbst in der Automobilbranche mussten Hersteller teilweise ihre Produktion anhalten, da schlichtweg Chips fehlten. Rund um Chips gab und gibt es Lieferengpässe, so dass AMD und Nvidia auch nicht mal eben die Produktionsmenge erhöhen konnten.
  • Produktions- und Lieferumstände: Wegen der Corona-Pandemie sind die Produktionsbedingungen, aber auch Dinge rund um Lagerhaltung und Lieferung zum Schutz vor Corona-Ausbrüchen schwieriger geworden. Der gesamte Prozess wird verlangsamt, so dass die Produktionsmengen pro Woche für viele Chip-Arten nicht mehr ganz so hoch sind wie noch vor zwei Jahren.

Auf der nächsten Seite schauen wir uns die Preisentwicklung genauer an und werden später noch das Preis-Leistungs-Verhältnis aktuell lieferbarer Grafikkarten genau bewerten und euch aktuelle Kauftipps geben.

  1. Seite 1 Grafikkarten: Aktuelle Preise und Ursachen
  2. Seite 2 Grafikkarten: Preisanalyse - es wird günstiger
  3. Seite 3 Grafikkarten: Preis-Leistungs-Analyse und Kauftipps
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