Grafikkarten: Preis-Leistung und Kauftipps, Vorschau

Special Antonio Funes
Grafikkarten: Preis-Leistung und Kauftipps, Vorschau
Quelle: Gainward/Videocardz

In unserem Special zeigen wir, welche Grafikkarten derzeit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis haben. Wir blicken aber auch auf die allgemeine Preisentwicklung und die Gründe für die massiven Preisanstiege seit Herbst 2020. Inzwischen gibt es eine Entspannung, aber auf immer noch hohem Niveau. Außerdem werfen wir einen Blick in die Zukunft von AMD und Nvidia in Sachen Grafikkarten.

Auf Basis unserer Preis-Aufzeichnungen können wir mit Hilfe von Leistungsdaten aus zahlreichen Benchmark-Tests einen Preis-Leistungs-Index erstellen. Dabei haben wir die Nvidia GeForce RTX 3080 Ti als 100-Prozent-Basis genommen. Dies bedeutet: Der Leistungsindex beträgt 100. Zur besseren Veranschaulichung kann man sich dies auch der Einfachheit halber als 100 FPS vorstellen, welche die RTX 3080 Ti in einem hypothetischen Spielemix erreicht. Eine Karte, die einen Index von zum Beispiel 86 hat, erreicht dort also 86 FPS.

Teilt man den Preis einer Grafikkarte durch ihren Leistungsindex, ergibt sich der Preis-Leistungs-Index. Je höher der Wert, desto schlechter steht die Karte da - denn man bezahlt dann ja quasi mehr Euro pro FPS. Ein kleiner Preis-Leistungs-Index ist in unserer Betrachtung also besser.

Preis-Leistung und Kauftipps

Die RTX 3080 Ti selbst fehlt zwar in der folgenden Grafik, da ihr Index deutlich schlechter als das aller anderen Grafikkarten ist und dies die Grafik verzerren würde - die restlichen Werte sind aber mit der RTX 3080 TI als Leistungs-Basis sowie aktuellen Grafikkartenpreisen entstanden:
Grafikkarten Preis Leistung Anfang Juli Quelle: Antonio Funes Grafikkarten Preis Leistung Anfang Juli Wer derzeit eine starke Grafikkarte sucht, bekommt also mit der Nvidia GeForce RTX 3070 Ti ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch die RTX 3060 Ti steht gut da. Beide sind aktuell ein Kauftipp, sofern ihr nicht viel mehr als den in Klammern bei der Grafikkarte stehenden Preis bezahlen müsst.

Die AMD Radeon RX 6700 XT (hier ein Modell von Asus) ist inzwischen wieder teurer geworden, die Konkurrenz von Nvidia dafür günstiger. Quelle: PC Games Hardware Die AMD Radeon RX 6700 XT (hier ein Modell von Asus) ist inzwischen wieder teurer geworden, die Konkurrenz von Nvidia dafür günstiger. AMDs starke Modelle sind wegen ihrer Preisanstiege etwas zurückgefallen - die RX 6700 XT, die in den vorigen Wochen ein klarer Kauftipp war, steht nicht mehr so gut da, ist aber noch akzeptabel, wobei Nvidias RTX 3070 sehr nah dran ist. Über 500 Euro gilt also: Die Nvidia GeForce RTX 3060 Ti, 3070 und 3070 Ti sowie AMDs RX 6700 XT sind in Sachen Preis-Leistung aktuell gut, wobei ihre Preise immer noch höher als beim Release sind. Gerade in dem Preisbereich schwanken die Preise aber oftmals um 100 Euro und mehr, so dass sich das Preis-Leistungs-Verhältnis schnell verändern kann.

Wer weniger als 500 Euro ausgeben will, findet in der Nvidia GeForce RTX 2060 eine ordentliche Grafikkarte zumindest für Full-HD auf vollen Grafikdetails oder WQHD mit Abstrichen bei den Grafikdetails. Ein Modell der GTX 1660er-Serie zu nehmen, macht wenig Sinn, da man nicht viel spart, aber viel Leistung verliert. Für den Einstieg ist aber die Nvidia GeForce GTX 1650 Super ein ordentlicher Tipp, obgleich sie immer noch fast doppelt so teuer ist wie noch im Herbst 2020.

Blick in die Zukunft

Da Nvidias RTX 3000er- und AMDs RX 6000er-Serien maximal ein Jahr alt sind, kann man in diesem Jahr natürlich nicht mit komplett neuen Generationen rechnen. Als nächste Veröffentlichung wird aber von AMD eine Antwort auf die RTX 3060-Modelle von Nvidia erwartet - im August könnte demnach eine AMD RX Radeon 6600 und/oder 6600 XT auf den Markt kommen. Nachtrag: Erst nachdem der Artikel bereits vorgeschaltet war, wurde uns bekannt, dass die AMD Radeon RX 6600 XT nun offziell ist - am 11. August ist der Verkaufsstart vorgesehen, als Preis sind ab 379 Dollar im Gespräch, wie auch die PC Games Hardware berichtet.

Was danach noch ansteht sind Refresh-Versionen der Nvidia RTX 3000er-Modelle, vermutlich wie schon bei der 2000er-Reihe gekennzeichnet durch den Zusatz "Super". Zu rechnen ist damit aber wohl erst Anfang 2022, mit viel Optimismus vielleicht doch noch im vierten Quartal 2021. Dies wäre auch das Quartal, in dem AMD eventuell mit einem Refresh der RX 6000er-Serie auf den Markt gehen wird.

Im Jahr 2022 kommen dann die Nvidia RTX 4000er- und AMD RX 7000er-Grafikkarten, in beiden Fällen aber eher im zweiten Halbjahr des Jahres. In diesem Zusammenhang hat AMD bereits eine neue Architektur, nämlich RDNA 3 und entsprechende Radeon-Grafikkarten für Gamer bestätigt. Dabei wird erstmals eine MCM-Bauweise (Multi Chip Module) für die GPU bei Gaming-Grafikkarten zum Einsatz kommen. Im Profisektor ist gerade erst die AMD Instinct MI200 in die Auslieferungsphase gekommen, die als erste Grafikkarte überhaupt eine MCM-GPU bietet. Bei MCM besteht die GPU oder, wie bei Ryzen-Prozessoren, die CPU aus einzelnen Modulen und ist nicht mehr eine einzige zusammenhängende Einheit. Auch Nvidia wird 2022 auf MCM umstellen, wobei noch nicht klar ist, ob dies auch bei Gamer-Grafikkarten bereits der Fall sein wird.

Bildergalerie

  1. Seite 1 Grafikkarten: Lange Zeit hohe Preise, nun leichte Entspannung
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